36
Kirchen-Historie Altes Testamentes
Bald hernach besuchte ihn der König Abimelech,in Begleitung seines geheimen St ars-Minisiers, oderFreundes , und seines Feld - HauptmannS
phichol , zu Bersaba, und schlössen einen Bund mit-hm, daß er ihnen nicht schaden solte. Denn sie ficn-gen an sich vor seinem ungemcin wachsenden Glückeund Vermögen zu fürchten. Isaac tractirere diese'vornehme Gäste Herrlich , schwur ihnen, was sie be-gehreten / und weil seine Knechte eben einen Brunnengegraben Hatten, so nennete er ihn Saba, daher denBersaba entstanden. Sein Vater hatte schon ehemah-len bey gleicher Gelegenheit diesen Brunnen also be-nennet, k) nachdem er aber verschüttet worden, undder Nahmen ins Vergessen gerathen, erneuerte Isaacbey diesem Bunde fernen Nahmen, nachdem er vonseinen Knechten wieder eröffnet worden.
An seinen Kindern erlebete Isaac unterschiedene Wi-derwärtigkeiten. Denn Esau verheurathete sich mirs. Weibern aus den Hethitern, welche so doßhafft wa-ren , daß sie ihren Schwieger-Eltern nichts als Herze-leid verursachten, lHernach als Jacob seinen Bru-der Esiru mit List des väterlichen Seegens beraubete,rvolte dieser jenen umö Leben bringen, daß sich die El-tern genörhiget befanden, Jacob zu ihren Verwand-ten in Mesopotamien zu schicken, wi in: Leben Ja-cobs mit mehrern zu erzehlen. m) Esiru aber nahmseinen Eltern zum Verdruß über die vorigen Weibernoch dielTochter Ismaels, des Sohns Abrahams,die Schwester Vlebajoths. n)
Endlich starb Isirac, nachdem Jacob wieder ausMesopotamien gekommen war, zu Hebron, und seineSöhne begruben ihn. o) Die Scbrifft bedienet sichdabey, gleichwie bey dem Tode Abrahams, der Re-denö-Art,daß er zu seinem Volck versammlet wor-den, welches nichts anders, als die Sammlung derSeele zu dem Haussen der Gläubigen andeuten kau,weil ja weder Abraham noch Isirac dem Leibe nachsein Begräbnüß unter seinem Volck, oder LandeS-Leu-ten gefund n. Es' wird also damit die Hofnung derAuferstehung bey den Alt-Vatern gar klärlich bemercket.
Isirac folgete sonst seinem Vater Abraham, wieim Glauben, also auch im Gehorsam und andern Tu-genden. Als er geopffcrk werden solte, und das Holtzdarzu trug, war er zwar anfänglich bekümmert, wodenn das Schaaff zum Vrand-Opffer herkommen sol-te'nachdem ihm aber sein Vater bedeutete, daß ihmGOTT schon eines ersehen würde, und er endlich er-fuhr, daß er selbst das Schaff seyn solte, so ergab ersich gern dem göttlichen Willen, und ließ sich seinenVater ohne Wiedei streben auf den Holtz-Haussen bin-den. p) Seine Bescheidenhut und Leutseeligkeit lässetsich aus seinen Handlungen mit den Philistern zur
k) Oen. XXI Z,. 0 -„. XXVI, Cons II. M iLtt.Lä86.V8 big. «ekles vei. p. 77. I ) 6en. XXVI, Z4. 5 eq.in)6cn.XXVII n 6e» XXVUI, 5 . l-iq. « 6:n. XXX V28.29. 6< nf. I». »VON V? U. k. V. ?. p.244. p) 6enXXII. Lnns 10 . likdix. UklOsOOLXVX excrcnsk. lle rentsrinne /LX N > v>I e»r<>r :n kik. eins ticrs p»rrisecl>Lr.
k.2. p.2/8. cux,8llx^. lrüchvrlr. luü- t»
V. I. P.Z2Z, ,
Gnüge schlicssen. g) Unter seine Schwachheiten kön-te man zähle», daß er den wilden Esau fast zu sehrgeliebet, und ihn in seiinm eigensinnig01 freyen Wesenersiarcken lassen ; Daher es auch durch göttliche Fü-gung geschahe, daß ihm der vom Vater schon zuge-dachte Haupt-Seegen nicht zu Theil werden durffte. r)
Übrigens darff man nicht zweifeln, daß ihn sein Va-ter Abraham in aller Erkänntniß, die er selbst beses-sen, wird unterrichtet und auferzogen haben, welcheer denn durch Betrachtung, ;) Gebeth und Erfah-rung vermehret, ohngeachtet davon so eigentliche Fuß-stapffcn nicht gezeiget werden können.
l^clOk.
Ein Sohn Isaac, gebohren »t. 216g. stirbt rzi;.alt 147- Jahr.
Er bekam den Nahmen davon, daß er bey seiner Ge-burt seines Bruders Esiru Ferse hielt, welches ihmdi ser hernachmahls so ausbeutete, daß er ihn unter-treten, weil er ihn so wohl um die Erstgeburt, alsum den Seegen gebracht hätte, r)
Was die Erstgeburt anlanget, so war Esiru, wieoben angezeiget, der Natur nach der Erstgebohrne.Das Recht der ersten Geburt aber hat von Anfangder Welt, wie eö scheinet, in grossem Ansehen gestan-den , ob man wohl vor der Sünd-Fluth nicht eigent-liche Zeugnisse davon ausweisen kam Die Erstgebohr-nen »raeiemircten in den Familien ihre Vater, vonwelchen sie mit einem besondern Seegen bedacht wur-den, damit sie desto mehrern k sscöl unter den Ihri-gen haben möchten; wie sie denn auch nebst dem Vor-züge, da sie bey den zeitlichen Gütern eine doppeltevrei in zu gemessen hatten, das Priesterthum ver-walteten. u)
Es begab sich aber, daß Esiru einstens matt undhungerig vom Felde kam, da Ja ob eben eine rotheSpeise vor sich harte. Was es vor eine Speise ge-wesen, lässt sich aus Heil. Schrifft nicht abnehmen.Gnug, daß diß rothe Gerüchte oinn, bacäom, da-von Esiru folgende Edom genennet worden, diesendermaßen anlachte, und ihm den Appetit dergestalter-weckete, daß er mit grosser Begierde den Jacobbath ihn mit sich essen zu lassen.
Jacob bediene« sich der Hitze seines Bruders,daß er ihm bey der Gelegenheit die erste Geburth ab-schwatze«. Denn er sprach zu ihm: Verkaufte mirheute deine Erstgeburt, das ist, das Recht, so dudurch deine Erstgeburt erhalten hast. Esiru nun warso unbesonnen, oder, wie kaulus x) saget, so gottlos,daß er sich nach Jacobs Verlangen bequeme«, sagen-de : Siehe, ich muß doch sterben, was soll mirdenn die Erstgeburt, Jacob ließ sich also von ihmschweren, gab ihm sodenn zu essen, und damit war der
Handel
q) 6en. XXVI, 14. leqq. 26. teqq. r) 6e». XXV, 28-XXVI Z4.XXVII. s) Oen.XXIV, 6z. r ) 6en. XX VII, ;6.u)VU 1. OMiLtOS-ä 6en XMX, z IO. -OMX. tzVLN-Ü'rLO l' in LNkl<iu. bidl. c. I. n. 2. I>. 1^. te<i«i. 10» 8Lss)L-HV8 <1e luccels in den. lies c 5. I>. tüLerl. äe
x-c«. r^. /.zi, ») Uedr.XH, U).