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Liederbuch des deutschen Volkes
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VII. Liebeslieder.

auch stritte, schau' ich der Lieben lieb-lich gelocktes Haar, muß ich sie lieben.

5. Und dann noch eine! freundlichim Scheine. Nöthe der Rose! und dasGesichtchen ist's, mit dem ich kose.

Lehr.

5-8. Blumenleben.

1. Ich lebe und liebe und weiternichts; was mehr als Lieben und Le-ben? ich trinke den Thau des Him-melslichts, die blühenden Farben zuweben; und hab' ich die blühendenFarben gewebt, dann hab' ich geliebet,dann hab' ich gelebt.:,:

2. Ich lebe und male mit Him-melsblau und Sternenglanz mir dieKrone, dann kommt Aurora mit gold-nem Thau und giebt mir Perlen zumLohne, ich liebe und hauche süßen Dustder zarten Seele in Sonnenluft.

3. Du liebliche Braut, o nahe dich,du sollst mich haben, mich pflücken!du willst nur lieben und leben wie ich,ich muß den Busen dir schmücken!und haben wir beide geliebt und ge-lebt, dann beider Seele zum Himmelschwebt.

s-s. Was kannst du dafür.

1. Wie prangest du Mädchen imfestlichen Glanz, wie blüht in derLocke der bräutliche Kranz, wie seuf-zet dein Liebster mit süßer Begier!:,:o strahlendes Liebchen, was kannstdu dafür?:,:

2. Bald wurdest auch du ihm, demBlöden, so gut, dein Herzchen ent-brannte vor zärtlicher Glut, die pur-purnen Wangen wie blühen sie dir,ach schmachtendes Liebchen, was kannstdu dafür?

3. Vergißmeinnicht pflückt' er amrieselnden Quell und brachte der süßenVerschämten sie schnell. Da klopft' es

so schüchtern, so leis an die Thür,ach zitterndes Liebchen, was kannstdu dafür?

4. Die Qualen verschwanden, ihrwurdet gesund und knüpftet mit Küs-sen den zärtlichen Bund. Nun stehtihr als Braut und als Bräutigam hier,ach glückliches Liebchen, was kannstdu dafür?

Aus den Lieder», componirt v. Reißiger.

580. Jahresfeier.

1. Wie wohl ist mir im Herzen!wie warmer Sonnenschein! als zög"mit Lust und Scherzen der holde Früh-ling ein, als grünten neu die Mat-ten, als wehte frisch die Luft, als gab*der Baum schon Schatten :,:und jedeBlume Dust.:,:

2. Was macht mich denn so fröh-lich, als würd' ich wieder jung? AchLiebchen, ich bin selig in der Erinne-rung ! In diesen schönen Stunden, dieandern düstern sind, da hab' ich dichgefunden, du wunderlieblich Kind!

3. Im kerzenhellen Saale und beiMusik und Tanz, sah ich zum ersten-male dich in der Anmuth Glanz; einFrühling stieg mir nieder, als ich zuerstdich sah, drum kehrt der Tag jetztwieder: ist wieder Frühling da.

Aus den Liedern, componirt v. Reißiger.

581. Die Nachbarin.

1. Mein Stübchen ist mir lieberals aller Säle Pracht, sie wohnt mirgegenüber, mein Stern in dunklerNacht! Ich kann hinüber blicken, ichseh' ihr hold Gesicht, und ach ihrfreundlich Wesen :,: giebt Hoffnung mirund Licht.:,:

2. Am offnen Fenster stehen derFrühlingskinder viel, und hinter die-sen Blumen treibt sie ihr loses Spiel.Doch sinkt der Abend nieder und schwer-