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Kirchen-Historie Altes Testamentes
zum Zeichen ihrer Treue durch die zcrstückten Thierehindurch giengcn, und dabey wünschetcn, daß GOttdenjenigen , welcher den Bund nicht halten würde/also zerstückcn und zerreißen wolte. b) Durch diesenBund ward Abrahams Glauben krässtig gestärcket,und GOtres Verheißung versi gelt.
Solche Verheißung aber gedachte Sarah auf einesonderliche Weift zu befördern, indem sie ihrem Man-ne ihre Egyptisehe Magd Hagar zur Beyschläfferinanboth / welches sich Abraham auch gefailen^ließ,und ^nno munül 2094. mir derselben einen Sohn,Nahmens Jsmael erzeugeke. c j Die anstößigen Um-stände/ so bey dieser Begebenheit vorkommen/ habenandere ausführlich erörtert. Es ist freylich nicht sogar ohn alle Schwachheit zugegangen/ wie denn unterden Heiligen GOtkeS keiner ohne Tadel: Daß aberAbraham aus Fleisches-Lust oder Unglauben in sol-che That gewilliget/ ist eine Lästerung GOtteS vergehsener Leute/ welche langst wiedecleget worden. 6)
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^?uv; e) schreibet/ GOtt habe es der Sarah befoh
lcn/ welches aber aus der Schrifft nicht zu erweisenGnug / daß GOtt den Fehler geduldtt / und nach sei-ner wunderbaren Vorsehung zu einem besondern Vor-bilde und Geheimnüsse gedeycn lassen. 5 )
Anno 2107. da Abraham 99 - Jahr alt war / hatteer die fünssre Erscheinung GGrres. In derselbennennete sich GOtt selbst den Li sckaüaj den all-mächtigen GDtt, welcher alles vermag , und indemer Abraham die bereits geschehenen Verheißungen bestätigre, und mit andern/ als daß auch Könige vonihm kommen, und der Bund mit ihm ein ewiger Bundseyn solte / vermehrete, so veränderte er ihm zu mehrerVersicherung den Nahmen. Denn bisher hatte erAbram geheißen, welches so viel bedeutet, als hoherVater ; nunmehro aber solte er sich Abraham nen-nen , welches so viel ist, als Varer der Menge, weiler ein Vater vieler Völcker werden solte. Gleichcrge-stalt solte sein Weib ihren bisherigen Nahmen Sarahwelcher so viel ist, als meine Frau, in Sarah, dasist,Frau verwandeln, zum Zeichen, daß sie als einefteye Frau einen Sohn bringen solte, aus welchemVölcker u. Könige vieler Völcker entspringen würden, g)Zu einem beständigen Siegel solches Bundes mitAbraham bey ihm und seinen Nachkommen, gab ihmder HErr das Geboth von der Beschneidung der Vor-haut des Fleisches bey ihm und allen seinen Nachkom-men männlichen Geschlechts, welches Abraham ohneVerzugan sich, seinem Sohne Ismael, und allem,was Manns-Nahmen war in seinem Hause,Merck setzete. b)
Diß ist also der Ursprung der Beschneidung, da-von unten im H. Capitel noch mehrers zu gedencken,welche anfänglich nur bey Abraham und seinen Nach-kommen gewesen, nachmahls aber sich auch zu andernVölckern ausgebreitet. Es giebt zwar einige so wohl
unttr den alten >) als neuern , k) welche vorgeben,daß Abraham und seine Nachkommen die Beschnei-dung von den Egyptern erlernet; und diese beruffensich sonderlich auf das Zeugnüß »kRovoiu I) und ei-niger wenigen andern Scribenten, welche, wie in an-Lern Dingen, also auch hierum theils ihren Affecten,theils irrigen Nachrichten und Einbildungen gefolget,da sie zumahl in dem Wahn stunden, daß die Judenaus Egypten entsprossen wären.
Andere wollen den Streit auf andere Weise heben,und unter dem öffentlichen und Privat-GebrauchederBeschneidung äickiuzuiren. Den Untern schreiben sieden Egyptern zu, welche aus natürlichen Ursachen undzu einem meämimschen Zwecke die Beschneidung schonlange vor Abraham solten gehabt haben ; der erstereGebrauch aber wäre Abraham zum Zeichen des Bnn-des anbefohlen worden. Jener Beschneidung härtensich nur einige, so es von nöthen gehabt, bedienet;diese, aber hätte nothwendig an allen Manns-Pcrsonengeschehen müssen, m)
Allein es heißet diß alles so viel als nichts gesaget,weil man den mcüicimschen Gebrauch der Beschnei-dung bey den Egyptern vor Abraham mit keinemtüchtigen Zeugnisse erweisen kan. Hcrgegen erscheinetaus der Schrifft, daß sich GOtt in dem Geboth derBeschneidung weder nach den Egyptern, noch nach an-dern Völckern gerichtet, zumahl da sie ein Unterscheidzwischen den Nachkommen Abrahams und den an-der» Völckern seyn solte. Daher auch die Redens-Art gekommen, daß die Juden die Beschneidung, dieHeydcn aber die Vorhaut genennet wurden, n zIndem nun Abraham, wie obgcdacht, den Befehlvon der Beschneidung mit gläubigen Gehorsam insWcrck gefttzet Hatte, so würdigte ihn GOtt der HCrrn.och selbiges Jahr der sechsten Erscheinung. Essaß nemlich Abraham einstens, da der Tag am beißfesten war, an der Thüre seiner Hütten, und sahe dreyMänner gegen ihm stehen, welchen er alsobald entge-gen eilete, und sie bey ihm einzukehren, nöthigte. Ererkannte so fort, als ein Prophet, daß unter diesenMännern einer der HErr, der lebousb selbst war; da-her er bis zur Erden anbetbete, und ihn besonders an-redete , sagende: HErr, habe ick) Gnade fundenvor deinen Augen, so gehe nicht vor deinemKnechte über. 0)
Die Männer, welche solchergestalt nicht alle ;. er-schaffene Engel waren, wie etlichen, das Geheimnisder Dreyeinigkeit darunter vorzustellen, gcfällek, p)
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