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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Das Direktorium. Babeuf.

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Die Anarchisten waren dadurch noch nicht entmuthigt. Dasbeweist der Austritt auf dem Camp dc Grell eile am 9. Sept.Ein Haufe von 6 700 Menschen mit Pistolen, Stoßdcgen undSäbeln bewaffnet, erschien dort mit dem Ruf: Es lebe die Re-publik! Es lebe die Verfassung von 1793! Nieder mit den Räthen!Nieder mit den neuen Tyrannen! und suchte die dort aufgestelltenTruppen zu verführen. Es war vergebens; die Rebellen wurdenmit Waffengewalt niedergeworfen und die Rädelsführer gefangen.Mit Bewilligung des Raths der Fünfhundert wurde eine Militär-commission bestellt und die Anstifter der Verschwörung (daruntermehrere Terroristen) vcrurtheilt und hingerichtet.

Kaum war die Babeuf'sche Sache in den Hintergrund getre-ten, als am 31. Januar 1797 eine neue Botschaft des Direkto-riums die Entdeckung einer roh alisti scheu Verschwörunganzeigte. Die Machtmittel, über die dieses Complott verfügte,waren nicht so besorgnißerregcnd, als der neue Beweis für dieunleugbare Thatsache, daß eine tiefe Verstimmung über das ganzeRegiment durch die Nation ging und sich immer tiefer auch ind?n gesetzgebenden Körperschaften selber festsetzte. Die Wahlen von1796 und 1797 brachten jedesmal Elemente in die Räthe, die,wenn nicht entschieden bourbonisch, so doch sehr schlecht republika-nisch gesinnt waren. Alle Mittel, sich dieses Umschwungs zu er-wehren, schlugen fehl. Widerrechtlich wurren im April d. I. eine

Starken und die Schlechten angegriffene Gleichheit zu vertheidigen und allegemeinschaftlichen Genüsse durch die gemeinsame Arbeit zu vermehren.

3. Die Natur bat Jedem die Verpflichtung auferlegt, zu arbeiten; Nie-mand kann sich, ohne ein Verbrechen zu begehen, der Arbeit entziehen.

1. Die Arbeiten und Genüsse müssen gemeinsam sein.

5. Die Unterdrückung ist da, wo der Eine sich durch Arbeit erschöpft undAlles entbehren muß, während der Andere im Ueberflusse schwimmt, ohneEtwas zu thun.

6. Niemand hat ohne Verbrechen sich ausschließlich die Güter des Bodensoder der Industrie aneignen können.

7. In einer wahren Gesellschaft darf es weder Reiche noch Arme geben.

8. Die Reichen, die dem Ueberflusse nicht zu Gunsten der Bedürftigenentsagen wollen, sind Feinde des Volks.

S. Niemand kann durch Anhäufung aller Mittel den Andern des für seinGlück nothwendigen Unterrichts berauben; der Unterricht muß gemeinsamsein rc. re.