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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Der 9. Thcrmidor.

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geworden in Bestimmung der Feinde des Vaterlandes und derRepublik. Auch ihre Kraft versagte sich dem sinkenden Terrorismus.

Die Werkzeuge des Schreckens waren nicht mehr die alten.An der Spitze der bewaffneten Macht, die 1793 gebildet wordenwar, stand Henriot, ein gemeiner Mensch, der persönlich an denSeptembermordthaten theilgenommen. Auch er war der Alte nichtmehr. Gegen die Girondisten hatte er einst entschieden Muth be-wiesen, jetzt fand er ihn nicht wieder. An diesem Tage hatte ersich Muth angetrunken, sprengte halb benebelt durch die Straßen,verhaftete Merlin, der entkam , wurde dann selbst verhaftet undwußte auch wieder zu entrinnen. Da erklärte ihn der Convent1 ,i' 08 erit, lwi-8 In loi. Indessen sammelten sich doch die Streit-kräfte der Jakobiner, die 1200 Kanoniere stellten sich mit ihrenGeschützen auf dem Greveplatz auf, um das jetzige Hauptquartier- der Schreckensmänncr zu schützen. Hier auf dem Stadthaus saßRobespierre und seine Partei. Aber Entschluß, Geistesgegenwart,Thatkraft war von ihnen gewichen. Robespierre selbst war ge-brochen, wie gelähmt saß er da und klagte in weinerlichem Tonüber den Verrath und die Schlechtigkeit, die ihn betroffen.

Mittlerweile hatte auch der Convent seine Schaaren gesam-melt. Es war freilich eine gemischte Gesellschaft, ein Theil deralten Conventsgarde, der Föderirten von 1792, ein Theil der über-getretenen Kanoniere, ehemalige Nationalgarde aus den mittlerenQuartieren: das Alles wogte in buntem Knäuel durcheinander zumStadthaus. Hier hätte es zu einer letzten blutigen Entscheidungkommen können, das undurchdringliche Gewinkel von Gassen, wiees hier noch vor wenig Jahren bestand, war wie ausgesucht zueinem schrecklichen Straßenkampf. Aber die Jakobiner hatten dieThatkraft nicht mehr und die gewohnten Waffen versagten ihnenunter den Händen.

Als Henriot seinen Kanonieren Feuer kommandiren wollte,wurde der Achtsbeschluß gegen ihn verlesen und nun drehten dieMannschaften ihre Geschütze um und weigerten sich zu schießen.Henriot selbst entkam noch eben nach dem Stadthaus. Die Zeitder Straßenkämpfe war vorbei, für den Terrorismus schlug sichNiemand mehr, bald lief ihm die ganze bewaffnete Macht auseinanderund die Männer des Convents kamen ungefährdet auf das Stadt-haus. Dieselben Führer, die sonst Robespierre gedient, räumten