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I. Kinderlieber.
8. Da wir nun hier schöne Herrnund Fraun, aber keine Ochsen undEsel schaun, so sind wir nicht am rech-ten Ort und ziehen unseres Weges wei-ter fort.
Göthr.
««. Frühlingslled.
1. Tra, ri, ro! der Sommer derist do! Wir wollen 'naus in Garten,-!und woll'n des Sommers warten. Jo,jo, jo! der Sommer der ist do!
2. Tra, ri, ro! der Sommer derist do! Wir wollen hinter die Heckenund woll'n den Sommer wecken. Jo, rc.
3. Tra, ri, ro! der Sommer derist do! Der Sommer hat gewonnen,der Winter hat's verloren. Jo rc.
4. Tra, ri, ro! der Sommer derist do! Zum Biere! zum Biere! derWinter liegt gefangen, und wer nichtdazu kommt, den schlag'n wir mitStangen. Jo rc.
5. Tra, ri, ro! der Sommer derist do! Zum Weine! zum Weine! inmeiner Mutter Keller liegt guter Mus-kateller. Jo rc.
6. Tra, ri, ro! der Sommer derist do! Wir wünschen dem Herrn ein'ngoldenen Tisch, aus jeder Eck ein'ngebacknen Fisch, und mitten hinein dreiKannen voll Wein, daß er dabei kannfröhlich sein. Jo rc.
In seincm Grundtone uraltes Volkslied.
Wurde noch gegen Ende des 18. Jahrh.
zum Sonntage Lätare von festlich herum-ziehenden Lindern am Rheine gesungen.
Zuerst abgedruckt im deutschen Museum,
1778. Neu componirt von M. v. Weber.
«1. Palmensonntag.
Palm, PalmBoschen, laßt den Kuk-kuk röschen, sitzt ein Männchen hinterder Thür, 's wollte gern 'nen Kring-
ling haben, mir einen, dir einen, allenguten Kinderchen einen.
Mit diesem Verse gehn die Linder in Wrst-phalen am Palmensonntage Luchen bitten,die Blüthen (Boschen) der Saalweide an-statt der Palmenzwcige in den Händen.
«S. Sommerverkündigung.
1. Hans Boß heißt er, Schelmstückweiß er, die er nicht weiß, will er leh-ren, Haus und Hof verzehren. Brotauf die Trage, Speck auf die Wage,Eier in's Nest: wer mir was giebt,der ist der Best!
2. Als ich hier vor diesem war, warhier nichts als Laub und Gras, dawar auch hier kein reicher Mann, deruns den Beutel füllen kann mit einemSchilling, drei, vier, oder mehr, wenn'sauch ein halber Thaler wär'!
3. Droben in dem Haussirst hangendie langen Mettwürst', gebt uns vonden langen, laßt die kurzen hangen!sind sie etwas kleine, gebt uns zweifür eine! sind sie ein wenig zerbrochen,so sind sie leichter zu kochen; sind sieetwas fett, je besser es uns schmeckt.
Hiermit zogen die Linder in Holstein, einentodten Fuchs oder dessen Puppe in einemKorbe, von HauS zu Haus.
«». Armer Kinder Bettellied.
1. Es sckngen drei Engel einen sü-ßen Gesang, mit Freuden es im Him-mel klang; sie jauchzten fröhlich auchdabei, daß Petrus sei von Sündenfrei, von Sünden frei.
2. Denn als der Herr Jesus zuTische saß, mit seinen zwölf Jüngerndas Abendmahl aß, so sprach der Herr-Jesus : „Was stehest du hier, wennich dich ansehe, so weinest du mir, soweinest du mir."
3. ,„Ach', sollt' ich nicht weinen,du gütiger Gott! ich hab' übertreten