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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Dmnouriez's Verrath. Bruch zwischen Danton u. d. Gironde. 4<jZ

er sich — den Convent zu sprengen, die Gefangenen in Templezu befreien und den Sohn Ludwigs XVI. mit der Verfassung von1791 als König auszurufen.

Es ist schwer zu glauben, daß es ihm mit Ludwig XVII. Ernstwar. Bisher hatte er stets den jungen Egalits, den Herzog vonEhartres, überall mit augenfälliger Absicht gepriesen und belobt undwo es nur anging, in ein Helles Licht gesetzt. Es scheint mir kaumzu bezweifeln*), daß dieser sein wirklicher Candidat für die Krone war.Ein begabter talentvoller junger Mann war der Prinz hinlänglichdurch die Revolution hindurchgegangen, um sie zu verstehen unddoch noch mit keiner Handlung befleckt, die ihm den Eintritt in dieReihe der Monarchen Europas verlegt hätte; unter allen bour-bonischcn Prinzen der fähigste, die alte und die neue Ord-nung zu versöhnen. In jeder anderen Lage wäre ein Plan derArt nicht aussichtslos gewesen, in dieser aber war er gänzlichverfehlt.

In Paris hatte mau theils Kunde, theils richtige Ahnungenvon Dumouricz's Vorhaben. Am 26. März Abends trafen ihndrei Conventscommissäre, denen er eine offenherzige Auseinander-setzung über seine Pläne gab. Es fielen heftige Worte über denConvent und die Jakobiner und am Tag darauf that Dumouriezden entscheidenden Schritt: er unterzeichnete mit den Verbündeteneine Punktation, wonach er, während die Oesterreichs zunächst nichtweiter vorrücken würden, an der Spitze seines Heeres nach Parismarschiren und das dortige Regiment in Stücke schlagen wollte,um dann sofort die neue Ordnung aufzurichten. Nur im äußerstenNothfall werde er thätige Unterstützung der österreichischen Armeein Anspruch nehmen.

Eben jetzt kam der Kriegsminister mit vier Conventscommissarenan, um Dumouriez zur Verantwortung nach Paris zu laden oder,falls er sich weigere, ihn fest zu nehmen.

Dumouriez ließ sie verhaften und den Österreichern über-geben. Alles kam jetzt auf die Truppen an und diese ließen ihrenGeneral im Stich; die Nationalgarde meuterte offen, die Linie,die sie haßte, wagte nicht, ihm zu folgen und so begegnete ihm nochSchlimmeres als Lafayette; der konnte noch mit Ehren sein Com-

* sGegeu diese Auffassung: Sybel II. 215.)

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