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Liederbuch des deutschen Volkes
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X. Gedächtniß-, Helden- und Ehrenlieder.

lische Cymbeln hell, hab' Dank derMähr' von dem blut'gen Streit. LaßWittwen und Bräute die Todten kla-gen, wir singen noch fröhlich in spä-ten Tagen die Leipziger Schlacht.

6. O Leipzig, freundliche Linden-stadt, dir ward ein leuchtendes Eh-renmahl; so lange rollet der JahreRad, so lange scheinet der Sonnen-strahl, so lange die Ströme zum Meerereisen, wird noch der späteste Enkelpreisen die Leipziger Schlacht.

7. O Leipzig, gastlich versammelstdu aus allen Enden der Völker Schaar:auf! ruf's dem Osten und Westen zu,daß Gott der Helfer der Freiheit war,daß Gott des Tyrannen Gewalt zer-stoben, damit sie in Osten und We-sten loben die Leipziger Schlacht.

Arndt.

»»4. Feier der LeipzigerSchlacht.

1. Nun so ist die Gluth entbrennenund der Freiheit Opfer flammt; aufden Bergen wird begonnen überall dasFeueramt. Herr, in deines HimmelsHöhen höre unsres Flehens Wort,bleib' der Freiheit Schutz und Hort!

S. Was erlöst' aus Schmach undSchande unser liebes Vaterland? Werzerbrach des Drängers Bande als nurdeine starke Hand? Herr rc.

3. Eintracht hat die Welt gerettet,Eintracht gab den Völkern Kraft, hatdie Männer schön verkettet zu derheil'gen Ritterschaft.

4. Drum so laßt uns stets bedenken,daß wir alle Ein Geblüt; wollst denGeist der Lieb' uns schenken, und einwahrhaft deutsch Gemüth!

5. Und wie wieder Feinde dräuen,gürte uns mit deiner Macht! Laß dieTage sich erneuen jener wunderbarenSchlacht!

6. Zeuch dann selbst, du starkerRetter, zeuch in Flammen uns voran!Wie bei Leipzig, brich wie Wetter dei-nem Volk die Siegesbahn!

7. Ewig wollen wir dich preisenVater, deine Wundermacht; und dasFeuer soll's beweisen alle Jahr' in die-ser Nacht!

Wetzel.

NS». Feier des S8. Oktober.

1. Auf Bergen wohnt die Freiheit!Da glüht Leben und Lebenslust voll-auf! Wo Berge sind, ist Gott, undEngel heben die Seele Himmelauf.

S. Auf Bergen ist das Feuer auchgeboren, der Freiheit höchstes Bild!da wächst der Wein, aus Sonnengluthvergohren, der uns mit Feuer füllt.

3. Victoria, Victoria dem Feuer!Im Feu'r wohnt Gottes Macht, imFeu'r erschien der Herr uns als Be-freier in jener Riesenschlacht.

4. Drum sei das Feuer unsers Bun-des Zeichen, die Berge sein Altar!Und alle sollen sich die Hände reichenals Freie immerdar;

5. Und alle Berge flammende Al-täre des neuen Bundes sein; doch ausden Feind, und wenn's der Teufelwäre, wie Hekla Feuer spein.

6. Wie hoch die Gluthen von denBergen wehen, durch Nacht und Fin-sterniß, wenn auch kein Deutsch, dieSprache, die verstehen die Fremdendoch gewiß.

7. Und wie das Irdische von Schlack'und Schlamme im Feuer sich verklärt,also auch wir! Es läutre uns dieFlamme auf diesem heil'gen Heerd.

8. Auf Bergen wohnt die Freiheit!Da glüht Leben und Lebenslust voll-auf! Wo Berge sind, ist Gott, undEngel heben die Seele Himmelauf.

Wetzet.