Karl V.
Prinz Eugen. 311
den Vater zu verjagen; das Reichdarob zerrissen ward, viel edles Volkerschlagen. rc.
8. Der Kaiser mußt' vor'm Papstestehn im Sündcrhemd ganz nackt imSchnee, der Papst der ließ ihn stehen,er lag in seiner Buhlen Schooß, jo wirdes dir noch gehen! rc.
9. Ach denk', der ganze Kaiserstammdurch Päpste in groß Jammer kam,die deutsche Macht zerrissen ! Willst dufür ihre Büberei noch den Pantoffelküssen? rc.
10. Wir haben auch auf uns'rer Seit'ein'n starken Held, der für uns ftreit't,von Macht ist nicht seins Gleichen:Gott's ew'ger Sohn mit seinem Heer,dem mußt du doch noch weichen! rc.
11. Dieß Liedlein ist in Eil' gemacht,einem jungen Landsknecht wohl geachtzu freundlichem Gefallen, von einem,der wünscht Glück und Heil den from-men Landsknechten allen, — als gingder Butzemann im Reich herum, di-dum, didum, bidi, bidi, bum! DerKaiser schlug die Trum mit HändenMd mit Füßen, die Kirchen uns wollt'schließen. Didum, didum, didum.
1547 .
»«T. Der Pilgrim vor SanctJust.
1. Nacht ist's und Stürme sausenfür und für, hispan'sche Mönche, schließtmir auf die Thür!
2. Laßt hier mich ruhn, bis Glo-ckenton mich weckt, der zum Gebet michin die Kirche schreckt!
3. Bereitet mir, was euer Haus ver-mag, ein Ordenskleid und einen Sar-kophag !
4. Gönnt mir die kleine Celle, weihtmich ein! mehr als die Hälfte dieserWelt war mein.
5. Das Haupt, das nun der Scheere
sich bequemt, mit mancher Krone ward'sbediademt.
6. Die Schulter, die der Kutte nunsich bückt, hat kaiserlicher Hermelin ge-schmückt.
7. Nun bin ich vor dem Tod denTodten gleich, und fall' in Trümmer,wie das alte Reich.
August Graf v. Platen.
»«». Der Schwede.
Der Schweb' ist kommen, hat allesweg g'nommen, hat d'Fenster 'neing'schlagen, har's Blei 'raus g'graben,hat Kugeln draus gössen. Hat allesverschossen.
Aus dem dreißigjährigen Kriege.
s«4. Prinz Eugen.
1. Prinz Eugen, der edle Ritter,wollt' dem Kaiser wiedrum kriegenStadt und Festung Belgerad; er ließschlagen einen Brucken, daß man kunnt'hinüber rucken mit d'r Armee wohl fürdie Stadt.
2. Als der Brucken nun war ge-schlagen, daß man kunnt' mit Stuckund Wagen frei passir'n den Donau-fluß; bei Semlin schlug man das La-ger, alle Türken zu verjagen, ihn'nzum Spott und zum Verdruß.
3. Am einundzwanzigsten August soeben kam ein Spion bei Sturm undRegen, schwur's dem Prinzen und zeigt'sihm an, daß die Türken futragiren, soviel, als man kunnt' verspüren, an diedreimalhunderttausend Mann.
4. Als Prinz Eugenius dieß ver-nommen, ließ er gleich zusammen kom-men sein' General' und Feldmarschall.Er thät sie recht instrugiren, wie mansollt' die Truppen führen und den Feindrecht greifen an.
5. Bei der Parole thät er befehlen,daß man thät die Zwölfe zählen bei