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Liederbuch des deutschen Volkes
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Neue Commerslieder,

53

den grimm, den Freunden hold, dieTugend hoch erhebet.

6. Im Winnfeld sühnt' einst unsreSchmach Hort Hermanns Blutvergie-ßen : drum soll ihn noch beim Feftgelagder letzte Hochklang grüßen.

Berlin, 1817.

1 - 8 . Unser Berather.

1. Nie kommen auf die Ruhgedan-ken, die faul sich sperren kühnem Stre-ben; des Lebens Kraft wird nie erkran-ken, so lang' am Rhein noch blühenReben. Du Trank der Kraft, oalter Wein, sollst ewig mein Berathersein !

2. Und wenn das Herz in trübenStunden an deutscher Freiheit will ver-zagen, du, Rheinwein, machst es flugsgesunden, es träumt von künft'gen schö-nen Tagen. Du Trank derFreiheit,deutscher Wein, sollst ewig mein Be-rather sein!

3. Den blauen Himmel seh' ich offen,sprühn mir des Weines goldne Funken:ein treues Herz darf Treue hoffen, zurLiebe hab' ich Muth getrunken. DuTrank der Liebe, edler Wein, sollstewig mein Berather sein!

Karl Göttling.

1 -» Rheinweinlied.

1. Rheinwein nur aus Römerbecherntrink', o deutscher Mann! Trotz gebo-ten allen Zechern, die des Rheines goldneSonne nie durch milde Frühlingswonnegrüner Römer funkeln sahn.

2. Merkt, aus Römerschädeln tran-ken unsre Väter Wein; seien's Römer,seien's Franken, wer die Freiheit kommtzu rauben, dessen Kops soll deutscherTrauben festlich froher Becher sein.

3. Hebt empor die grünen Römer!Hermann lebe hoch! hoch, wer eig-nen Blut's Verströmer, werth der Frei-

heit edler Ahnen, ernst verstand desBechers Mahnen, nie den freien Nackenbog.

4. Merkt, aus Rom nach langenJahren neu die Fessel klang: unser Kai-ser hat's erfahren, doch, des LebensGeist zu retten, sprengte Luther Rö-merketten, Luther hoch in Römersang!

5. Alle, die den Geist erkannten, sol-len sonder Wank immer, immer Pro-testanten gegen Knechtesinn sich nen-nen, frei soll jeder das bekennen, deraus Römern Rheinwein trank.

6. Darum nur aus Römerbecherntrink', o deutscher Mann! Trotz gebo-ten allen Zechern, die des Rheines goldneSonne nie durch grüne Frühlingswonnedeutscher Römer funkeln sahn!

Karl Gvttling.

181». Arthurs Tafelrunde.

(Weise: Wohlauf noch getrunken.)

1. Es schlingt sich die Runde, eskreist der Pokal, so saß, sagt die Kunde,Fürst Arthur im Saal, und um ihn dieHelden, gewaltig an Kraft, und Sän-ger, zu melden, was kühn sie geschafft.

2. Wollt ihr ihnen gleichen, des Rit-terthums Zier, sei Tugend das Zeichenund Muth das Panier. Bewahret derEhre geheiligtes Pfand, kein Schlech-ter entehre das heilige Band.

3. BeiAbendroths Glühen, beiSter-nenlichts Pracht verschwinden die Mü-hen des Tages in Nacht, dann sitzenwir Brüder in traulichen Reihn, daklingen die Lieder, da mundet der Wein.

4. Und zieht dann am Morgen dieSonne heran, erwachen die Sorgen aufdorniger Bahn, dann wieder gerungenmit männlicher Kraft: stets ist es ge-lungen, was Kühne geschafft.

5. Der Hölle Gewalten entgegen mitMacht, so wollen wir's halten in Wet-ter und Schlacht. So wollen wir sitzen