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Liederbuch des deutschen Volkes
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III. Studentenlieder

5. Und heut geschworen sei's aus'sNeue, und sei gehalten fort und fort:dem Vaterlande deutsche Treue, undGlauben an der Tugend Wort, undFreiheittrotz der Zwingherrn Streben,und Wachen ob der Ehr' Gebot, undunserm Bunde Leib und Leben in Kampsund Sieg, in Noth und Tod!

1LS. Bei Auflösung der Bur-schenschaft in Jena.

1. Wir hatten gebauet ein stattlichesHaus, und drin auf Gott vertrauettrotz Wetter, Sturm und Graus.

2. Wir lebten so traulich, so einig,so frei, den Schlechten ward es grau-lich, wir hielten gar zu treu.

3. Sie lugten, sie suchten nach Trugund Verrath, verleumdeten, verfluchtendie junge, grüne Saat.

4. Was Gott in uns legte, dieWelt hat's veracht't, die Einigkeit er-regte bei Guten selbst Verdacht.

5. Man schalt es Verbrechen, mantäuschte sich sehr; die Form kann zer-brechen, die Liebe nimmermehr.

6. Die Form ist zerbrochen, von au-ßen herein, doch, was man drin gero-chen, ist eitel Dunst und Schein.

7. Das Band ist zerschnitten, warschwarz, roth und gold, und Gott hates gelitten, wer weiß, was er gewollt.

8. Das Haus mag zerfallen. Washat's denn für Noth? Der Geist lebtin uns allen, und unsre Burg ist Gott!

August Binzer. 26. Nov. 1819.

LL». Der Landesvater.

1. (Präses:) :,: Alles schweige! Je-der neige ernsten Tönen nur sein Ohr!:,:Hört, ich sing' das Lied der Lieder,hört es, wackre deutsche Brüder, :,: hall'es:,: wieder, froher Chor. (Chor:)Hört, er singt rc.

2. Deutschlands Söhne, laut ertöne

euer Vaterlandsgesang! Dem Beglückerseiner Staaten, dem Vollender edlerThaten, töne unser Lobgesang. (Chor:)Dem Beglücker rc.

3. -') lebe! ihn erhebe jeder

brave Musensohn ! Herz und Hand dir,Herr, zu weihen, sammeln wir uns

hier in Reihen, segnen dich auf-")

Thron. (Chor:) Herz und rc.

4. Hab' und Leben dir zu geben sindwir allesammt bereit, sterben gern zujeder Stunde, achten nicht die Todes-wunde, wenn's das Vaterland gebeut.(Chor:) Sterben rc.

5. Lied der Lieder, hall' es wieder,groß und deutsch sei unser Muth! Sehthier den geweihten Degen, thut, wiebrave Bursche pflegen, und durchbohrtden freien Hut!

6. (Chor:) Wer's nicht fühlet, selbstnicht zielet stets nach deutscher MännerWerth, soll nicht unsern Kreis entehren,nicht bei unserm Becher schwören, nichtentweihn das deutsche Schwert!

7. Seht ihn blinken in der Linkendiesen Degen, nie entweiht! Ich durch-bohr' den Hut und schwöre: halten willich Burschenehre, üben Treu und Red-lichkeit.

8. (Präses reicht den Schläger sei-nem Nachbar.) Nimm den Becher, wack-rer Archer, vaterländ'schen Weines voll.Nimm den Degen in die Linke, bohr'ihn durch den Hut und trinke auf desVaterlandes Wohl.

9. (Einer:) Landesvater, Schutz und

Rather, unser-lebe hoch! ewig

soll mein König leben! und mein Mäd-chen auch daneben! er für alle, sie fürmich!"')

*> Ncime des Regenten. **) Name des Landes.*") Dieser VerS wurde von den Einzelnenwiederholt, bis alle Hüte durchbohrt waren,wobei die zweite Hälfte des Verses lubitum