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Kirchen «Historie Altes Testamentes
In Egypken gab er sein Weib Sarai vor seineSchwester aus, weil er sich wegen ihrer SchönheitLebenö-Gefahr bey den Egypteru beforgete. Wö-be« sich viele verwundern/ wie es habe zugehen können, daß Sarai, nachdem sie schon über 62. Jahr ge-wesen/ dennoch solch Ansehen gehabt/ daß sich auchKönige Mühe um sie gegeben, x) Einige meynen, 7^Moses hätte die Geschichte versitzet/ also / daß dieseReift nach Egypten viel eher geschehen seyn müsse /welches aber/ wenn es auch schon dem göttlichen An-sehen der Schrifft nicht zuwieder seyn solte/ dennochbey den Umstanden der gantzen Historie mit Vernunftzu behaupten nicht möglich; wie es denn auch garnicht nöthig ist. Denn bey dem Maasse des mensch-lichen Lebens / welches man zu selbigen Zeiten nochantrifft / kan man sich auch leicht berede« / daß man-che Personen / welche von guter Bildung und Leibeö-Onllitution waren / im 60. und folgenden Jahren/darinnen sie kaum die Helffte ihres Lebens überstiegen/noch wol gut ausgesehen haben mögen. Zu geschwei-ge« / daß auch der Verstand und gute Aussührung derSarai zu ihrer Hochachtung viel mag beygetragenHaben, r)
Daß aber die obangezeigte Verstellung nicht ohnemenschliche Schwachheit gewesen/ wird man leicht er-kenne«/ wenn man die Gefahr erwäget / darein die gu-te Sarai gestürtzet ward. Denn die Egyptischen Für-sten betrachteten sie als eine nnverehlichte Person/undwüsten sie ihrem Könige nicht gnugsam zu rccommen-«bren; weswegen er sie zu sich nach Hofe kommen ließ/und sie zum Weibe zu nehmen gedachte. Wie baldHätte es nun zum Ehebrüche ausfchlagen können?wenn nicht GOtt selbst ins Mittel getreten wäre/ undden Pharao und sein Hauß so lange mit grossen Pla-gen geplagct hätte/ biß dieser ohne Zweifel in tieferBußfertigkeit das Antlitz des HErrn gesuchet/ undaus einer Offenbarung / wie die auch geschehen seynmag, verstanden/ daß ihm das alles um Sarai / A-brahams Weibes willen widerfahren, welche er dem-»ach so fort ihrem Manne wieder zustellctc/ und siemit sichern Geleite fortschicket?, a)
Sonderlich begleitete ihn der Sergen des HErrn/daß seine Haabe im Lande Canaan, worinn er nunwieder bey Vethel wohncte, sehr groß ward. Nichtsdestoweniger war die Begierde nach dem zeitlichen sogering bey ihm/ daß er lieber die Vortheile der Wei-de und Gelegenheit des Landes bey Bethel verlasse«/als den Zanck gestatten wolte, der sich der Weide hal-ber zwischen feinen und Loths Hirten entsponnenHatte,
Es war nemlich Loth/ Warans / Abrahams Bru-ders , Sohn / bisher sein treuer Gcfehrte gewesen. cchDieser als ein gerechter Mann, wie ihn der H. Geist
u ) 6rn. Xll, 12. ünzi- X) ?L1'llV8 Lervl-L lex. vor. 8ery) KILU. 8ISicM. biL. crie. V. r. üb. I, c. I. s>. 5r) Lon 5 . d. 8VVOLV8 tt. L. V. k.I. p.227. s) Ü-n.Xll, 14. 1 - 88 - lü^LV, 14. Lonf. ttkll>L 0 LUXV 8 in big.ps »lsrcbsr. ?. 2. exercic-ir. 4! kLU 8^Ll,1V8 in -üÄio
, voc. d) ües, Xlll. 6 ea. Xl/ 27»
xii, , l.
nennet / <I^> ward auch des Seegens seines Vetterstheilhaftig, daß er sehr zunahm / und daher seine Hir-ten / weil sie vor die Menge ihres Viehes nicht alle-mahl Weide gnug finden konten / mit AbrahamsHirten zanckcten / gleichwie diese auch mit jenen tha-ten. Solches zu vermeiden stclleke Abraham den»Loch vor/ daß eine Trennung ihrer beyder unumgäng-lich nöthig wäre, wolle nun Loth zur rechten, so wol-le er zur lincken, u. s. w. e)
Die Bescheidenheit Abrahams und die Billigkeitder Sache bewogen Loth, daß er sich schied / und dar,lustige Sodom zu seinem Aussenhalk erwählete; f>welches nicht ohne sonderbare ickouiäenr GOttcs ge-schehen / sondern damit der fromme Loth den boß-hafftcn Sodomiteu ein Lehrer und Anführer zurBußeseyn möchte, ob sich vielleicht noch einige unter ihnenweisen lassen wollen.
Bald darauf erschien derHErr dem Abraham zumdrirrenmahle, und bestätigte ihm nicht nur nachmah-len die Besitzung des Landes, sondern verhieß ihm aucheine solche Nachkommenschaft, die so wenig,'als derStaub auf Erden solte können gezählet werden. Wor-auf Abraham seine Hütte, so er bisher zwischen Be-thel und Ai aufgeschlagen hakte, aufnahm, und sichzu Hebron in dem Hayn Mamre niederließe, b)
Als der König zu Sodom nebst seinen Allü'rten^n.no munäi 2092. von dem Könige 2 vedor Laomorvon Elam, wie ich unten bey dem äußerlichen Zustan-de der Kirchen mit mehrern erzehlen will, war geschla-gen , und nebst andern auch Loth in der BeraubungSodoms weggeführet worden, fastete Abraham ei-nen auf GOtt gegründeten Heldenmuth, und jagteden Überwuchern mit zi8. Knechten aus feinem Hau-fe nebst den verbundenen Männern Escol und Änernach, ercilere sie bey dem Flusse Dan , welcher einervon denen war, daraus dcrIordan erwachsen, ch.rieteseine Leute mit grosser Klugheit, und überfiel sie desNachts so glücklich, daß er sie nicht nur bis gen Hobabey Damafcus jagte, sondern auch Loth und alles,was zu Sodom geraubct ward, ohnverletzet wiederzurücke brachte, i) ' >
Bey seinem Rück-k^arclie nahm ihn 8lki.c:ni8?.ori:n,der König zu Salem, welches folgcnds Jerusalemgenennct worden , kch gar freundlich auf, und crqni-ckcte ihn und feine Leute mit Brod und Wein. l)
Was die N 1 elci)iftdecianer von diesem Melchije-dech gehalten, ist in dcrKirchen-Historie Neues Te-stanrents 8-c. 11. cap. IV. kürtzlich bemercket wor-den. Die Meynung der Hieraciren ist eben da-selbst 8ec. III. cap. IV. zu befinden. oiciüi-rck8 sollihnvsreincnEngelgehaltenhaben. Andere luden__ ' _ ältern
6 ) 2 . kerr. II, e)üen. Xill, 9 . k) Ibitlew v. IO. 1-88-x) Lnnk 2 . l--ks.Il, 8 . 6 -n.XUl, 14 . f-qq. k) kl./lV. IO-8LkttV3 anri-iu. Iu4ric. üb. l> c. 12 . Lonf. 84l>. VLT'l.lkt-6 IV 8 adccru. llrcs^r. y. l, okleru. 6 . IO. Ll.LIl.ILV 8 bibliotk.äncisn. Sc macl. vom. 2 . ?. 2 . p. 96 . Z 44 l- 88 - i) 6 en. XIV,12 . 1-81' Vill. NOLllelIl1'V5 in ß-oßkiipü. l^c». IILlldt.V^H51V8 in üill. ljicroti>I),mLe. LLll.-.KlV 8 in noc. orb.Lnciiui. I) 6 en.XIV, Iß. m) Viä. ttlLXOKU^lVS exiü.I» 6 .
LVäLLIVdl.