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X. Gedächtniß-, Helden- und Ehrenlieder.
3. Denkst du daran, wie stark wirim Entbehren die Ehre allem wußtenvorzuziehn? Gedenkst du an das tücki-sche Verschwören meineid'ger Freunde,dort bei Scekoczyn? Wir litten viel,wir darbten, doch wir schwiegen, dieThräne floß, das treue Herzblut rann,und dennoch flogen wir zu kühnenSiegen, o sprich, Soldat, Soldat,denkst du daran?
4. „Denkst du daran, daß in desKampfes Wettern mein Säbel blitztestets in deiner Näh', als du verlassenvon des Sieges Göttern und sinkendriefst: Willis ?oloinae! Da sank mitdir des Landes letztes Hoffen, so Vie-ler Heil in einem einz'gen Mann! Daßdamals mich dein Trauerblick getrof-fen, o großer Feldherr, denkst dunoch daran?
5. Denkst du daran — weh, meineStimme zittert, und hier verbleichtder Freude letzter Glanz; ich seh' imSturm der Zeiten schon verwittert,den ich geflochten, unsern Lorbeerkranz.Geh' du mit mir, und sinkt meinHaupt darnieder, umfang' ich einstden Tod als Held und Mann, dannschließe mir die müden Augenlieder undscheidend sprich: Soldat, denkst dudaran?
Karl s. Holte!. 1830.
»r«. Schilt.
(Weise: Es ritten drei Reiter zum Thore.)
1. Es zog aus Berlin ein tapfererHeld, juchhe! Er führte sechshundertReiter in's Feld, juchhe! Sechshun-dert Reiter mit redlichem Muth, siedursteten alle Franzosenblut. Juchhe!
luchhe! luchhe! o Schill, dein Säbelthut weh.
. 2'. Auch zogen mit Reitern und Ros-sen rm Schritt, juchhe! wohl tausend
der tapfersten Schützen mit, juchhe!Ihr Schützen, Gott fegn' euch jeglichenSchuß, durch welchen ein Franzmannerblassen muß. Juchhe rc.
3. So zieht er zum Kampfe dertapfere Schill, der schlagen mit Schel-men-Franzosen sich will, ihn sendetkein Kaiser, kein König aus, ihn sen-det die Freiheit, das Vaterland aus.
4. Bei Dodendorf färbten die Män-ner gut das fette Land mit französi-schem Blut; zweitausend zerhieben dieSäbel blank, die Übrigen machten dieBeine lang.
5. Drauf stürmten sie Dömitz, dasfeste Haus, und jagten die Schelmen-Franzosen hinaus, dann zogen sie lu-stig in's Pommerland ein, da soll keinFranzose sein Kiwi mehr schrein.
6. Auf Stralsund braust dann derreisige Zug. O Franzosen, verständetihr Vogelflug! O wüchsen euch Federnund Flügel geschwind! es nahet derSchill und er reitet wie Wind.
7. Er reitet wie Wetter hinein indie Stadt, die der Wallenstein wei-land belagert hat; wo der zwölfte Ca-rolas im Thore schlief; jetzt liegen ihreThürme und Mauern tief.
8. O weh euch, Franzosen! jetztseid ihr todt, ihr färbet die Säbel derReiter roth. Die Reiter, sie fühlendas deutsche Blut, Franzosen zu töd-ten, das däucht ihnen gut.
9. O Schill, o Schill, du tapfererHeld! o weh! was sprengest du nichtmit den Reitern in's Feld! o weh!was schließt du in Mauern die Tapfer-keit ein, bei Stralsund, da sollst dubegraben sein. O weh, o weh, o weh!o Schill, dein Säbel that weh.
10. O Stralsund, du traurigesStralesund, in dir geht das tapfersteHerz zu Grund, eine Kugel durchboh-