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Liederbuch des deutschen Volkes
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IV. Berufslieder.

Höchsten Wort und lehrt sie fein fromm,ehrbar und gehorsam sein.

13. Die Söhne, die ihr Gott be-scheert, die halten sie hoch, lieb undwerth; ihr Mann, der lobt sie spät undfrüh und preiset selig sich und sie.

14.Viel Töchter bringen Geld undGut, sind zart am Leib und stolz amMuth; du aber, meine Krön' und Zier,gehst wahrlich ihnen allen für!"

15. Was hilft der äußerliche Schein?was ist's doch, schön und lieblich sein?ein Weib, das Gott liebt, ehrt undscheut, das soll man loben weit undbreit.

16. Die Werke, die sie hier verricht',sind wie ein schönes, Helles Licht, siedringen bis zur Himmelspfort' undwerden leuchten hier und dort.

Paul Gerhard, -j-1676.

Die fromme Magd.

1. Ein' fromme Magd in gutemStand geht ihrer Frauen fein zur Hand,hält Schüssel, Lisch und Teller weiß,zu ihrem und der Frauen Preis.

2. Sie trägt und bringt kein' neueMähr', geht still in ihrer Arbeit her,ist treu und eines keuschen Muths, undthut den Kindern alles Guts.

3. Sie ist auch munter, hurtig, frisch,

verbringet ihr Geschäfte risch, und hält'sder Frauen wohl zu gut, wenn sie umSchaden reden thut. ^

4. Sie hat dazu ein sein Gebärd',hält alles sauber an dem Heerd', ver-wahrt das Feuer und das Licht, undschlummert in der Kirche nicht.

Vartholomäus Ringwald, -j- 1590.

i;»». Spinnelied.

1. Spinn', Mägdlein, spinn'! sowachsen dir die Sinn', wachsen dir diegelben Haar', kommen dir die klugenJahr'. Spinn', Mägdlein, spinn'!

2. Ehr', Mägdlein, ehr' die alteSpinnkunst sehr! Adam grub und Evaspann, zeigen uns die Tugendbahn.

Z. Lieb', Mägdlein, lieb' der Hanneihren Trieb! wie sie mit der Spindelkann nähren ihren blinden Mann.*)

4. Preis', Mägdlein, preis' der Mut-ter Gottes Fleiß! diese heil'ge Him-melskron' spann ein Röcklein ihremSohn.

5. Sing', Mägdlein, sing', und seifein guter Ding'! fang' dein Spinnenlustig an, mach' ein frommes End'daran.

6. Lern', Mägdlein, lern', so hastdu Glück und Stern; lerne bei demSpinnen fort Gottesfurcht und Got-teswort.

7. Glaub', Mägdlein, glaub', deinLeben sei nur Staub; daß du kommstso schnell in's Grab, als dir bricht derFaden ab.

8. Lob', Mägdlein, lob', dem Schö-pfer halte Prob'; daß dir Glaub' undHoffnung wachs, wie dein Garn undwie dein Flachs.

9. Dank', Mägdlein,dank' dem Herrn,daß du nicht krank, daß du kannst feinoft und viel treiben dieses Rockenspiel.

Volkslied, aus des Knaben Wunderhorn»

Spinnerlied.

1. Hurre, hurre, hurre! schnurre,Rädchen, schnurre! trille, Rädchen, langund fein, trille fein ein Fädelein mirzum Busenschleier.

2. Hurre, hurre, hurre! schnurre,Rädchen, schnurre! Weber, webe zartund fein, webe fein das Schleierleinmir zur Kirmeßfeier.

3. Hurre, hurre, hurre! schnurre,Rädchen, schnurre! außen blank und

*) Tobiä II, 19.