Buch 
Liederbuch des deutschen Volkes
Entstehung
JPEG-Download
 

Turnlkeder.

19

kommen, da haben den Ger wir genom-men in dem Feld; ihn kräftig zu schwin-gen, zum Ziel ihn zu bringen, dasstärket den Arm, macht rüstig und warm.

4. Wenn muthiq sich tummeln dieKnaben, zu tief ist wohl nimmer einGraben in dem Feld; wir springen dar-über, hinüber, herüber, es freuet unssehr, und suchen uns mehr.

5. Die Gipfel der Bäume uns nicken,mögen gerne da oben wohl blicken indas Feld. Auf's Roß wir uns schwin-gen, wir führen die Klingen und wer-fen den Stein in die Wolken hinein.

6. Wer mag wohl die Dinge all'zählen, die muthige Turner sich wäh-len in dem Feld, die Glieder zu rek-ken, den Muth zu erwecken, mit kräft'-gem Gewinn zu stärken den Sinn.

7. Drum wer sich nun wacker willnennen, der mag sich als Turner be-kennen in dem Feld. Er soll mit unsringen und laufen und springen, sogewinnet er bald viel Muth und Gewalt.

8. Wenn die Trommeln zum Kriege«inst schlagen, die Turner wohl nimmerVerzagen in dem Feld. Wir wissen zustreiten, den Sieg zu bereiten; im Ernstwie im Scherz der Turner hat Herz.

E. Ferd. August (Schlee.). 1813.

8S. Turngemeinde.

<Weise: Frisch auf, frisch aufmitraschcmFlug.)

1. Wer hat so frisches leichtes Blutwohl in der ganzen Welt, als Turn-gebrüder wohlgemuth auf ihrem freienFeld l Sie schwingen sich wie Vögeleinauf grünem Eichenzweig, die freie,gleiche Turngemein' nach Gottes Fin-gerzeig.

2. Und wer im bunten Lebensspiel,im Scherze wie im Schmerz, wasÄchtes, Rechtes gelten will, muß hab'nein kühnes Herz, das stark und stolzzu schalten weiß, wo's Müh'n und

Arbeit gilt : im Kampfe muthig, wildund heiß, im Frieden fromm und mild.

3. Wir wissen nichts von arm undreich, von Titel, Rang und Stand,Turnbrüder sind in allem gleich, ihrGut heißt: Vaterland! Der Turnerliebt, was recht und wahr, was treuund bieder ist, den festen Fechter inGefahr, den freien, frommen Christ.

Christian Sartorius. 1819.

8». Turnerfrühling.

1. Heraus aus der Kluft! hinein indie Luft, muntre Turner groß undklein! fort Bücher und Schrift, fortSchiefer und Stift, draußen muß ge-turnet sein. Der Sommer ist ja ge-kommen, die Bäume sind so grün!Ho, ho, ho! laßt uns frisch und frohzum Turnen hinaus in die Schrankenziehn!

2. Was gafft ihr Herfür aus Fen-ster und Thür? Wollt ihr unsre Künstesehn? verlasset das Haus, kommt mituns hinaus, munt'rer wird das Bluteuch gehn. Der Sommer ist ja ge-kommen rc.

3. Wer männlichen Muth verspüretim Blut, will versuchen, was er kann:auf ebener Erd' er's wenig erfährt,drum klimmt er himmelan. Der Som-mer ist ja gekommen rc.

4. Schon winkt uns der Raum mitSchwingel und Baum, Stangen, Bar-ren, Reck' und Tau! Bald geht esan's Ziehn, bald werden wir kühnhangen in der Lüste Blau. Der Som-mer ist ja gekommen rc.

81. Turnerzeit.

(Weis«: Tra, ri, ro, der Sommer rc.)

1. Trarira! die Turnerzeit ist da!Es weckt die warme Sonne im Herzenneue Wonne. Trarira! die Turnerzcitist da!

2 *