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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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363
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Die ersten Kämpfe zwischen Girondc und Bergpartei.

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Niemand verlangt weiter das Wort.

Unter tiefer Stille wird abgestimmt und unter allgemeinemJubel verkündigt:

„Der Nativnalconvent beschließt, daß das König-thum in Frankreich abgeschafft ist."

Das war die erste und letzte Gelegenheit, bei welcher dieVersammlung eines Sinnes war; als am 23. Sept. die MinisterRoland und Cambvn ihren Bericht über die Lage des Ireichs er-statteten, der Eine strenge Maßregeln gegen die umsichgreifendeAnarchie, der Andere Hilfe gegen die Finanznoth *) verlangte, wardas Zeichen zum Kampf gegeben.

Am Tage darauf kam er zum Ausbruch.

Kersaint sagte: „es ist Zeit, Schaffotte aufzurichten für Die,die Mordthaten begehen und für Die, die sie anstiften, es ist Zeit,die Menschenrechte zu rächen, die durch Alles, was in Frankreichvorgeht, verletzt worden. Es gehört vielleicht mehr Muth dazu,als man glaubt, sich gegen die Mörder zu erheben — aber sollteich auch unter ihren Dolchen fallen, ich will des Vertrauens mei-ner Mitbürger werth sein."

Er verlangt unter stürmischem Beifall der großen Mehrheitsofortige Nicdersetzung eines Ausschusses, um die Lage des Reichsund der Hauptstadt zu prüfen und Vorschläge gegen die Räuberund Meuchelmörder zu machen.

Die Patrioten des Stadthauses, die Tallieu, Sergent, Fabre,Collot bemühen sich umsonst um eine Vertagung, der allgemeineUnwille ist zu groß.

Einen tiefen Eindruck machten namentlich die Worte des altenRepublikaners Buzot, der früher mit Robespierre gestimmt undjetzt sagte: „Der Republik hat stets mein Herz gehört und 179l,als »lau zitterte bei dem bloßen Namen, war ich hier auf meinemPosten und stimmte für die Republik. Aber dies republikanischeHerz ist nicht im Stande, sich den Drohungen und Gewaltthatenvon Menschen zu beugen, deren Ziele, deren Absichten ich nichtkenne. Glaubt mau, wir könnten die Sklaven gewisser Abgeord-neten von Paris werden?"

*i Von den 2700 Millionen Assignaten, die seit 2 Jahren ausgegebenworden waren, waren noch 24 Millionen übrig, die Ausgaben waren unge-heuer und die Steuern gingen nicht mehr ein.