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Vierter Abschnitt. Z. 15.
sene Sache. Oesterreich stellte in seiner Antwort die Gegenfor-derungen: Entschädigung für die deutschen Reichsfürsten und Ge-nugthuung für den Papst wegen Avignons, und verlangte, daß imInnern Frankreichs Einrichtungen getroffen würden, um Alles zuunterdrücken, was andere Staaten beunruhigen könnte.
Damit war der Bruch ausgesprochen. Am 20. April kamder König in die Nationalversammlung, verlas die Botschaft seinesMinisteriums, worin die Gründe der Kriegserklärung entwickeltwaren und verlangte die Zustimmung der Nersammlnng. Er lasdas Schriftstück mit zitternder, bewegter Stimme, und Thränen inden Augen vor, als ob er sein eignes Todesurtheil verläse, unddas war auch sein ganz berechtigtes Gefühl.
Mit Jubel wurde die Botschaft aufgenommen.
Niemand dachte daran, die folgenschwere Frage einem Aus-schuß zur Prüfung zu überweisen, was in solchen Versammlungenselbst bei unbedeutenden Angelegenheiten üblich ist. Hier wurdeeine Entscheidung, welche 22 Jahre lang Europa in Blut getränkthat, nicht einmal zu einer kurzen Vorberathung empfohlen.
Die Gironde, Brissot und Gnadet an der Spitze, betrieb dieDiskussion mit auffallender Hast. So rasch als möglich sollte einBruch geschaffen werden, der jede Rückkehr abschnitt.
Mit an Einhelligkeit grenzender Mehrheit wurde ver Kriegbeschlossen. Nur sieben Stimmen (darunter die von TheodorLameth) waren dagegen. Selbst die Masse der Feuillants und derNohalisten hatte für den Krieg gestimmt. Zuletzt hielt Ver-güt« ud noch eine herrliche Rede. Er erinnerte an den Eid vom14. Januar, an den Ruf: Verfassung oder Tod!
„Wo ist das Herz von Eis, das nicht bebte in so erhabenemAugenblicke? Wo die Seele von Stein, die sich nicht, ich wage eszu sagen, aufschwänge zum Himmel mit den Ausrufen der allge-meinen Freude! Wo der Mensch ohne Empfindung, der da nichtfühlte, wie sein Wesen wächst, seine Kräfte schwellen in dem Rauscheiner edlen Begeisterung zu übermenschlicher Stärke! Wohlan!Geben wir Frankreich, geben wir Europa das imposante Schau-spiel eines jener nationalen Feste. Lassen wir wieder auflebenjene Thatkraft, vor der die Bastillen in Trümmer fallen. Gebenwir einen neuen Schwung dem heißen Gefühl, das uns an Frei-heit und Vaterland knüpft. Laßt alle Theile unsres Reichs wider-