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Liederbuch des deutschen Volkes
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I. Kinderlieber

»v. Butzemann.

Es tanzt ein Butzemann in unsermHaus herum di dum, er rüttelt sich, erschüttelt sich, er wirst sein Säckchen hin-ter sich, es tanzt ein Butzemann in un-serm Haus herum»

38. Himmelsschäfchen.

1. Was treibt ihr dort in ferner Höh'am blauen Himmelsbogen? Ihr liebenSchäfchen weiß wie Schnee, woherkommt ihr gezogen?

. 2. Ihr habt vielleicht im fernen Gaunicht Weide satt gefunden? Drum kommtherab auf unsre Au, da wird's euchweidlich munden.

3. Umsonst! ihr eilet immerfort hochüber uns hinüber! Habt ihr wohl einenandern Ort und andre Weide lieber?

4. Gewiß, ihr kämet gern herab aufunserm Grün zu weiden, der Hirte mitdem Hund und Stab der wird es nurnicht leiden!

3. Schneer.

3». Wenn's Kind rutscht.

Nach vornen und hinten guckt's über-all um: kann Deutschland nicht finden,rutscht alleweil drauf 'rum! Tralala,Lralala rc.

40. Mählämmchen.

1. Mäh Lämmchen, mäh! DasLämmchen lauft in Wald,*) da stießsich's an ein Steinchcn, that ihm wehsein Beinchen, da schrie das Lämmchenmäh!

2. Mäh Lämmchen rc. Da stieß sich'san ein Stöckelchen, that ihm weh seinKöppelchen, da schrie dasLämmchen mäh!

3. Da stieß sich's an ein Sträu-chelchen, that ihm weh sein Bäuchel-chen rc.

*) Lauft in Schnee.

4. Da stieß sich's an ein Hölzchen,that ihm weh sein Hälschen rc.

Wird gesungen, Wenn sich das Kind gesto-ßen hat.

4».DieKinderartig zumachen.

1. Es kam ein Herr zum Schlößliauf einem schönen Rößli; da lugt dieFrau zum Fenster aus und sagt:DerMann ist nicht zu Haus;

2. Und Niemand heim, als Kinder,und 's Mädchen auf der Winden." DerHerr auf seinem Rößli sagt zu der Frauim Schlößli:

3. ,Sind's gute Kind, si'nd's böseKind? ach, liebe Frau, das sagt ge-schwind!^" Die Frau, die sagt:Sehrböse Kind, sie folgen der Mutter nichtgeschwind."

4. Da sagt der Herr: ,So reit' ichheim; dergleichen Kinder brauch' ichkein!"/ Und reit't auf seinem Rößliweit, weit entweg vom Schlößli.

Volkslied.

4S. An den Mai.

1. Komm' lieber Mai und mache dieBäume wieder grün, und laß uns andem Bache die kleinen Veilchen blühn!Wie möchten wir so gerne ein Blümchenwieder sehn, und in die frische Ferne,in's grüne Freie gehn!

2. Komm', mach' es bald gelinder,daß alles wieder blüht! dann wird dasFlehn der Kinder ein lautes Jubellied.O komm' und bring' vor allen uns vieleRosen mit! bring' auch viel Nachtigal-len und schöne Kukkuks mit.

Aus den Liedern der 3ugend.

43. Die Vöglein.

1. Wir schmausen so gerne, die Vög-lein und ich, die Kirsche, die Pflaume,sie wachsen am Baume, die Eine für sie,die Andre für mich.