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Kirchen-Historie Altes Testamentes
oder, wie ander« wollen, 240. Jahr alt worden, sowürde er entweder älter, alsEsau stlbsten, oder dochnickt viel jünger gewesen seyn. f)
Am wenigsten können diejenigen Beyfall finden,welche ihn vor einen Sohn Isasthar halten, g) Dennsolchergestalt müst« sich dieser Sohn von seinem Vol-cke, welches doch nicht glaublich, abgesondert haben.Die Zeit und mehr andere Umstände streiten auch der-maßen dagegen, daß man sich wundern muß, wie sichauch gelehrte Leute von ihren Meinungen ohne Grundeinnehmen laßen. K-
Am besten ist, daß man sich periuaclire, es sey nichtsdran gelegen, ob man von seiner Person so eigentli-che Nachricht habe oder nicht? Gnug, baß uns seineTugend bekannt worden, welches auch derHeil Geistzum Zweck gehabt, da er uns sein 'erbauliches Exem-pel zur Nachfolge aufzeichnen lassen. Wobey dennnoch zu bemercken, daß auch ausser dem Volcke IsraelLeute gewesen, die sich die wahre Gottseligkeit habenangelegen seyn lassen, i)
Die Historie Hiobs, wie sie uns bekannt worden,bestehet kurtzlich darinnen, daß er einen, einfältigen,gerechten, und Gottesfürchtigen Wandel geführet,und das Böse vermieden. Diß konte der Satan, alsein Feind des Guten, nicht leiden-, und gleichwie erfonsten die Menschen Tag und Nacht bey' GOtt ver-klaget , also gab er auch Hiob an, als ob ihm seineGOttes - Furcht nicht von Hertzen giengc, sondern nurdabin gemeinet sey, daß er des Zeitlichen, damit ihnGOtt reichlich begnadiget hatte, desto sicherer unterseiner Beschützung genießen könte. k)
Man will zwar hiebey vor ungereimt ausgeben, daßsolche Anklage in der Versammlung der Kinder GOr-teö, oder Heil. Engel, vor dem Angesichte GOtteS ge-schehen. Gleichwie uns aber die unsichtbaren Dingeund die Lomrrwnicacirin und Lonucrlslion der Geisternicht eigentlich bekannt sind : also können' wir auchdavon weiter nicht urtheilen, als uns solches offen-baret worden. Indessen geben uns unterschiedene Oer-rrr der Schrifft dergleichen Commumcmion an dieHand; l) daher wir uns in Beurtheilung derselbennicht flugs der Empfindung unserer Vernunfft über-lasen muffen.
Den Satan aber in seiner Vcrläumdung zu schän-den zu machen, verhieng der HERR zur PrüfungHiobs die grössesten zeitlichen Trübsalen. Die einfal-lenden Feinde, nebst dem Blitz vom Himmel , berau-beten ihn seines Viehes und Gesindes, und seine Kin-der wurden bey dem Wohlleben in dem Hause des äl-testen Bruders durch die Macht eines gewaltigenSturm - Windes erschlagen. Gleichwohl ließ sichHisb, obngeachtet es ohne hertzliche Betrübnis nichtabgehen konte, nicht zur Ungedult verleiten, sondern
f) b. VVVVLV8 tt. L. V. 1 '. l. p. 295. 8) 6en.
Xt.VI.lZ« Lont'. iO. LllRLtllLl'VZ in norimct I. klirsl. VIU.lMXdl. von der Harvt , in epbemer. pliilolnß. (iilcurs. 5.p.76. ieqci. k) Conf. LV^l.'rttLKV! u, Okki-
tin» bibl. x. 972. >) Vicl. 8K8^8V. 8Ltt>>LIldIV8 rammen-
t,r. in lobum, 7. ) lob. I, 6. legg. l) Lauf. I.«.ez.
XXIl, IK. kegg.
sprach: Ich bin nacket von nieiner Mutter Leibekommen, nacker werde ich wieder dahin fahren.DerHErr hats gegeben, derHErr hats genom-men. Der LTlahme des HErrn ftp gelobet! m)
Als nun der Satan gewahr ward, daß die Gott-seeligkeit Hiobs viel zu feste gegründet,.als daß seineGeduld durch die bisher crzehleten unglücklichen Fällehätte erschüttert werden sollen r so gab er in der Ver-sammlung: der Kinder GOktee vor dem HErrn so viekzu erkennen, daß Hiob zwar bisher sich gelassen ge-nug bezeuget hätte, es würde ihm aber ohne Zweifeldie Geduld ausreisten, wenn man ihn an seinem eigenen !Leibe antastete. Denn so sagte der arge Feind: Haut >fyr Haur, und alles, was iemand hat, giebt er >für sein Leben. Der HERR ließ also aus oban-gezeigkem Zwecke nochmahls dem Satan so viel zu,daß er auch den Leib Hiobs angreiften möchte, dochmit den ausdrücklich gesetzten Grentzen, seines Lebens !zu schonen.
Der Satan schlug demnach den schon empfindlich ,gnug betrübten Hiob an seinem gantzen Leibe mitschmertzlichen Schwären, daß sich der gute Mann,aus tieffcr Demuth gegen GOtt, in die Aschen setze-te, und sich mit einer Scherben schadete.
Hierbey ward ihm auch sein Weib zu einem Satan,und rückete ihm vor, daß er nun sehen könte, was ihmseine Gottesfurcht vor Nutzen bringe, er solle GOtt >absagen und sterben. Wogegen aber Hiob gar vcr« >nünfftig antwortete: Du redest, wie die närrischenWeiber reden. Haben wir Guces empfangenvon Gd)tt, und sotten das Böse nicht auch an-nehmen. n)
Indessen vernahmen Hiobs drey Freunde, Eli-phas von Theman, Bildad von Snah undZopharvon Naema, worzu endlich noch Elihu, der SohnBaracheel von Bus, des Geschlechts Ram, gekom-men, seinen unglücklichen Zustand, gierigen daher zuihm, ihn zu klagen und zu trösten; wie sie denn eingrosses Mitleiden mit ihm trugen, und sieben Tage mitihm auf der Erden fassen, ohne ein Wort zu sprechen,weil sie sahen, daß der Schmertz'sehr groß war. o)
Endlich brach Hiob , durch seine all zu grosse ^Schmertzen genöthiget, das Stillschweigen, und stim- tmere eine erbärmliche Klage an, worinnen er den Tag Iseiner Geburth vcrfluchcte. Hierüber öffneten auch -seine Freunde ihren Mund, und liessen sich in einenweitläuffkigen Discurö mit ihm ein, worinnen sie demgeplagten Hiob grossen Theils vorwurffen, seine Got-teö-Furchl müsse nicht rechtschaffen gewesen seyn, wülihn GOtt so plagete, wogegen sich aber Hiob eifrigst 'verantwortete, doch etwas zu weit gieng , und da-her von dem HErrn selbst in einem Wetter eineStrafflPredigt hören muste; wiewohl ihm in dem !Haupt-Wercke Recht gegeben wurde, daß nemlich.auch jdie Frommen mit zeitlicher Trübsal heimgesuchet ^würden, p) Nach-
m ) lob. I, 21. Lonf. xkIVLKlCVZ 8käNNLdUV8 in bi-ilari, lobi. n ) Isb. l, 9. ») lob. II, n. p)
lob. lll, lrgg. Ovnf. kkIObk. ia biüvn»Iob>.
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