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I. ?eno<l. I. Oap.
Ob Abraham , so lanae er zu Ur in E^aldäa gele-bet, der 7lbgötterey ergeben gcw-ff-m, lässet ßch ausder H. Schlifft nichts gewisses schliessm- Wolke manin Betrachtung ziehen, daß sein Vater gleichwohl,nach der Gewohnheit des Landes, ein Götzen«Knechtgewesen, c) so würde man leicht muthmasftn können,daß Abraham von dem Götzen-Dienste nicht ebensoreine könne geblieben seyn; weil in RcligionS-Sachendie Gewohnheit und das Exempel der Eltern einenmächtigen Eindruck zu haben pflegen,
Inzwischen giebt es viel andere, welche glauben,Abraham habe vonIugend auf dem HErrn gefürch-tet, und ihm allein gedienet, ob er gleich mitten un«ter den Abgöttern gelebct. c) Sonderlich erzehlen dieJuden, daß Abraham deswegen sey ins Feuer ae-worffcn worden, weil er die Bild-Säule Nimroosnicht hatte anbethen wollen, f) Gleichwie aber dißletztere allerdings unter die Jüdischen Mährlem zurechnen: also würde man leicht zugeben, daß Abra-ham unbefleckt geblieben , wenn man beweisen tönte,daß er entweder in der Schule eines gottseeligcn Pa-triarchen wäre auferzogen worden, oder daß sein Va-ter vielleicht nicht beständig, sondern nur etwa in demMittel seiner Jahre dem Götzen-Dienste angehangen,wovon sich noch ziemliche Wahrscheinlichkeiten findenlassen würden.
Dem sey aber, wie ihm wolle, so würdigte GOTTdiesen Abrahamtlner gantz sonderbaren Vocanon, in-dem er ihn mit ausdrücklichen Worten, und ohmZweifel vernehmlicher Stimme, bey etwa einem Zei-ten seiner göttlichen Gegenwart, beruffte und sprach:Gehe aus deinem Vaterlande und von deinerLreundsthaffr, und aus deines Vaters Häuft inein Land, das ich dir zeigen will. ß)
Daß diese Stimme zu Abraham noch in seines Va-ters Hause geschehen, lehren die Worte selbstcn zur Gnü-ge. b^ Daher die Erzehlung von der Ausreise Abra,Hains nach Haran in dem i. B. Mos. XI, z r. nurvorläuffigcr Weise, wie in der Schrifft nicht unge-wöhnlich , zu verstehen; oder, es müste dicBeruffungzweymahl ergangen, und also m Haran wiederho-let worden ftyn ; oder man könre die Reise aus Ha-ran nur als eine Fortsetzung der aus Ur übernomme-nen Reise ansehen, und sodenn möchten die Worte6en.Xll, I. also gegeben werden : Denn der HErvhatte zu Abraham gesprochen: Gehe aus dei-nem Varer - Lande rc. > -
Weil das Hebräische Wort iin Vr so viel als Feuerheisset, so haben die Juden gedichtet, daß es keineStadt gewesen , daher Abraham beruften worden,sondern das Feuer, welches man in Chaldäa angebe-thet, und worein Abraham obgedachter Massen ge-worden worden. K^ Allein es ist offenbahr gnug,daß
e) lok.XXIV, 2. 4) c«nk c«LKMI?IV8 in
«XLM. Loncil. trillern. ? I. p. e) Lonf. IVtlLU. -
1ULKV8 in k,rm. Iribl. p. f) IO. ULkSX. »OttlN-
6k.XV8 kmeßm. orient. ryo. fi) 6en. XII, I. k) Conf.
VII, 2 . Z. i) C^l.OVIV8 -6 ^<A. VII, 4.
I^LOKVü V88LKIV8 in ckronolvAi» c. 7. lc) IO.
ULtlX. UOHIdiüLXVä smeßm. vrienr. x. 290.
Von dm Lehrern.
vasje::!ge, woher Abraham beruften worden, ein Ortseyn w'.me, auch re. I08rr»v8 und an-dere gelehrte Jnoen gestehen, »nv schern-t dieses ^- et-wa in dem mitternächtigen Mesopotamien, welcye»in wcitläuffp'gern Verstände auch Chaldäa genennetworden, ohnfern dem Tiger-Fluffe gell^tt, zu hüben.
Dem göttlichen Beruffe Abrahams war eine gantzungcmein herrliche Verheiffimg angehänget. DennGOTT sprach : Ich will dich zum grossen Volckmachen , und will dich ftegnen, und dir einengrossen Lahmen machen und soll ein See-gen ftyn. Ich will ftegnen , die dich ftegnen,und verfluchen, die dich verfluchen, und in dirsollen geseegnet werden alle Geschlechte auf Er-den. Daß unter diesem Seegen Christus, derHeyland der Welt, welcher aus den Lenden Abra-hams entsprossen, verborgen, ist bekannt genug, undweitläusstiger bey denLommemaror°k>us nachzuschlagen.
Durch deu Glauben nun ward Abraham mehr be-meldeter Berussunggehorsam,<ch und kammitLoth,seines Bruders Sohne, und ihrer beyden gantzem Ver-mögen in das Land Canaan- xch lO?xp»v 8 , wie auchnicoi..evz vä>EcLk,v 8 . ein Heydnischer lZ.sioricuü, so zuKäysers ^vguiki Zeiten gelebet, geben vor, es wäreAbraham, nachdem er von klaren, ^welches ebendas Lsrrae oder Lksrrse ist, dessen die Römischen Skri-benten gcdencken , ^ abgereiset, zuvorderst nach Da.msiclim gekommen, hätte sich durch eine ziemliche Ar-mee, so er mit sich geführct, desselben bemächtiget,und einige Jahre als König allda geherrschet: alleinbey dem Stillschweigen der Schrifft ist nichts auf die»ft Nachricht zu halten, und vielmehr gewiß, daßAbraham ohne Verzug in Canaan eingetroffen.
Er enthielt sich anfangs eine Zeitlang zu Sichem,welche Stadt folgender Zeit auf dcmGcbürge Ephraimgelegen, und von Ieroboam zu seiner Residentz.rr-wählet wurde, r^) Nach der Zeit wohnete er im HaynMore , woselbst ihm der HErr in einer abermahli-gen Erscheinung die Besitzung des Landes verhieß,welches ihn desto freudiger machte iu dem Lande her-um zu wallen, wie er denn noch dieses Jahr 208?. anwelchem er aus Haran gezogen, biß an einen Bergzwischen Bethe! und Ai, und also ferner in die Ländergegen Mittag zu gclangete.
Nächst kommendes Jahr fand er stch genöthiget nachCgypten zu reisen, und also das Land zu sehen, woxin«nen seine Nachkommen eine ziemlich harte Prüfungausstehen solten. Die Ursache solches seines Hinab-Ziehens nach Egypten war eine im Lande Canaan ent-stehende sehr grosse Thcurung, welcher er sich nicht bes-ser, als in dem fruchtbaren Egypten, entziehen konte.r^)D z _ I»
I) ^ntiquit. luüsicsr. lib.I. c.7. conf. LOLII>tX-
1°V8 in kkrileß. lii). r. c. lo. m ) LLt.I>^XIV8 in nor. »ri».4"tiqu. 7.2. lik.Z. c. 16. n) 6-n.XII, 2. z. n)ttekr.XI,89. p) 6cn. XII, 4. 5. 4) kI-OKV8 lid. c. H.
LOc»zk'rV8 üb. 2. r. 14. cLl.I.^X>V8 Inc. cir. c. i;. r)ttOc«^IvrV8 I. c. lii,. !. c. 7. coof. Oen XXXIV. ,0 XXIV,l. luä. IX. s) 6«n.XII, 6. 5-^. ,) Conk. kl.. lOSLkUVr»nri^u. iuäric. üb. I. c. 9.