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Liederbuch des deutschen Volkes
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III. Studentenlieder.

6. Noch kämpft der Lconide, nochschallt die Hermannsschlacht, der Fall-er Winkelriede übt wieder seine Macht.Was wir gehört, gelesen, tritt wirklichin die Zeit, gewinne jetzt ein Wesenauch du, Gelehrsamkeit; es gilt keinHeines Fechten und keinen Fürstenstreit,es gilt den Sieg des Rechten in alleEwigkeit.

7. Das heiß' ich rechte Fehde, wennjeder übt die Kraft, zur Waffe wirddie Rede, zur Waffe Wissenschaft. DieHarf' in Sängers Händen, den Mei-ßel, scharf und fein, das alles kannman wenden zu Feindes Trutz und Pein.Nun singt dem Landesvater, dem Feld-herrn unsrer Wahl, des Landes Schutzrrnd Rather, der diesen Krieg befahl!

Mar v. Schcnkeridorf. 1813.

1«». Am Feste alter Stu-denten.

(Weise: Vrw. hoh'n Olymp herab.)

1» Ein Oaulleamus soll uns heut'vereinen, ihr suvones der alten Zeit,herbei! doch bei des Festes Freude, sollt'ich meinen, stünd' erst dem Dichter eineFrage frei? (Alle:) Auf alles ist heutedie Antwort bereit! drum frag' er ge-trost, wir geben Bescheid.

2. Bringt ihr zur Lust, die aus demBecher winket, wie sonst noch einenfrohen, freien Geist? begreift ihr jetzt,warum man Schmollis trinket, undwas das tiefe Wort Fiducit heißt?(Alle:) Ja Schmollis! dem ganzenMenschengeschlecht, und dann Fiducit!auf Gott und Recht!

3. Der Arm, der seinen Hiebcr einstgeschwungen, daß er zum Kampf für'sLeben sei gestählt, hat er nun auch denrechten Kampf gerungen, und treu ver-theidigt, was er ernst gewählt? (Alle:)Wohl hat er gestritten mit Feder und

Schwert, und segnend und strafend dieKraft bewährt.

4. Das Burschenhcrz, im Lieben undim Hoffen, bei Mangel selbst so über-selig doch, blieb, arm und reich, esimmer treu und offen? glaubt es anLiebe und an Freundschaft noch? (Alle:)Wir fanden die Liebe, wir fanden denFreund, wir haben nicht einsam gelachtund geweint.

5. Wohlan, so lebe denn im Saftder Reben, wer die Dogmatik sich imHerzen fand! wer Exegese und Naturund Leben und Homiletik lernt' im Ehe-stand ! (Alle:) Ja wer die Menschenzu Menschen erzog, wer lehret und trö-stet, der lebe hoch!

6. Es lebe, wer begriffen Kant undFichte, und wessen Herz Jacobi warmgehaucht! wer bei dem Ausblick zu derWahrheit Lichte nicht grün gefärbteAugengläser braucht. (Alle:) Es lebe,wer ahnet im stillen Gemüth, waskein Verstand der Verständigen sieht.

7. Es lebe, wer da richtet ohne Binde,wer Stadt und Land nur nach demLandrecht mißt, wer allerwegen, woman auch ihn finde, ganz durch unddurch ein Corpus ^uris ist. (Alle:) Eslebe wer muthig, auf'sjus gestützt, dasLaster bestraft, die Unschuld beschützt!

8. Es lebe, wer des Seins geheimesWalten und seiner Pulse stilles Wortvernimmt, wer kühn mit Zauberträn-kcn weiß zu schalten, damit das Lebens-sünkchen weiter glimmt. (Alle:) Es lebe,wer Leben erquickt und erhält und rast-los dem Tode entgegen sich stellt.

9. Es lebe, wer, noch eingedenk derMusen, für's Vaterland den Degen rü-stig schwingt! es lebe, wer, Natur, andeinem Busen sein friedlicheskeslusilio" singt! (Alle:) Es lebe, wer nü-tzet! das sei uns genug, mit Wort