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Liederbuch des deutschen Volkes
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Liebes-Scherz und Glück

173

S-S. Der Gang zum Liebchen.

1. 'S ist mir keine Nacht zu dunkelund kein Weg ist mir zu weit, wennich zu dem Liebchen gehe, in der stil-len Abendzeit.

2. Nachbarn sitzen vor den Thüren,Gretchen steht im Kämmerlein, bei derkleinen Schwester Wiege, wiegt sie sanstin Schlummer ein.

3. Und ich blicke durch das Fenster,mit mir sieht der Mond hinein. Nichtwahr, die da drinnen wieget, muß einherzig Mädel sein!

4. Und sie setzt sich hin am Endebei der Wiege still und spinnt, singt:wär' Wilhelm doch mein Gatte unddas Änlichen unser Kind!

5. 'S ist mir keine Nacht zu dun-kel und kein Weg ist mir zu weit,wenn ich zu dem Liebchen gehe, in derstillen Abendzeit.

O. L. B. Wolff.

574. Liebesheimath.

I. In jedes Haus, wo Liebe wohnt,da scheint hinein auch Sonn' und Mond,und ist es noch so ärmlich klein, sokommt der Frühling doch hinein.

- 2. Der Frühling schmückt das kleinste

Haus mit frischem Grün und Blumenaus, legt Freud' in Schüssel, Schrankund Schrein, gießt Freud' in unsreGläser ein.

3. Und wenn im letzten Abendrothan unser Häuschen klopft der Tod, soreichen wir ihm gern die Hand, er-führt uns in ein beßres Land.

Hoffniimn von Fallersleben.

L7L. Justinct.

Dreimal, dreimal um's Haus!Schätze! bist du drinnen? Schau, ichkomme zur Thür' hinein, will dir hel-fen spinnen." Kam die Taube, bracht'die Haube. Kam die Fliege, bracht' die

Wiege. Kam die Katz' vom Bodengerannt, bracht' ihr ein goldnes Wickel-band. Lyserl?).

57«. Liebes-ABC.

1. ^ u 6 I), wenn ich dich seh',dich, meine süße Lust, klopft die be-wegte Brust, wird mir so wohl, soweh, wenn ich dich seh'!

2. L k 6 II, wärst du doch da!drückte mein treuer Arm, Holde, dichliebewarm! Schätzchen, ach wär'st duda, wär'st du mir nah.

3. I K und l^, Äuglein so hell,glänzten in Liebespracht mir aus derWimpern Nacht, trafen wie Blitzeschnell, Äuglein so hell.

4. IVl X 0 ?, gleich einer Fee fes-selst du Herz und Sinn, Grübchen inWang' und Kinn, Rosengluth, Lilien-schnee, reizende Fee.

5. k 8 Scheiden thut weh.Halte mit Herz und Mund treu andem Liebesbund, sage mir nie Ade!Scheiden thut weh.

6. 41 V VV X, mach' einen Knix,drückt dir ein junger Fant zärtlich dieSchwanenhand; aber nur ernsten Blicksmach' einen Knix.

7. Vpsilon 2, nun geh' zu Bett!bricht doch die Nacht schon ein, kannja nicht bei dir sein, wenn ich auchFlügel hätt'. Geh' nur zu Bett!

Wilhelm Gerhard. Weise von Pohlenz.

»rr. Meine Farben.

1. Wollt ihr sie kennen? soll ich sienennen? welche von allen Farben ambesten mir immer gefallen?

2. Blau ist die eine, die ich mirmeine, liebliche Bläue schaut aus denAugen ihr! Liebe und Treue.

3. Weiß ist die zweite, so meineFreude. Sie, die ich meine, weiß istdie Farbe ihr! Unschuld und Reine.

4. Braun ist die dritte, wer mir's