I. Buch.
Viertes Kapitel.
Nachdem sich der Ankömmling aus der Umschlingungdes Pfarrers losgewunden, maßen sie sich gegenseitig mitfröhlichen Augen.
Waser war etwas Verblüfft; aber es gelang ihm, nichtsdavon merken zu lassen. Er fühlte sich ein wenig gedrücktneben der athletischen Gestalt des Bündners, von dessenbraunem, bärtigen Haupte ein Feuerschein wilder Kraft aus-ging. Er ahnte es, die Gewalt eines unbändigen Willens,die früher in den düstern, fast schläfrigen Zügen seinesSchulgenossen geschlummert haben mochte, war geweckt,war entfesselt worden durch die Gefahren eines stürmischenöffentlichen Lebens.
Jenatsch seinerseits war von der fertigen und saubernErscheinung seines zürcherischen Freundes, der mit klugbescheidenen Blicken, doch in seiner Weise sicher vor ihmstand, sichtlich befriedigt, und offenbar erfreut, mit einemVertreter städtischer Kultur in seiner Abgeschiedenheit zuverkehren.