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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Letztes Ringen und Sturz der Gironde.

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ins Palais Royal und schwelgten in der gegenseitigen Bewunde-rung ihrer Virtuosität. Hatte Vergniaud eine seiner großen Redengehalten, dann erholte er sich im Kreise einer ihm bekannten Fa-milie, tändelte mit den Kindern, scherzte mit den Damen und ließes sich wohl sein. Daß den Reden die That folgen müsse unddaß diese mit parlamentarischen Siegen nicht durchgesetzt war, dashaben sie nie begriffen. Diese kindliche Naivetät, dieser Aberglaubean die Allmacht ihrer Worte, diese Scheu vor der Aufregung ent-schlossener That ist auch jetzt nicht von ihnen gewichen, da es sichfür sie um Tod und Leben handelte.

So kam es, daß während sie den großen Schlag, der sie be-drohte, noch auf einige Zeit abzuwehren vermochten, ihnen im Ein-zelnen Niederlage auf Niederlage begegnete und der Feldzug fürsie fast schon verloren war, noch ehe es zur eigentlichen Haupt-schlacht kam. Eine Reihe von Dekreten ging durch, die sie niehätten passiren lassen dürfen, die sie statt dessen theils matt be-kämpften, theils als echte Natnrkinder der Politik zu spät ins Augefaßten, wenn sie bereits selber die Spitze, die darin lag, an sichempfunden hatten.

Ein alter Lieblingswunsch der Patrioten in den Clubs undin den Vorstädten war ein Max im um zunächst für den Brod-preis; auf keiner der zahllosen Sturmadressen fehlte diese Forde-rung des Volkes, keine Rede wurde in diesen Kreisen gehalten,keine Versammlung ging auseinander, ohne daß sich die Köpfedarüber erhitzt hätten. Immer waren diese Anträge bisher vomLonvent abgeworfen worden; jetzt am 2. Mai ging er durch, 8000Vorstädter hatten eine grobe Demonstration gemacht, die ihresEindrucks nicht verfehlte. Man nahm einen Maximums- odervielmehr Minimumspreis für das Getreide, der kaum die Pro-duktionskosten deckte und beging damit einen furchtbaren Raub andem ackerbauenden Theil der Bevölkerung.

Ein andrer Lieblingsgedanke derselben Art war eine Brand-schatzung der Reichen unter dem Namen einer Zwangsanleihezu Kriegszwecken. Hier hatte Montpellier ein »«verächtliches Bei-spiel mit einer Erpressung von 5 Millionen gegeben, Paris wolltenicht zurückbleiben und schrieb eine solche Anleihe von 12 Millionenauf die reichen Pariser aus, aber hier brach sich der Terrorismusan einem unerwarteten Widerstand, der ruhige Bürger widersetzte