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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Die Schreckcnszeit.

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richt geweiht sind. — Der Name Lyon wird gestrichen aus derReihe der Städte der Republik. Der Haufe von Häusern, diegeschont werden, wird künftig den Namen führen villo ollianellio.Auf den Ruinen von Lyon wird eine Säule sich erheben, welcheder Nachwelt Kunde geben soll von den Verbrechen und der Be-strafung der Royalisten dieser Stadt, mittelst der Inschrift: Lyonführte Krieg gegen die Freiheit, Lyon ist nicht mehr."

Der Einfall, die blühendste Handels- und Gewerbestadt Frank-reichs in ein von Trümmerhaufen umgebenes Dorf zu verwandeln,erschien selbst einem Couthon zu wahnsinnig, er schleppte dieExekution hinaus; man mußte Leute wie den verdorbenen Schau-spieler Collot d'Herbois und den Fanatiker Fouchö anstellen,um die Barbarei in Gang zu bringen. Die würden den Auftragx buchstäblich vollzogen haben, wenn nicht das Linienmilitär derMetzeleien und Plünderungen des Revolutionsheeres endlich müde,offen gemeutert und dadurch einigermaßen Einhalt geboten hätte.Aber was trotzdem geschah, war schon entsetzlich genug. Bis zumEnde December waren gegen 6000 Menschen durch Guillotine undMitrailladen hingemordet, ganze Straßen dem Erdboden gleich-gemacht und der Wohlstand des reichen Handelsplatzes durch einmaßloses Raub- und Plünderungssystem auf Jahrzehnte hinausvernichtet. Napoleon hat nachher mit wenig Erfolg unsäglicheAnstrengungen gemacht, die alte Blüthe wieder hervorzuzaubern.

Von den beiden Henkern Lyons ist jenes klassische Schriftstücküber das Ziel der Revolution ausgegangen,*) welches mit dem be-zeichnenden Satze anhebt: „Denen, die im Sinne der Re-volution handeln, ist Alles erlaubt, für den Republikanergiebt es nur eine Gefahr, die, hinter den Gesetzen der Republikzurückzubleiben. Wer ihnen zuvorkommt, übertrifft sie; wer glaubt,sie überholt zu haben, hat sie oft noch nicht einmal erreicht."

Eine andere Stelle lautet: „Um wahrhaft republikanisch zusein, muß jeder Bürger in sich selber eine Revolution durchmachen;seine Grundsätze, seine Empfindungen, seine Handlungen, Allesmuß neu werden. Ihr seid unterdrückt, ihr müßt eure Unter-drücker niederschmettern. Ihr dürft keinen andern Gottesdienst alsden der Freiheit, keine andere Sittlichkeit als vie der Natur haben."

I (Besprochen bei Barante III, 408 fs. Vgl. Sybel II, 427.)