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Jürg Jenatsch : Eine Bündnergeschichte / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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eines schwerfälligen Kirchleins erschien, glaubte er Pferde-getrappel zu Vernehmen. Ueber die Holzbrücke zu seinerLinken flog ein Reiter, der, nach der Maloja schwenkend,vor ihm her jagte und im Abenddunkel verschwand. Wardiese in einen Mantel gehüllte Gestalt nicht Herr Pompejusgewesen? Nein, es war ein einzelner scheuer Nachtfahrer,und der Freiherr geleitete und beschützte ja sein Töchter-lein, für das er gewiß die sichere Gastfreundschaft seinerSippe in einem der vornehmen Engadinerdörfer angesprochenhatte.

Endlich, endlich war der letzte See umschritten, tratder letzte Felsvorsprung zurück. Durch den Nebel schim-mernder Feuerschein und Hundegebell verkündeten die Näheeines Hauses, das nur die Paßherberge sein konnte. Masergewahrte, der dunklen Steinmasse zuschreitend, mit Befrie-digung, daß die Pforte der Hofmauer geöffnet war, undsah den Wirth, einen hagern knochigen Italiener, die toben-den Hunde an die Kette legen, wozu ihm der Stalljungemit einer Pechfackel leuchtete. Das versprach einen gast-lichen Empfang. Jetzt ergriff der Wirth die Fackel undhielt sie dem anlangenden Wanderer vors Gesicht.

Was verlangt der Herr? Womit kann ich dienen?"fragte er, in unangenehmer Ueberraschung einen leisen Fluch,die Aeußerung seines ersten Gefühls, unterdrückend.

Welche Frage!" antwortete Maser in fröhlichem Tone,Platz an der Feuerstelle, um mich zu trocknen, Abendbrotund Nachtlager."

Thut mir leid, Herr, unmöglich!" versetzte derWirth mit einer sein Bedauern und zugleich seine Uner-