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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Graf Mirabcan'S Vergangenheit.

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Unter den Familien, die hier lebten, war die des alten Prä-sidenten Monnier. Dieser, ein angesehener Mann, aber durchAusschweifungen verlebt und aufgebraucht, machte hier ein Hans,weniger durch sich als durch seine funge achtzehnjährige Gemahlin,die er unter für die Sittengeschichte der Zeit charakteristischen Um-ständen geheirathet hatte. Hier wurde auch Mirabcau eingeführtund nach nicht langer Zeit bildete sich erst eine Art galanter Lieb-schaft zwischen Mirabcau und der jungen Präsidentin, dann einleidenschaftliches, mit seinem ganzen südländischen Feuer von ihmerfaßtes Liebesverhältnis

Mirabcau war noch besonnen genug, um einzusehen, daß eran der Grenze des Verbrechens stand. Was er bisher gethan,waren leichtsinnige Streiche gewesen und hatte die Gattung vonVergehen nicht von ferne erreicht, für die sein Vater ihn gleicheinem unheilbaren Frevler hatte büßen lassen. Aber jetzt stander vor einer That, die die schlimmsten Vorwürfe bestätigen unddie strengste Gerechtigkeit herausfordern mußte. Die eigene Frauverlassen, die Frau eines Andern verführen, vielleicht mit Bruchdes Ehrenwortes entführen — das waren Thaten, die der Härtedes Vaters Recht gaben, für die nicht ein Haftbefehl, sondern einEriminalproceß die rechte Strafe war. Daß er sich alles Diesesselbst gesagt hat, dafür liegen Aeußerungen von ihm vor, theilsaus dieser, theils aus späterer Zeit.

So schreibt er in einem Briefe an Dupont: „Ehe ich diesenFehltritt that, den größten meines Lebens, überstand ich mit mirselbst den schrecklichsten Seelenkampf. Niemand wußte, was ichdamals that. Fest entschlossen, von deni Pfeil, der mein Herzdurchbohrte, mich zu befreien, ob auch das Herz selbst dabei zer-risse, schrieb ich meiner Frau einen glühenden Brief und beschworsie mit der ganzen Beredsamkeit, die mir der Augenblick und dieSache eingab, ihr Geschick mit dem meinigen zu verbinden, wiees vor Gott und Menschen recht sei. Ich schlug ihr vor, wirwollten uns in die Schweiz zurückziehen, wo wir von unseremmäßigen Einkommen leben würden und wenn nöthig, selbst ohneUnterstützung.

Meine Arbeiten würden mir Mittel verschaffen, sobald icheinmal bekannt wäre. Hätte sie eingewilligt, ich schwöre es beimeiner Ehre, ich hätte alle meine Bande zerrissen, wäre ich auch