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Liederbuch des deutschen Volkes
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Wanderlieder.

27

mir so weh , daß ich auf immer vomLiebchen geh'.

3. Einen Kuß noch von rosigen Lip-pen, und ich fürchte nicht Sturm undnicht Klippen. Brause, du See! Sturm-wind, o weh'! Wenn ich mein Liebchen !nur wieder seh'!

4. Und seh' ich dieHeimath nicht wie-der, reißen die Fluthen mich niedertief in die See: Liebchen, Ade! wennich dich droben nur wieder seh'!

Wird nach der Weise von Pohlenz viel ge-sungen.

108. Schifferlied.

1. Das Schiff streicht durch die Wel-len, Fidolin! Born Ost die Segel schwel-len, Fidolin! Verschwunden ist derStrand in der Ferne, o wie gerne wär'ich doch im Heimathland! RosabellaFidolin.

2. Ihr dunkelblauen Wogen, wokommt ihr hergezogen? Kommt ihr vonfernem Strand? Laßt sie rollen, dennsie sollen noch zurück zum Heimathland.

3. Und bei der Welle Rauschen wirdsie am Ufer lauschen, o dann dringt hinzu ihr, sie zu grüßen, sie zu küssen,sagt ihr viel, recht viel von mir.

4. Wenn auch die Wogen brausen,wenn wilde Stürme sausen, so denk'ich nur an dich, daß mir bliebe deineLiebe, und kein Sturm erschüttert mich.

5. Was ich jetzt fern muß singen,einst wird dir's näher klingen, ein Jahrist bald vorbei; meine Lieder bring' ichwieder und mit ihnen meine Treu.

Brassier.

LOS. In der Ferne.

(Weise: So viel Stern' am Himmel stehen.)

1. Nun leb' wohl, du kleine Gasse,nun ade, du stilles Dach! Vater,Mutter sah'n mir traurig und dieLiebste sah mir nach.

2. Hierin weiter, weiter Ferne, wie'smich nach der Heimath zieht! lustigsingen die Gesellen, doch es ist ein fal-sches Lied.

3. Andre Städtchen kommen freilich,

! andre Mädchen zu Gesicht, ach! wohl

sind es andre Mädchen, doch die Eineist es nicht.

4. Andre Städtchen, andreMädchen,ich da mitten drin so stumm! AndreMädchen, andre Städtchen, o wie gernekehrt' ich um!

Albert Gras Schlippenbach.

1LO. Reiselied.

(Weise: Es stehen drei Sterne am Himmel.)

1. Durch Feld und Buchenhallen,bald singend, bald fröhlich still, rechtluftig sei vor allen, wer's Reisen wäh-len will!

2. Wenn's kaum in Osten glühte,die Welt noch still und weit: da wehtrecht durch's Gemüthe die schöne Blü-thenzeit!

3. Die Lcrch' als Morgenbote sichin die Lüste schwingt, eine frische Rei-senote durch Wald und Herz erklingt.

4. O Lust, vom Berg zu schauenweit über Wald und Strom, hoch übersich den blauen, tiefklaren Himmelsdom !

5. Vom Berge Vöglein fliegen undWolken so geschwind, Gedanken über-fliegen die Böge! und den Wind.

6. Die Wolken ziehn hernieder, dasVöglein senkt sich gleich, Gedanken gehnund Lieder fort bis in's Himmelreich.

Joseph Freiherr v. Eichendorff.

1»1. Der Fußgänger.

(Weise: Ich hab' mein Sach aufnichts gestellt.)

1. Zu Fuß bin ich gar wohl bestellt,juchhe! drum wandr' ich durch die weiteWelt, juchhe! Und wer nicht gut mar-schiren kann, der such' sich einen andernMann, bei mir kommt er nicht an.Juchhe!