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Liederbuch des deutschen Volkes
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Siegeslieder

325

2. Ein Kirchhof liegt gebreitet, kein'Mauer faßt ihn ein, kein Hügel istbereitet mit hohem Leichenstein. DerPflüger pflügt darüber und fragt nichtnach dem Grab', der Wandrer zieht vor-über, schaut nicht auf euch.,hinab!

3. Sie freuen sich der Ähren, dieeuer Blut getränkt, sie schmücken sichmit Ehren, die euch der Tod geschenkt.Sie brechen von den Kränzen, die euchder Sieg vertraut, sie fliegen zu denTänzen mit eurer jungen Braut.

4. Die Welt will untreu werden,so bleiben wir getreu, damit die Lieb'auf Erden nicht ganz verschwunden sei.Das Fest, das wir begehen, hat euchdem Tod geweiht, mag es fortan be-stehen, ein Zeichen eurer Zeit!

5. Frisch auf, zum fröhlichen Ja-gen! so sangt ihr in der Schlacht,euch sei in diesen Lagen dieß Lied zumGruß gebracht! Und dürfen wir nichtjagen und schlagen auf den Feind;was kommt, wir wollen's tragen, sotreu wie ihr vereint!

Friedrich Förster.

»KS. Feier des Siegestages.

(Weise: Smd wir vereint zur guten Stunde)

1. Des großen Tages hcil'ge Feierversammelt uns zum ernsten Bundz ies hebt das Herz sich kühner, freier,und jubelnd rust's ein deutscher Mund :des Feindes stolze Schaaren weichen,zu Boden stürzt der stolze Aar! DieFreiheit pflanzt das Siegeszeichen, undgründet ihren Hochaltar.

2. Mit theurem Blute ist's errun-gen, es brach so manches Heldenherz,wie laut der Jubelruf erklungen, ge-recht ist auch ein edler Schmerz. Laßtuns die todten Brüder ehren, bei ih-rem Blut, das mächtig ruft, bei ih-rer Asche laßt uns schwören: Entwei-het nie der Helden Gruft!

3. Wir wollen sein ein Volk vonBrüdern, gewaffnet gegen jedeSchmach.Die Freiheit tönt in unsern Liedern,im tiefsten Busen tönt es nach. Drumlaßt den Schwur uns ewig binden,schützt unser höchstes Eigenthum! DerFreiheit festes Reich zu gründen, dassei der Deutschen hoher Ruhm!

Ludwig Rellstab.

»SS. Feier der LeipzigerSchlacht.

1. Wo kommst du her in dem ro-then Kleid und färbst das Gras aufdem grünen Plan?Ich komme heraus dem Männerstreit, ich komme rothvon der Ehrenbahn: wir haben dieblutige Schlacht geschlagen, drob müs-sen die Weiber und Bräute klagen.Da ward ich so roth."

2. Sag' an, Gesell, und verkündemir, wie heißt das Land, wo ihrschlugt die Schlacht?Bei Leipzigtrauert das Mordrevier, das manchesAuge voll Thränen macht: da flogendie Kugeln wie Winterflocken, undTausenden mußte der Athem stocken,bei Leipzig, der Stadt."

3. Wie hieß'n, die zogen in's To-desfeld und ließen fliegende Banneraus?Die Völker kamen der ganzenWelt und zogen gegen Franzosen aus:die Russen, die Schweden, die tapfernPreußen, und die nach dem Kaiser vonÖstreich heißen, die zogen all' aus."

4. Wem ward der Sieg in demharten Streit? Wer griff den Preismit der Eisenhand?Die Welschenhat Gott verweht, wie den Sand,viel Tausende deckten den grünen Ra-sen , die übrig geblieben, entflohen wieHasen, Napoleon mit."

5. Nimm Gottes Lohn, habe Dank,Gesell! Das war ein Klang, der dasHerz erfreut! Das klang wie himm--