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Liederbuch des deutschen Volkes
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Xll. Geistliche Lieder.

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hcit, die uns oft erschreckt/ hat im Sü-den und im Norden Himmclskeime raschgeweckt, und so laß im vollen Gottes-garten treu uns jede Knosp' und Blütewarten.

Novalis. (Friedrich v. Hardenbcrg.)

Das treue Herz.

1. Wenn alle untreu werden, sobleib' ich dir doch treu; daß Dankbar-keit auf Erden nicht ausgestorben sei.Für mich umfing dich Leiden, vergingstfür mich in Schmerz; drum geb' ichdir mit Freuden auf ewig dieses Herz.

S. Oft muß ich bitter weinen, daßdu gestorben bist, und mancher vonden Deinen dich lebenslang vergißt.Von Liebe nur durchdrungen hast duso viel gethan, und doch bist du ver-klungen, und keiner denkt daran.

3. Du stehst voll treuer Liebe nochimmer jedem bei; und wenn dir keinerbliebe, so bleibst du dennoch treu. Dietreuste Liebe sieget, am Ende fühlt mansie, weint bitterlich und schmieget sichkindlich an dein Knie.

4. Ich habe dich empfunden, o,lasse nicht von mir; laß innig michverbunden auf ewig sein mit dir! Einstschauen meine Brüder auch wieder him-melwärts, und sinken liebend niederund fallen dir an's Herz.

Novalis. (Friedrich v. Hardcnberg.)

Gesang der Bergleute.

(Weise: Wie schön leuchtet der Morgenstern.)

1. Es streicht in diesem Erdcnhausim Erz zu Hellem Tage aus des gro-ßen Vaters Liebe, die wittert vor beiTag und Nacht, aus jedem Stollen,Kluft und Schacht; die weißen O.uarz-geschiebe geben, eben wie die Gängedurch die Menge zu erkennen, was wirVater-Güte nenn-..'» !

! 2. Denn da sieht ihren milden Gott

die Armuth nach dem herben Spott,und vielem Zähren-Triefen. Wenn dasVermögen ist verwüst, und alle Mittelzugebüßt, kommt aus der schwarzenTiefen, lctzlich, plötzlich reiche Beutefür die Leute, die vertrauen Gott, undgläubig auf ihn bauen.

3. Drum rufen wir auch diesen an,der sündige Gebirge kann eröffnen underhalten; er wolle mit der Segcnshandauch über unser deutsches Land forthinliebgnädig walten, hören, lehren, wennwir schürfen und bedürfen Hüls' undRathen, sonst ist's nichts mit unsernThaten.

4. Doch bitten wir dich, Herr, zu-gleich , mach' uns zuerst am Geistereich, mit himmlischer Genüge, daßunser Gang zu dir gericht, die Stundeja verrücke nicht, noch tausend Mittel

i kriege. Handel, Wandel sei gerichtig,und vorsichtig laß uns bleiben, weilwir hier das Bergwerk treiben.

Einsegnung.

!. Wir treten hier in Gottes Hausmit frommem Muth zusammen, unsruft die Pflicht zum Kampf hinaus,und alle Herzen flammen, denn wasuns mahnt zu Sieg und Schlacht, hatGott ja selber angefacht. Dem Herrnallein die Ehre!

2. Der Herr ist unsre Zuversicht,wie schwer der Kampf auch werde,wir streiten ja für Recht und Pflichtund für die heil'ge Erde. Drum, ret-ten wir das Vaterland: so that's derHerr durch unsre Hand. Dem Herrnallein die Ehre!

3. Es bricht der freche Übermuthder Tyrannei zusammen, es soll derFreiheit heil'ge Gluth in allen Herzenflammen. Drum frisch in Kampfes Un-