Liebeslieder.
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3. Der Schreiber hätt' das Geld zuviel, er kauft' dem Maidlein, was siewill, für fünfzehn Pfcnn'ge.
4. Er kauft' ihr wohl ein'n Gürtelschmal, der strotzt' von Gold wohlüberall, für fünfzehn Pfcnn'ge.
5. Er kaust' ihr einen breiten Hut,der wär' wohl für die Sonne gut,für fünfzehn Pfenn'ge.
6. Wohl für die Sonne, wohl fürden Wind. ,,Bleib' du bei mir, meinliebes Kind, für fünfzehn Pfcnn'ge."
7. ,,Bleibst du bei mir, bleib' ichbei dir, all' meine Güter schenk' ichdir, sind fünfzehn Pfenn'ge."
8. ,,, Behalt' dein Gut, laß mirmein'n Muth, du sind'st wohl ein',die's gerne thut,für funfzehnPfenn'gett"
9. „Die's gerne thut, die mag ichnicht, hat traun von treuer Liebe nichtfür fünfzehn Pfcnn'ge."
10. „Ihr Herz ist wie ein Tauben-haus, fliegt einer 'nein, der andre ausfür fünfzehn Pfenn'ge."
Volkslied.
kHSAli. Nothigung.
1. O du mei liebes Hergottle, washan i der denn than? daß du michmein Lebelang net willst heirathenlahn?
2. Jetzt will k nimmer betta, willnet in Kilche gähn; geb' acht, i kannde nötha, du wirst me heura lahn.
Schweizerisch.
Andreasabend.
1. Ach Andreas, heil'ger Schutzpa-tron, schenke mir doch einen Mann!Sieh' herab auf meinen Spott undHohn, sieh' mein schönes Alter an!Krieg' ich einen oder keinen? (La,o:)„Einen!"
2. Einen krieg' ich? — Ei, das wär'ja schön! Wird er auch beständig sem?oder wird er viel nach Andern gehn?
wird er immer nur allein sich bemühn,mir zu gefallen? — „Allen!"
3. Allen! Allen! Ei, das wär' nichtgut! Aber sag' mir doch geschwind:ist es auch ein Mann, der viel verthut,und wer seine Leute sind? Sind sieauch von meines Gleichen? — „Lei-chen !"
4. Leichen ! Leichen ! Ei, da erbt manviel! Hat er auch ein eignes Haus,wenn er mich nun einmal haben will:und wie sieht es drinnen aus? ist esauch von rechter Länge? — „Enge!"
5. Enge, enge? Ei wer fragt dar-nach, wenn er nur ein größres schafft;doch wie steht es um das Schlafge-mach? sind die Betten auch von Tafft,wo ich drinnen ruhen werde?—„Erde!"
6. Erde, Erde! Das klingt wun-derlich, ist ein sehr bedenklich Wort!Doch, Andreas, ach, ich bitte dich,sage endlich mir den Ort, wo du ihnhaft aufgehoben? — „Oben!"
7. Oben, oben hat er seinen Platz?Ach, nun merk' ich meine Noth, dervon dir mir auserkorne Schatz ist wohlendlich gar der Tod? — Ist mir sonstnichts übrig blieben? — „Lieben!"
8. Lieben, lieben soll ich bis in'sGrab? Ach, welch bittres Herzeleid!Weißt du keinen, der mich haben maghier in dieser Zeitlichkeit? keinen Krum-men oder Lahmen? — „Amen!"
Fliegendes Blatt.
ittLS Üble Nachrede.
1. Ich ging einmal spazieren, hm,hm, hm! Ich ging einmal spazieren,vallerivallcra! in einem schönen Gar-ten. Ha, ha, ha, ha, ha, ha!
2. Was fand ich in dem Garten? rc.Ein Mädchen aus mich warten, rc.
3. Sie meint, ich sollt' sie küssen;es braucht's niemand zu wissen.