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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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I. kcrlOtj. I. Von den Lehrern.

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und bunte und schwartze Schaafe, wie Jacob vorge-schlagen hatte. Als aber dieser Art Vieh dem JacobHäuffig zufiel, zumahl, da sich dieser eines natürlichenKunst-Stückes bediene«, und bunt geschälcte Stöbein die Tränck-Rinnen legete, wenn der Laufs der Früh-linge F'eerde, oder vielmehr der stärckesten Schaafewar,so wuchs der Neid bey Laban so groß, daß er Jacobfernerhin kein freundlich Gesicht zu geben vermochte, a)Zwar scheinet Jacob nicht recht gethan zu haben,- er durch Kunst gesuchet seines Schwieget - Va-ters beste Heerde an sich zu bringen; daher er auchmit dieser Geschichte in dem kleinen Catechismo dasSinnbild zu dem IX. Geboth hat abgeben müssen:wenn ich aber betrachte, was Len.XXXI. 6. tegq. ste-het, so halte ich ihn völlig vor entschuldiget. Dennes war einmahl sein verdienter Lohn, Hernach sprichtJacob ausdrücklich zu seinen Weibern, GOtt habeihres Vaters Güter von ihm entwandt, und ihm, demJacob gegeben /, welches Jacob , als ein frommerMann , kcinesweges gedichtet, oder gelogen, und end-lich eröffnet ihm auch der Engel des HErrn im Traum,daß die gantze Sache unter göttlicher krvuiüenr ge-schähe ; daher ich versichert bin, es habe sich Jacobder natürlichen Mittel nicht ohne Beyfall göttlichenWillens bedienet, b)

Inzwischen, da Jacob über den Neid und die Un-gerechtigkeit Labans bekümmert war, sprach derHErrzu ihm: Zeuch) wieder in deiner Varer Land, undzu deiner Freundsthaffr, ich will mit dir seyn.Jacob aber sahe aus allen Umständen, daß ihn La-ban nicht mit guten ziehen lassen, sondern vielmehrGewalt gebrauchen würde, sein sauer erworbenes Ver-mögen von ihm zu reisten. Daher besprach er sichHeimlich mit seinen Weibern, und richtete seine Sa-chen so ein, daß er Laban unwissend, nachdem er 20.Jahr in Mesopotamien gewesen, und nun 97. Jahralt war, mit seiner gantzen Haabe davon kam.

Als aber Laban am dritten Tage die Nachricht vonfeiner Flucht erhielt, setzte er ihm mit einer starckcnMannschafft von seinen Freunden nach, und erciletejhn nach 7. Tagen auf dem Berge Gilead- Damitaber der erhitzte Laban nichts feindseeliges an Jacobbeweisen möchte, so verboth ihm GOtt Abends zuvor,ehe er mit Jacob zusammen kam, ausdrücklich nichtanders als freundlich mit ihm zu reden, ü)

Solchergestalt lief die Zusammenkunfft zwar ohneThätigkeiten , doch nicht ohne Zwisiigkeit ab, indemsich Laban sonderlich beschwereke, daß man ihm seinelerapkim, oder Götzen, mitgenommen hätte, welchesich aber nirgends finden wolten, weil sie Aahcl, diesie entführet, unter die Streu der Cameele verstecket,und sich darauf gesetzet hatte. Jacob nahm also Ge-legenheit, seinem Schwieger-Vater sein unrechtmäßi-ges Beginnen mit Ernst vorzuhalten, und endlich

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äifferr-lk, 6c kuernr» Iscodi urliücMi, cxrat in tlieliiurnpiiilnioß s>. 228 > Istlg v O. IO^ U. I>/eX6IV5IM. eccles. V. 1. s>. 8> c) 6sn. XXXI- 4. Lonf. I^L.VLLLXIVL sollsl. j,. 6- ä) Len.XXXI, 22. key(j.

machten sieciuen Vergleich undBund zusammen, Krafftdessen keineParthey, wedervorjctzt nochvor das künfs-tige, die andere anfeinden oder beschädigen solte. Mantrug dabey einen Stein-Haussen zusammen, aufwel-A-em gcspeiset ward. Dieser solte das Zeugnis des ge-machten Bundes seyn, woher auch der Nahme Gilead,oder ein Haussen des Zeugnisses, entstanden, e)Nach Labans Abzüge verfolgete Jacob seinenWeg, und sahe nicht weit von dem Jordan zwey Heer-Lager der Engel GOttes, weswegen er den Ort Ma-hanairn nennete, t) und durch ihre Gegenwart ohneZweifel gar krasstig getröstet ward, welches er um de-sto mehr benöthiget war, jemehr er sich bey Annähe-rung des Landes Canaan vor seinem Bruder Esturfürchtete, als von welchem cr giaubete, daß er nochdie alte Feindschafft Hecgen würde.

Um ihn nun zu versöhnen, so schickte er Bothennach Scir, wo Estur seine Wohnung aufgeschlagen,und ließ ihm nicht nur seine Zurückknnfft aus Meso-potamien, sondern auch den Reichthum, den er mitsich brächte, zu wissen machen, welches so viel zu er-kennen geben solte, daß sich Eßru wegen der väterli-chen Erbschasst keiner Streitigkeiten mit ihm zu be-sorge» hätte, weil er mir dem von GOtt erlangte»Seegen vollkommen zufrieden.

So gut es nun Jacob meincte, so sehr ward er be-stürtzek, als die Bothen Zeitung brachten, daß Efaumit 400. Mann unterweges wäre ihm entgegen zukommen, g) Da nun keine Freundschafftö-Versiche-rung mit eingelauffen, so versähe sich Jacob nichtsanders, als eines feindlichen Überfalles. Er rheilctedemnach das Volck nebst dem Viehe in 2. Heere, mder Absicht, daß wenn das eine verlohrcn gienge, sokönte sich doch das andere retirircn. Uberdis sonderteer noch eine grosse Heerde allerley Vieh aus, und schick-te sie vorher zum Geschencke vor seinen Bruder.

Bey aller dieser Anstalt aber nahm er seine Zufluchtzu GOtt, und erinnerte ihn seiner Verheißungen, dieer ihm zu Bethe! gethan hatte. Ja, nachdem er seineHeerden, und alles Volck über den Furt Jabock gese-tzek hatte, blieb er das übrige der Nacht, darinnen erseine Weiber und Kinder hinüber geschassek, jenseitsdes Wassers, sein Hertz in dcrEinsamkeit rechtschaffenvor GOtt auszuschütten.

Hier aber begegnete ihm was sonderbares. Dennes stellete sich ein Mann gegen ihn, und si.eng einenHeffrigen Kampfs mit ihm an, welcher biß zu dem An-bruch der Morgen-Röthe daurcte. So viel man ausden Umständen schliesst« kan, so muß dieser Kampfsnicht nur leiblich, sondern auch geistlich gewesen seyn,also, daß der Glaube Ja.obs auf die Probe gesetzetworden- Jacob, der sonst nicht gemeine Leibeö-Krass«te besaß, wandte alles an, was er konte, und li ß sichauch in seinem Glauben so standhassr finden, daß der

verstel--

el Ibidem vers. zo. Lonf. d. 8° O LV8 !>>U eccletV. r. p.i. p. 257. O. v. IO?.<?tt..d6X6lV8 Kilt. cccl-s. V.7 °. p. 86. 6V6. in Md. vcx-l. cenr I. r.40.

f) I). v l.^d!6lV8 1 .c. ss.87. x) 6en. XXXU, tz. Lvvk.K1VLIV8 i» ti. 1.