Geistliche Lieder.
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gestüm! Gott ist mit uns, und wirmit ihm! Dem Herrn allein die Ehre!
4. Er weckt uns jetzt mit Siegeslustfür die gerechte Sache, er rief es selbstin unsre Brust: Auf, deutsches Volk,erwache! und fuhrt uns, wä'r's auchdurch den Tod, zu seiner Freiheit Mor-genroth. Dem Herrn allein die Ehre!
Theodor Körner. Gesungen am 28. Mai
1813 bei der Einsegnung der Lützow'schen
Freischaar in der Dorfkirche zu Rogau in
Schlesien.
Gebet.
(Weise: 0 8i>»Minima.)
1. Hör' uns, Allmächtiger! hör'uns Allgütiger! himmlischer Führer derSchlachten! Vater, dich preisen wir,Vater, wir danken dir, daß wir zurFreiheit erwachten!
2. Wie auch die Hölle braust, Gott,deine starke Faust stürzt das Gebäudeder Lüge. Führ' uns, Herr Zebaoth,führ' uns, dreicin'gcrGott, führ' unszur Schlacht und zum Siege!
3. Führ' uns ! fall' unser Loos auchtief in Grabes Schooß: Lob doch undPreis deinem Namen! Reich, Kraftund Herrlichkeit sind dein in Ewig-keit! Führ' uns, Allmächtiger! Amen.
Theodor Körner. 1813.
KILO. Braut-Gebet.
1. Und ob die Wolke sie verhülle,die Sonne bleibt am Himmelszelt! eswaltet dort ein beil'ger Wille, nichtblindem Zufall dient die Welt. DasAuge, ewig rein und klar, nimmt allerWesen liebend wahr.
2. Für mich wird auch der Höchstesorgen, dem kindlich Herz und Sinnvertraut! Und wär' dieß auch meinletzter Morgen, rief mich sein Vater-worr als Braut: sein Auge, ewig reinund klar, nimmt meiner auch mitLiebe wahr.
F. Kind. Aus dem Freischütz v. Weber.
LLLL. Sturmbefchwörung.
1. Wie mit grimm'gcm UnverstandWellen sich bewegen, nirgends Rettung,nirgends Land, vor des SturmwindsSchlägen! Einer ist, der in der Nacht,Einer ist, der uns bewacht. Christ,Kyrie, komm zu uns auf der See!
2. Wie vor unserm Angesicht Mondund Sterne schwinden! Wenn desSchiffleins Ruder bricht, wo nun Ret-tung finden? Wo sonst, als nur beidcm Herrn! Seht ihr nicht den Abend-stern? Christ, Kyrie, erschein' uns aufder See!
3. Nach dem Sturme fahren wirsicher durch die Wellen, lassen, großerSchöpfer, dir unser Lob erschallen.Lobet ihn mit Herz und Mund, lobetihn zu jeder Stund! Christ, Kyrie,ja dir gehorcht die See.
Johannes Falk.
Nachtgebet.s
1. Müde bin ich, geh' zur Ruh',schließe beide Äuglein zu: Vater, laßdie Augen dein über meinem Bette sein!
2. Hab' ich Unrecht heut gethan, sieh'es lieber Gott nicht an! deine Gnad'und Jesu Blut macht ja allen Scha-den gut.
3. Alle die mir sind verwandt, Herr,laß ruhn in deiner Hand. Alle »Men-schen, groß und klein, sollen dir besoh-len sein.
4. Kranken Herzen sende Ruh', nasseAugen schließe zu; laß den Mond amHimmel stehn und die stille Welt be-sehn!
Dicpenbrock.
«««». Ärntelied.
1. Es ist ein Schnitter, der heißtTod, hat Gewalt vom höchsten Gott,heut wetzt er das Messer, ts schneidetschon viel besse», l'sd -Krd er drein