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Dritter Abschnitt. ?. 10. >i. 12.
daß man nicht gerade auf Eroberungen ausgehe, aber doch jeden-falls auf einer Entschädigung für die Kriegskosten bestehen müsse."
Inzwischen näherte sich in Polen Alles der blutigen Entschei-dung. Polen verlangte jetzt von Preußen die vertragsmäßige Hilfe,wurde aber natürlich rundweg abgewiesen. Von den 15,000 Mann,die Rußland gegen die Franzosen stellen wollte, war seit dem Aus-bruch in Polen keine Rede mehr.
Mittlerweile gelang es Oesterreich und Preußen, sich zu ver-ständigen. Oesterreich gab seinen früheren Standpunkt auf, Preußenhatte wiederholt erklärt, ohne Oesterreichs Einverständniß könne esNichts thun, so wurde denn «Mitte Juni« eine gemeinsame Erklä-rung an Rußland gerichtet: Rußland sollte die Führer der Con-föderation veranlassen, sich wegen Herstellung der alten Verfassungauch an Oesterreich und Preußen zu wenden, worauf dann diedrei Höfe unter sich eine Convention abschließen würden.
Oesterreich schien jetzt der Erwerbung Preußens in Polennicht entgegen; über seine eignen Absichten behielt es sich freilichdie Entschließung vor.*) In jedem Falle war nicht zweifelhaft,daß es dann auch an sich selber denken werde. Nach den Aeußerun-gen, welche Spielmann vertraulich gethan, schien es ausgemacht,daß der Kaiser einer Abrundung auf Kosten Polens zustimme,vorausgesetzt, daß er auf einer andern Seite enrschädigt werde.Rußland gegenüber blieb das Ministerium (Bericht Schulenburgs,d. d. 30. Juni) bei der Ansicht, daß es besser sei, Rußland kom-men zu lassen. Preußischerseits das erste Wort auszusprechen,schien sehr gefährlich, weil Rußland davon in Polen einen Ge-brauch machen konnte, welcher das ganze Land in eine für Preußenhöchst verderbliche Abhängigkeit brächte.
Als Haugwitz Ende Mai nach Wien ging, wurde auch diepolnische Sache mit ihm erörtert. Wenn Rußland Theilungs-projckte habe, so sei kein Grund zum Widerspruch, vielmehr seidas ein leichter Weg, den König zu entschädigen; da man indessen
*> In einem Schreiben Friedrich Wilhelms II. an Schulenburg vom28. Juni heißt es : 1e rouärais savoir quelle tonrnnre il ^ aura a prenäreponr arrirer an bnt Principal celni ä'une aoquisition en I'oloxne; ^e vvisque la vour äe Vienne a laissö la ports ouverte a ee snjet, eile s')' prsteraä'antant plus kaoileinent äe oo que ses propres intörets ^a^nent a I'aevvin-plissement äe mes vnes.