Der 10. August. Gefangennahme des Ävnigs. Flucht Lafayette's. ZZZ
Roland insbesondere sah seine Unterschrift amtlich mißbraucht undmußte Ernennungen von Departementscommissären aus dem Kreiseder „Patrioten" des Stadthauses öffentlich desavouiren, die unterseinem Namen abgesandt worden waren.
Danton regierte Frankreich, die Redner der Gironde standenim Schatten und der Partei blieb nichts übrig, als im Schmutzeihrer Schande ohnmächtig die Hände zu ringen. Selten hat dieNemesis so rasch nnv unerbittlich eine Partei ereilt, die zwischenRepublik und Monarchie spielte und keine von beiden ernstlichwollte.
Frankreich nahm die Nachrichten von den Ereignissen undBeschlüssen des 10. August wie in dumpfer Betäubung, in starrerRathlosigkeit hin. Die Stille der Departements nach diesem Tagestach wunderlich ab von den letzten lebhaften Adressen, die vor dem-selben nach Paris gekommen waren. Höchstens in den affiliirtenClubs äußerte sich da und dort ein gemachter Beifall. Die Masseder Bevölkerung, sah in hoffnungsloser Verzweiflung den neuenDingen entgegen und an einzelnen Stellen regte sich selbst derGedanke an Widerstand. Aber es geschah nichts von Bedeutungund das konnre nicht anders sein. Die Nation war führerlos,die Departements und Provinzen waren ohne Mittelpunkt undParis machte ja Alles. Nicht weniger als 72 Departements warengegen die Dinge von 1793, aber das eine Departement bezwängsie alle. Hier allein wußte man, was man wollte und scheute keinMittel, es durchzusetzen, alle andern hatten kein Programm undnamentlich keine Waffen, unter solchem König die deutschen Groß-mächte abzuwehren. Dies letztere gab am Ende den Ausschlag.
Ein einziger muthvoller Versuch gesetzlichen Widerstandes wurdegemacht gegen die Pariser Demagogen, aber sein Schicksal zeigtewie hinfällig das Alles war.
Lafahette hatte die Gemeinde- und Bezirksbehördcn von Sedan,wo er im Lager stand, zu den entschiedensten Protesten gegen denUmsturz vorn 10. August veranlaßt und es so dahin gebracht, daßdie drei Departcnientscommissäre, die am 14. August Morgens an-kamen, sofort festgenommen und im Schlosse gefangen gesetzt wur-den. Auch seine Mannschaften hatte er noch einmal auf die Ver-fassung von 1791, auf die Treue gegen die Nation, das Gesetz,den König vereidigt und das Gleiche seinen Untergeneralen ein-