I. Kinderlieber
2. Schlaf', Kindlein, schlaf'! amHimmel ziehn die Schaf': die Sternleinsind die Lämmerlein, der Mond, der istdas Schäferlein. Schlaf', Kindlcin,schlaf'!
3. Schlaf, Kindlein, schlaf! Christ-kindlein hat ein Schaf, ist selbst das liebeGotteslamm, das um uns all' zu Todekam. Schlaf, Kindlein, schlaf!
4. Schlaf, Kindlein, schlaf! so schenk'ich dir ein Schafmit ekner goldnenSchellesein, das soll dein Spielgeselle sein.Schlaf, Kindlein, schlaf!
5. Schlaf, Kindlein, schlaf! und blök'nicht wie ein Schaf! sonst kommt desSchäfers Hündelein und beißt mein bö-ses Kindelein. Schlaf, Kindlein, schlaf!
6. Schlaf, Kindlein, schlaf! Geh'fort und hüt' die Schaf, geh' fort, duschwarzes Hündelein, und weck' mir nichtmein Kindelein! Schlaf, Kindlein,schlaf!
Aus des Knaben Wunderhvrn.
S. Gänslein und Kikelchen.
1. Eiapopeia, was raschelt imStroh !die Gänslein gehn barfuß und habenkeine Schuh, der Schuster hat's Leder,kein Leisten dazu, kann er den Gäns-lein auch machen kein Schuh.
2. Eia popeia, schlag's Kikelchentodt, legt mir keine Eier, und frißtmir mein Brot! rupfen wir ihm danndie Federchen aus, machen dem Kind-lein ein Bettlein daraus.
3. Eia popeia, das ist eine Noth,wer schenkt mir ein Heller zu Zuckerund Brot? verkauf ich mein Bettleinund leg' mich aufs Stroh, sticht michkeine Feder und beißt mich kein Floh.
Aus des Knaben Wunderhvrn.
O. Zwei Wiegen.
1. Eia im Sause, zwei Wiegen ineinem Hause, soll der Vater nicht wer-
den bang, um zwei Wiegen in einemGang! eia im Sause.
2. Eia wiwi! wer schläft heut Nachtbei mir? soll's mein liebes Hänschensein, wird es auch hübsch freundlichsein? eia wiwi.
3. Eia pum pum, unser kleiner Jung,will noch nicht alleine schlafen, willsich noch rumpumpeln lassen, eia pumpum.
4. Eia polek, kocht dem Schelm einBrei, thut brav Zucker und Buttenhinein, so kriegt der Schelm ein ge-schmeidigen Sinn, eia polei.
5. Eia schlaf' süße, ich wieg' dich mitden Füßen, ich wieg' dich mit demschwarzen Schuh, schlaf, mein Kind,schlaf immer zu. Eia schlaf' süße.
ü. Eiapopeien, willst du immer schrei-en, flenn' eins aus der Geigen, kannst dunit geschweigcn, eia popeicn.
7. Eia popille, schweigst du mirnicht stille, geb' ich dir, du Sünderlein,die Ruthe vor dein Hinterlein, eiapopille.
Aus dcs Knaben Wunderhvrn»
V. Schaf und Kuh.
Schlaf, Kindechen, schlaf! vor derThüre steht 'n Schaf; auf der Flur steht'.ne bunte Kuh; Kindechen, thu dieÄuglein zu! Schlaf, Kindechen, schlaf!
8. Mitbringen.
Höre, mein Kindchen, was will ichdir singen, Äpfel und Birnen sollVater mitbringen, Pflaumen, Rosinenund Feigen, mein Kindchen soll schla-fen und schweigen.
». Väterchen.
Schlaf, mein Kindchen, schlaf ein,schlaf in guter Ruh'! der liebe Gottwird dein Väterchen sein,„ schlafe sanftund ruhig ein, mach' die Äuglein zu!