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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Umkehr der Gironde. Das Verhör.

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So fing sie an, in aller Stille leise inne zu halten und umzu-kehren,. weil sie mehr und mehr sich überzeugte, daß die Rettungdes Königs ihre eigne Rettung sei. Dieser Umschwung war äußerstmerkwürdig ; den ganzen November hatte man sich bemüht, denHaß gegen den „Tyrannen" zu schüren und zu beweisen, daß dieNation ein Recht habe, ihn zu richten, und nun verlangte man,daß er zwar vor Gericht gezogen, aber nicht verurtheilt werde.

Innere und äußere Verhältnisse hatten hier zusammengewirkt.

Als die Jakobiner von der Bergpartei sahen, daß die Debattesich lange hinzog und endlos zu werden drohte, setzten sie die alt-gewohnten Hebel an. Sturmpetitionen kamen, die verlangten, derKönig müsse bald abgethan werden, sonst werde das Volk sich auf-richten in seiner Majestät. Die alte Waffe, die die Gironde einstselber gegen den König geführt, richtete sich jetzt gegen sie, anVerdächtigungen, Verleumdungen, Drohungen gegen die säumigenVerräther fehlte cs nicht.

Das gab Stoff zum Nachdenken.

Auch von Außen kamen Aufklärungen, die ihrem Schwankenein Ende machten, ihnen keine Wahl mehr ließen. Der Plan derGironde war ja nicht, den Krieg ins Endlose fortzusetzen; nachden jüngsten Erfolgen im Osten und Norden konnten sie ihn mitEhren beendigen und mit einem Stück Abrundnng an den Gren-zen dazu; ihre Absicht war, auf einen anständigen Frieden einzu-gehen, um wo möglich in Bündniß zu treten mit einem Staat,der nicht absolutistisch regiert war.

Ein englisches Bündniß lag deßhalb in ihren Plänen. Eswurde damals darüber angeklopft, nicht bloß beim Ministerium,sondern auch bei hervorragenden Führern des Unterhauses.

Fox und andere erleuchtete Staatsmänner, die von Zeit zuZeit die französische Revolution gegen Burke's fanatische Ausfälleunter ihre Fittige genommen, äußerten sich in der Sache entgegen-kommend, erklärten aber' rund heraus, wenn der König getödtetwerde, wäre es ihnen unmöglich, auch nur halbwegs mit ihnenzu gehen.

Der Tod des Königs bedeutete mithin für sie den Weltkriegnach Außen und die Schreckensherrschaft nach Innen; eines wiedas andere hatten sie nie gewollt und konnten sie nicht wollen, siemußten umkehren. Anfangs hatten sie es sich so schön gedacht,