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X. Gedächtniß-, Helden- und Ehrenlieder.
Himmel, und seufzt: Allein! Allein!Im Feld bei Ostrolenka ward's Herbstam Frühlingstag, es sank die ganzeÄrndte aus einen Sichelschlag.
4. Im Feld bei Ostrolenka ruhnunter stillem Moos viel tausend müdeSchnitter im kühlen Erdenschooß.Im Feld bei Ostrolenka singt keineLerche mehr, da blühet keine Blume,s'ist alles wüst und leer. Auf's Feldbei Ostrolenka, da steigt das Abend-roth vom blut'gen Throne nieder, undd'rüber sitzt der Tod.
5. Im Feld bei Ostrolenka grüntdoch die Eiche fort, und ihre Blätterflüstern gar manch prophetisch Wort.Es weht ein Frühlingsodem aus ihrem-Adlersitz, sie spricht von manchen Stür-men, erzählt von manchem Blitz. ImFeld bei Ostrolenka, so lang die Eichesteht, so lebt im Volk die Sage: NiePolen untergeht!
Das vierte Regiment.
1. In Warschau schwuren Tausendauf den Knieen: kein Schuß im heil'-gen Kampfe sei gethan! Tambourschlag' an! Zum Blachfeld laßt unsziehen, wir greisen nur mit Bajonet-ten an! Und ewig kennt das Vater-land und nennt mit stillem Schmerzsein viertes Regiment.
2. Und als wir dort bei Praga blu-tig rangen, hat doch kein Kamradeinen Schuß gethan; und als wir dortden Blutfeind kühn bezwängen, mitBajonetten ging es drauf und dran;fragt Praga, das die treuen Polenkennt: wir waren dort das vierte Re-giment.
3. Drang auch der Feind mit tau-send Feuerschlünden bei Ostrolenka grim-mig auf uns an; doch wußten wirsein tücksich Herz zu finden, mit Ba-
jonetten brachen wir uns Bahn; fragtOstrolenka, das uns blutend nennt:wir waren dort das vierte Regiment!
4. Und ob viel wackre Männerher-zen brachen, doch griffen wir mit Ba-jonetten an; und ob wir auch demSchicksal unterlagen, doch hatte keinereinen Schuß gethan. Wo blutigrothzum Meer die Weichsel rennt, dortblutete das vierte Regiment!
5. O weh, das hcil'ge Vaterlandverloren! Ach, fraget nicht, wer unsdieß Leid gethan? Weh allen, die inPolenland geboren! die Wunden fan-gen frisch zu bluten an; doch fragtihr, wo die ärgste Wunde brennt, ach,Polen kennt sein viertes Regiment!
6. Ade, ihr Brüder, die zu Todgetroffen an unsrer Seite dort wirstürzen sahn! Wir leben noch, dieWunden stehen offen, und um die Hei-math ewig ist's gethan. Herr Gottim Himmel, schenk' ein gnädig End'uns letzten noch vom vierten Regi-ment! —
7. Von Polen her, im Nebelgrauen,rücken zehn Grenadiere in das Preu-ßenland, mit dumpfem Schweigen,gramumwölkten Blicken. Ein Wer da?schallt, sie stehen festgebannt, und ei-ner spricht: ,,Vom Vaterland getrennt— die letzten Zehn vom vierten Regi-ment!
Julius Molen.
»»I. Zum Gedächtnisse desAufrufs der Freiwilligen,:r. Febr. isrs.
(Weise: Frisch auf zum fröhlichen Jagen.)
1. Frisch auf zum fröhlichen Jagen!so rief der Hörner Klang, so rief infrohen Tagen der muntre Jagdgesang.Verklungen sind die Lieder, die blan-ken Waffen ruhn; wir aber fragen wie-der: wo sind die Jäger nun?