Clubs und Presse. 213
stillesturms vom 14. Juli zu einem allgemeinen Versöhnungs-und Verbrüderungsfest*) zu erheben.
Ich lege keinen zu hohen Werth auf Demonstrationen wiedas Föderationsfest vom 14. Juli 1790 eine war, zumal bei einemVolke, dessen Empfindungen so rasch zwischen Extremen wechseln;aber es war doch ein gewaltiger Moment, wo die Nation nachden ungeheuren Ereignissen des abgelaufenen Jahres den Sturzseines Mittelalters und den Anbruch seiner neuen Tage in einembegeisterten Verbrüderungsfeste beging.
Lafahette's Rührung und Begeisterung können wir uns sehrwohl denken, als die tausend und abertausend Abgeordneten, dieFrankreich vom Canal bis zu den Pyrenäen abgesendet, um dasFest mit zu feiern, mit endlosem stürmischem Jubel begrüßt wurden,als in ihnen das ganze Volk sich freiwillig vereinigte, um denAltar des Vaterlandes aufzurichten und den Eid auf das neueFrankreich zu leisten.
Wenn das Fest einen Sinn hatte, so war es der: der Bruchmit dem Alten ist unwiderruflich vollzogen, eine Rückkehr ist un-möglich. Ob die Begrüßung des neuen Zustandes, wie ihn dieNationalversammlung begründet, ebenso aufrichtig und allgemeinwar, ob die Schöpfer der Verfassung den Jubel der kecksrös alseine begeisterte Kundgebung zu Gunsten dieser letzteren deutendurften, war zum Mindesten zweifelhaft. Die demokratische Pressefürchtete das, Marat und Desmoulins sprachen ihren Abscheuüber das Fest ohne Rückhalt aus und donnerten gegen denGötzendienst, der mit dem Monarchen und Lafahette getriebenwerde. Sie meinten in der That, der 14. Juli sei ein Triumphder monarchisch-constitutionelleu Staatsordnung der Nationalver-sammlung gewesen.
Der Mann, der in und außer der Versammlung den Dingenum ihn her stets am unabhängigsten gegenüberstand, Mirabeauwar den Hoffnungen der Einen so fern als den Befürchtungender Andern.
*> Sehr lebendig und anziehend geschildert bei IHrleres Äom. II. 92 ff.