I. peri'oö. I. Op. Von den Lehrern.
Gefangenen tractirete, sondern ihm vielmehr die Be-sorgung aller andern Gefangenen anvertraute, nurdaß er aus dem Hofe deö Gefängnisses nicht kommenmuste. r) "
Wie viel Jahr er solchergestalt im Gefängnisse zu-gebracht , kan man aus Heiliger Schrifft nicht abneh-men. Zwey Jahr aber vor seiner Erledigung fielenzwey königliche Bedienten in Ungnaden, nemlich deroberste Schencke, und der oberste Becker, welche so-denn in das Gefängnis, darinnen Joseph war, gest-tzet wurden, g)
Diesen träumcken im Gefängnisse unterschiedeneTräume von unterschiedenem Auögange, welchen ih-nen Joseph durch göttlichen Beystand K) vorher ver-kündigen tonte. Der Schencke hatte im Traume dreygrünende, wachsende, blühende und Trauben tragendeLieben vor sich gesehen, die Trauben in pharaonisBecher gedruckt, und ihm überreichet; woraus ihmJoseph nach drey Tagen seine Befreyung und seinvoriges Amt prozmoüicirete. Der Becker aber hattedrey Körbe voll Gebackene auf seinem Haupte getra-gen , welches die Vögel angehacket und gefressen; dar-über ihm von Joseph eine gar schlechte Deutung ge-geben wurde, daß er nemlich nach dreyen Tagen an denGalgen gehencket, und folgeuds also durch die Vögelverzehret werden würde. Beydes hat also richtig ein-getroffen.
Bey dieser Gelegenheit hatte zwar Joseph demSchencken seine Unschuld zur Gnüge eröffnet, ihnauch gebeten, seiner bey Pharao zu gedencken, damiter in die Freyheit gesetzt werden möchte: allein derevchcncke vergaß sein, bis GOtt selbst nach zweyenJahren an Joseph gedachte, und seine Erledigungvcranlassete. ie)
Es traumetc dem Pharao nemlich ein gar bedenck-licherTraum,anfänglich von sieben dicken und vollen,undstebcn dünnen und versengeten Aehren, davon die letztemdie erstem verschlungen; Folgende von sieben schönen,fetten, und sieben häßlichen magern Kühen, davon dieletzterem wiederum die erstem verzehreten. Niemandwar zu finden, der den Traum dem bekümmerten Pha-rao«! hätte auslegen können, biß der oberste Schenckean Joseph gedachte, welcher auf königlichen Befehlso gleich deö VerhafftS entschlagen, und vor Pharaogestellt wurde. l)
Hier nun gieng mit Joseph in kurtzer Zeit eine un-erhörte Verwandelung vor, welche ihn aus dem un-tersten Staube auf den höchstenZEHren-Gipffel setzte.Denn er hatte dem Pharaoni kaum den Traum mitsonderbahrer Bescheidenheit, und Beyfügung einesklugen Urtheils ausgeleget, daß nemlich 7. wohlfeileund 7. theure Jahre nach einander kommen würden,so erklärte ihn Pharao wegen seiner hohen Weißheitzu seinem Statthalter in gantz Egypten-Lande, klei-dete ihn in weisse Seide, oder in das gewöhnliche kost-
k) 6«n. XXXIX, 2l. tcqq. Lonk. 6en. XI.. rcrt. 4',) 6-n.XI., I. I-<^. t,) conf. I». IOE SVO-
6LV8 loc. cir. p. Z 24 - ir. L«n. XI., ?. XI.I, iü. I) Ler». XI.,
9- X1 vtll. Xi., 2Z. LU-I. I. sr^. l) Ses.LI.1, t.
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bare Gewand -er Fürsten, m) gab ihm seinen Ring,vom Finger, hieng ihm eine güldene Kette -um seinew.Hals, ließ ihn auf seinen andern Wagen fahren, undvor ihm her au-sruffen skescb, n) welches ebei»so viel ist als Iian kabreck, beuge die Rnie, der«gleichen Ehre sonst nur den Königen oder Landes-Vä-tern gebührte. Sonst nennte er ihn auch mvv rusx7opkn3tk kansscli, den Offcnbahrer Heimlicher Dinge,oder wie es im Deutschen gegeben worden, den Heinisltchen Rath..
Nachdem nun Joseph solchergestalt aus einet»Sclaven ein Herr des gantzen Egyptens worden, Mas-sen ihm Pharao das gantze Regiment überantworte-te , und sich bloß die Hoheit deö Königlichen Stuhlesvorbehielt, kamen so fort die verkündigten fruchtba-ren Jahre, in welchen er alles übrige Gtreydc desgantzen Landes in darzu gebaute Kornhäuser aufschüt-tetc. Es ward desselben so viel, daß man aufhörenmuste zu zählen, weil die Zahlen gar zu groß und un-begreiflich wurden, p)
Die darauf erfolgenden theuren Jahrtbtraffen nichtnur EgYPten, sondern auch das Land Canaan. Jacobschickte demnach seine Söhne, ausgenommen Benja-min nach Egypken, wer! er vernommen, daß daselbstGtreyde mn Geld verkaufst würde. Dißgab JosephGelegenheit seine Brüder anfänglich wohl zu ängsti-en, daß sie dadurch zur Erkäntiüs ihrer Ubclthate»ommen möchten, nachgehendS aber, da sie zum an-dermahle nach EgYPten kamen, und anbefohlner Mas-sen ihren jüngste» BrudcrBenjamm mit sich gebrachthatten, sich als ihren Bruder auf das freundlichste zuoffenbaren, g)
Man findet in dieser gantzen Begebenheit, die beqdem Mose ausführlich zu lesen , die besondere Klug-heit Josephs, wie er sich so geschicklich gegen sie z»verstellen, und sie so artig auszuforschen wissen, daßsie ihr gantz Geschlecht und desselben Zustand offcuba.ret, ohne, daß sie das geringste mercken können, wasdarunter verborgen; wie er siegegen all ihrprorelUrengenöthigt, seinen leiblichenBruder mit nach EgYPtenzu bringen ; wie er sie endlich a-n dem empfindlichstenOrte angegriffen, da er ihnen Benjamin wegnehmenund behalten wollen. Bey allem diesen fielen sie offtgnug vor Joseph nieder, und bestätigten die Träu-me, bereu Bedeutung sie doch zu verhindern getrach-tet hatten.
Als nun Joseph endlich ihre höchste Wehmnkh sahe,so konte sich sein liebreiches Bruder-Hertz nicht längerenthalten, und gab sich mit lauten Tbränen und hertz-lichen Worten zu erkennen. Ich bin Joseph, sagte er,F - euer
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^V8i.c. loc.74. Lo»f. 16 . UL8K. ttLIOL 60 IUtV 8kik. p,tri,rck. Il.S. t'-6z6. l--,-,. <,) Oen. Xl. 1 I.X 1 .IlI. X IV.XI.V. 6onk. 16 . ULXX. I 1 MVL 60 KIiV 8 kiN. p^riArck.1?. l. exercier, i. §. Z2. ik. 2. p.6;7.6;8- 0 . 0 . 10 . 46 ».I-ölKLIVS hiü.ccoit. v«. reit. j>. roo.