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Fünfter Abschnitt, tz. 18. 19.
Auf die Einzelnheiten eingehend, verweilt er bei der Haltungdes Königs am 10. August.
Der Borwurf, daß er Bürgerblut habe vergießen lassen, warder einzige, den Ludwig XVI. seinen Anklägern nie vergab; Desezeskommt darauf besonders zurück.
„Der König soll schuld sein an dem Blutvergießen des10. August und doch ist weltkundig und von Niemanden geleug-net, daß dieser Aufstand, von langer Hand her vorbereitet, seineAgenten, seine Anstifter, sein Cäbinet und sein Direktorium hatte;doch macht man sich in dem Saal, in dem ich spreche, den Ruhmdieses Tages streitig!
Ihr werft ihm das Blutvergießen vor; ihm, der an jenemTage nur deßhalb in die Nationalversammlung gekommen ist, umzu verhindern, daß Blut vergossen werde, ihm, der sein Lebenlang nie einen Blntbefehl gegeben, der am 6. Oktober in Ver-sailles seinen eignen Garden verboten hatte, sich zu vertheidigen,der in Varennes sich lieber gefangen gab, als daß er ein einzigesMenschenleben in Gefahr gebracht hätte, der am 20. Juni allenangebotenen Beistand ausschlug, um allein in der Mitte des Volkszu bleiben, und der keinen größern Schmerz hat als den, ohneund gegen seinen Willen die traurige Veranlassung der blutigenKatastrophe geworden zu sein. — Habt ihr kein Mitleid, keineSchonung für einen König, dessen Unglück jetzt schon ohne Gren-zen ist? Franzosen, die Revolution, die euch verjüngt, hat großeTugenden in euch wach gerufen, aber seht euch vor, daß sie nichtdie eine Tugend in eurer Seele schwäche, ohne die alle anderennur Lug und Trug sind, die Menschlichkeit.
Hört im Voraus das Urtheil der Geschichte, sie wird sagen:Ludwig hatte mit zwanzig Jahren den Thron bestiegen und mitzwanzig Jahren gab er auf dem Thron das Beispiel der Sitten-reinheit; er brachte keinen lasterhaften Hang und keine verderblicheLeidenschaft mit; er war sparsam, gerecht, streng und zeigte sichohne Unterlaß als ein Freund des Volks. Das Volk wollte dieAufhebung einer unheilvollen Auflage und er hob sie auf; dasVolk verlangte Aufhebung der Leibeigenschaft und er schaffte sieab auf seinen Domainen; das Volk verlangte Reformen und Frei-heit, er gab sie ihm und kam ihm mit seinen Opfern entgegen.Bürger, ich vollende nicht — ich bleibe stehen vor dem Urtheile