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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Mircibcau und die Krone im Okt. und Nov.

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in ihm in den letzten Tagen befestigt. Keiner war mit ernsterenSorgen von Versailles nach Paris übergesiedelt als er. Er fühlte,was kommen würde, wie die Hauptstadt, die Agitation der Clubs,die Beherrschung der Bersammlnng durch »»greifbare und unsind-bare Einflüsse wirken mußte. In Versailles schon war es ihmschwer geworden, seinem gewichtigen Worte Geltung zu schaffen,und doch war dort sein schlimmster Gegner nur seine eigne Ver-gangenheit gewesen, wie viel schwerer mußte es ihm jetzt werden.

Es lebte damals in Frankreich ein vornehmer Belgier, dermit dem Hofe nahe verbunden war und mit Mirabeau seit Jahrenin vertrauter Bekanntschaft stand, der Graf von La Marck, späterPrinz von Aremberg. Aus dem Briefwechsel und den Unter-redungen mit dieser» Manne erhalten wir die genaueste Belehrungüber das Verhältniß Mirabean's zum Hofe, von dem bisher auchdie besten Berichterstatter nichts als Gerüchte und unbestimmteAndeutungen zu geben vermochten. Gegen La Marck äußert Mi-rabeau schon im Juni, „das Staatsschiff wird vorn heftigstenSturm gepeitscht und Niemand steht am Steuer," nicht langedarauf hat er bereits, Allen voraus, die düstersten Ahnungen vondem persönlichen Schicksal des Königs und der Königin. Jetzt, imOktober, spricht er den Wunsch aus, die Dinge selber in die Handzu nehmen und den Hof für sein rettendes Ministerprogramm zugewinnen.

Zehn Tage nach den geschilderten Auftritten schrieb er eineDenkschrift, datirt vom l 5. Oktober, die dem König über-reicht werden sollte. Das Aktenstück ist wichtig genug, um hierin seinen Hanptzügen mitgetheilt zu werden, es eröffnet eine langeReihe von Eingaben desselben Inhalts.

Die Denkschrift beginnt mit der Darlegung der ungeheurenGefahren, welche die Uebersiedelung nach Paris den Entschließun-gen, ja der persönlichen Sicherheit des Königs gebracht habe; esist eine Umschreibung des Zurufs, den er am 5. an den Königgerichtet: „Majestät, gehen Sie nach Paris, so ist Ihre Krone ver-loren." „Der Pöbel der Hauptstadt," sagt er, „einmal aufgewühlt,ist unwiderstehlich, der Winter kommt heran, die Lebensmittel kön-nen mangeln, der Bankrott kann ausbrechen, was wird in dreiMonaten aus Paris geworden sein?" Dann beklagt er die Rath-losigkeit der Minister, das rasche Bergabgehen der Versammlung,