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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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I. ?eriocl. I. Cap.

Handel geschehen/ welcher dem Esau in der Schrifftso einen bösen Nahmen hinterlassen, y)

Was war es nun Wunder/ daß ihm die göttliche?rouiclenr auch den Seegen eines Erstgebohrnen ent-zöge? Denn als Ijaae sein iz/. Jahr erreichet Hatte'/und seine Augen dunckel worden waren/ daß er ver-muthete/ er werde es nunmehro nicht gar zu lange indieser Sterblichkeit machen/ so nahm er sich vor seinenältesten Sohn Esau / den er liebete / mit dem Seegendes Erstgebohrnen zu versehen. Er befahl ihm dem-nach ein Wildpret zn jagen / und ihm daraus ein Es-^ scn nach seinem Geschmacke zuzurichten/ so solle ihm! alsdcnn der väterliche Seegen zu Theile werden.Rebecca hörete solch Gessräche Isaacs mit Esav/und beredete ihre», geliebten Sohn Jacob / gegen seinvielfältiges ?r«restiren / und Einwenden / dem Vateraus einem Vöcklein von der Heerde eine ihm wohlschmeckende Speise zuzurichten, Esaus bey ihr zuHause befindliche köstliche Kleider/ welche einige, wie-I wohl ohne gnugsamen Gruud vor die PricsterlichcnKleider des Erstgebohrnen halten wollen , r) an zuziehen, die Hände mit den Fellen von dem Böckleinzubedecken, und also von Isaac den Seegen zu gewinnen.

Es gieng auch nickt ohne göttliche Fügung glück-lich von statten. Denn ob gleich Isaac anfänglichzweifelte, ob es auch Estui wäre, der sich vor densel-ben ausgab, und ihn deshalben anfühlete, so konte erihn doch nicht erkennen, und sagte: Die Stimme istJacobs Summe, die Hände aber sind EsausHände; und nachdem ergegessn und getruncken, seeg-nete er ihn mir einem herrlichen Sergen, darinn er ihnzum HErrn über seinen Bruder setzete, und ihm sonstallerley Glückseeligkcit verkündigte; sonderlich abernicht undeutlich auf denjenigen zielete, welchem dieHeyden zum Erbe, und der Welt Ende zum Eigenthumgegeben werden sslke, ?t.H, 8- coilar. t.uc.1, zz. Vorwelchem sich alle Knie beugen müssen, kkil. Il, io.

Kaum aber war Jacob von Isaac heraus gegan-gen, so kam Esau, und brachte sein Weidewerck, undnachdem er das Essen aufs beste zubereitet, trug er eszu seinem Vater hinein, welcher, sich aber über der Be-gebenheit entsatzte, und dem Estm entdecket«, daß seinBruder Jacob den Seegen mir List weggefischet hätte.Elan weinete darüber laut, und that sehr kläglich,bis ihm sein Vater auch einen Seegen mittheilete,aber den Seegen des Erstgebohrnen konte er nicht mehrerlangen, noch den Vater dahin bewege», daß er sol-chen von Ja ob wi der zurück genommen hätte, s)Der Sergen Esau war etwa folgenden Jnnhalts:Du wirst zwar auch eine fette Wohnung haben aufErGcn, und vom Thau des Himmels von oben her;doch wird dein Bruder in seinen Kindern einen merck-lichen Vorzug besitzen, dah r sich auch deine Nach-kommen auf das Kriegen und Rachen legen werden.Indessen wirst du deinem Bruder dienen, so lange, bisdu auch ein freyer Herr werden, und sein Joch von

6en. XXV, zo. scc)c>. Lonf. k. 8VOV V8 6e peces i;§. >/. tchq» r) Lnnf. v70l.k76.4H6 V3 kk>tX2IV8in leknlz sscrikciorum ciil!'«rta:ione 8- §>4» Len. XXVII,zo. rvnk. ttebr. Xll, 17.

Von den Lehrern. Z7

ckcinem Halse reissen wirst. k>) Der Verfolg hak auchgautz genau mit dieser Provöeceyung cingerrossen, dasich die Idumäer zu Davids Zeiten unter seine Hcrr-schafft bequemen musten , ». ) bis sie das Joch unterdem Könige Joram wieder abgeschüttelt haben. )

Endlich fragt sichs bey dieser Geschichte: Ob Re-becca und Jacob wohl recht gethan haben, daß sieden alten Isaac also betrogen, und Esau des Seegensberaubet? Es giebt viele unter den alten und neuen, ?)welche hierbey alles gut sprechen, weil Rebecca undJacob einen guten Zweck, nemlich den Sergen, vorsich gehabt, und sich zweifelsohne auch auf das gött-liche Work gegründet hätten, da derHErr gesprochen:Der Größere wird dem Rleinern dienen, f)

Wein, ob wohl nicht zu läugnen, daß Rebeccaund Jacob eine gute Absicht gehabt haben, so findetman doch viel sündliche Umstände dabey, welche sichnicht entschuldigen lassen, ohngeacfitet man es bey demguten Endzweck mehr vor eine Schwachheit, als Bos-heit zu halten Man bemercket also offenbare Lügen,wenn Ja ob saget: Ich bin Esau, dein erstge-bohrner Sohn, ich hac e gethan, wie du mir ge-sagte hast. Item, von meinem wildpret, undanders mehr. g)

Einige wollen die celei-uaücme? mentale?, da mananders meynet, als redet, mir dieser Historie beschö-nigen. Andere machen ein peccsmm rypicum oder al-le^nricum daraus, wovon andere nachzulesen, fi^) Dasist indessen gewiß, daß es GOtt nach seiner wunder-baren Weisheit also lenckeke, daß es nach seinem Wil-len ausschlagen muste-

Ich habe schon im Leben Isaacs angezeiget, wasvor einen Haß Esiur auf Ja-ob wegen dieses See-gens geworffen. Die Eltern fasteten also den RathJacob nach Mesopotamien zuschicken, sowohl vonseines Bruders Augeu sich zuentfernen, als auch ausseiner Freundschafft ein Weib zu nehmen, i)

Jacob reifere also mit väterlichen Scegen beglei-tet im 77. Jahre seines Alters k) gantz allein zu Fussevon Bersava ab. I) Man kau leicht erachten, daßihn der Anfang dieser Reise sehr schwer angekommenseyn müsse. Denn er muste seine liebe alte Eltern ver-lassen, nicht wissende, wie es ihnen indessen gehen, undob er sie in diesem Leben noch wiedersehen würde. Ermuste sich fürchten, daß ihm der erbostere Essn etwanachsetzen, erhäschen und grausamlich erwürgen möch-te. Er wüste weder Weg noch Steg, noch wo er aufE z der

d) Len. XXVII, Z9 40. conk. kk. I 08 k.I>UV 8 6e kelln lu-ilsic lid. c. 14. c) 2. 82m. VIII, 14. 6)2. Key. VIII, 20.

2- ?2r2lip. XXI, 8- coi'f kk. lO^kkUV?, sntiqinr. In<I. Iik.8»c.2. e) V>6. MLXOX 7 VIV 8 , 611 X 7 0870 V^c.k. I» nec non Oo6t »ees 8ckolssl. !r. Vt'oI.kl-6. kK 4 I 4 XIV 8in 5 ckols tzerif. 6>ss»r. 8- F. 9. te<>^ f) 6e». XXV. 2 Z.y 6onf. 4 V 6 V 87 k 4 V 8 in liken 6e men6-cio »6 Lonlen-cium c.2. Sc k- 8^l)l)kV8 Kilt. eccl. V. 7 . p. r. s>. 249 Ic^.k) I6em IlricI. 474 I.I' /elk.X 4 I?OLK in kill. ecclek V. 7 .2eksl» III. 9. i) 6en. XXVII. 4,2. le^q. XXVIII, I.feq<i.

1 ^. 6 . V 85 kkIV 8 in ,nnu>. p. 7. I) 6en.XXVIII, 10. II.Lonk. IO. ULIVLLLL^VS in diü. xsllirrcksr. 7 .