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Liederbuch des deutschen Volkes
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Kmderleidcn

15

die zehen Gebot; ich gehe und weineja bitterlich, ach komm, erbarme dichüber mich, ach über mich/"

4.Hast du dann übertreten diezehen Gebot, so fall' auf die Knie undbete zu Gott, und bete zu Gott nurallezeit, so wirst du erlangen die himm-lische Freud', die himmlische Freud'."

5. Die himmlische Freud' ist eineselige Stadt, die himmlische Freud',die kein End' mehr hat, die himmlischeFreude war Petro bereit, durch Jesumuns allen zur Seligkeit, zur Seligkeit.

Aus des Knaben Wunberhorn.

«4. Der jüngste Tag.

Wenn der jüngste Tag will werden,fall'n die Sternlein aus die Erden,neigen sich die Bäumelein, singen dieWaldvögelein, kommt der liebe Gottgezogen auf einem schönen Regenbo-gen. Ihr Todten, ihr Todten sollt auf-erstehn! ihr sollt zu Gottes Gerichtegehn, ihr sollt treten auf die Spitzen,wo die lieben Englein sitzen; ihr sollttreten auf den Plan. Nehm' euch derliebe Gott zu Gnaden an.

In Sachsen sprechen arme Kinder mit die-sem Liede um eine Gabe an.

«s. Die Bettelfrau und daskranke Kind.

Eia, popeia, popole, unser Herr-gottche wird dich bald hole! kömmter mit dem güldenen Fädche, legt dichhinunter in's Gräbche: über mich, überdich, kummer mitnander in's Himmel-rich!

AuS des Knaben Wunderhorn.

««. Das kranke Kind.

1. In finstrer Kammer um Mitter-nacht das arme kranke Kind nochwacht, es hört die Glocken zur Christ-mett läuten, die fröhlichen Nachbarn

zur Kirche schreiten, und klagt im Stil-len seinen Harm:Ach wär' die Mut-ter nicht so arm! möcht' auch dasChristfest mit begehn, die finstre Kam-mer erleuchtet sehn!

2. Die Nachbarskinder gesund undfrisch erfreuen sich all' an dem buntenLisch! ach, wenn ich doch an meinemBette ein Lichtlein nur, einen Apfelhätte! da wollt' ich mich auch wie sieerfreun im kleinen ruhigen Kämmer-lein; vergäße mein Leid und allenHarm, doch gute Mutter ist gar soarm!"

3. Und als es tiefer sein Leid em-pfand, da sieht es Wunder in seinerHand: aus der Rechten gülden denApfel blinken, ein brennend Kerzleinin der Linken! Und wie es hold inden Apfel blickt, das Flämmchen denfreudigen Blick verklärt: da ward esleise der Erd' entrückt, ihm hatten dieEngel im Himmel bescheret.

G. Schöne.

«r Zu spät.

1.Ach Mutter, ach Mutter, eshungert mich! gieb mir Brot, sonststerbe ich." ,Warte nur, mein liebesKind! morgen wollen wir säen ge-schwind.

2. Und als das Korn gesäet war,schrie das Kind noch immerdar:AchMutter, ach Mutter, es hungert mich!gieb mir Brot, sonst sterbe ich."

,Warte nur, mein liebes Kind, mor-gen wollen wir ärndten geschwind.",

3. Und als das Korn geä'rndtet war,schrie das Kind noch immerdar:AchMutter, ach Mutter, es hungert mich !gieb mir Brot, sonst sterbe ich!",Warte nur, mein liebes Kind! mor-gen wollen wir mähen geschwind/"