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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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k. ?erio4. I. Osp. Von den Lehrern.

Nachdem sich nun Hiob vor dem HErrn gedemü-thiget, so ward sein Unglück gewendet, und er davormit doppelter Glückseligkeit angesehen. Er genoßderselben noch 140- Jahr, nach welchen er endlich Le-bens-satt verstorben. g-

Die Geduld dieses Mannes ist allerdings groß undbewundernswürdig ; daher sich auch der Heil. Geistnachdrücklich darauf beziehet, r^- Er wandelte vorGOtt mit aller Aufrichtigkeit. ;) Niemand war vonihni geteufchetworden- Seine Lippen redeten nichtsUnrechts, und seine Zunge sagte keinen Betrug. u)Gerechtigkeit war sei» Kleid, und Recht sein Furstli-cher'Hut. Er war des Blinden Auge, des LahmenFüße, ein Vater der Armen. Er errettete den Armen,der da schrie, und den Wäisen, der keinen Heister hat-te. «') Er hatte mit seinen Augen einen Bund ge-macht, daß er nicht auf eine Jungfrau achtete, rc. x)In Summa, sein Gewissen biß ihn nicht seines gan-tzen Lebens halben, Sein Glauben ward zwarsehr siarck gcprüfct: ep schien von GOtt und Men-schen verlassen ; doch tröstete er sich seines , 6 ol,Heilandes und Erlösers, der ihn auferwecken, undjuni Anschauen GOrtes führen würde, r) Ja, manwird in der gantzen Disputation Hiobs mit seinenFreunden anmercken könne», wie sein Glaube gerun-gen , zuweilen fast verdunckelt geschienen, doch endlichimmer wieder durchgebrochen, bis er den Sieg da-von getragen.

III.

Was hat man von der Lehre in diesem?erioäo zu mercken?

Zwey Stücke,

1. Die Lehre selbst.

2. Die Lorrpflantzmrg derselben.

IV.

Wie war die Lehre in diesem Lerloäobeschaffen?

Man siehet dabey

Auf die reine Lehre. ,

2. Auf die Fehler und Irrthümer tn der Lehre.

v.

Was hat man von der reinen Lehre zumercken?

Das principium, die Regel und Richt-Schnur derreinen Lehre war im Alten Testamente, wie in demNeuen, GOrrcs Wort, welches aber Zeit wahren-den ?erioöl, den wir vor uns Haben, nicht in Schaff-ten aufgezeichnet befindlich, sondern unmittelbar vonGOtt selbst offenbaret ward. Man stehet nach demUnterscheid bey der Lehre vor und nach dem Faller. Auf die Lehre vor dem Lalle.

2. Auf die Lehre nach dem Lalle.

Vl.

Von der ErkänntniS Hiobs so wohl in göttlichenals menschlichen Dingen zeuget die Unterredung mirfeinen Freunden, welche auch nicht uneben beschlagengewesen. Doch giebt der HLrr dem Hiob mehr Rechtals seinen Freunden. 2)

Das Büchlein Hiobs wird nicht so wohl darum sogenennct, weil es Hiob als ^uötor so, wie wir es inHänden haben, aufgesetzet, sondern weil es von ihmund seiner Trübsal Handelt- Doch mag Hiob wohldie Nachrichten davon hinterlassen haben, welche so-denn ein 8 cripror oder von GOtt getriebe-

ner Scribent, in die Form gebracht, wie es nunmeh-rs in Lsnonc 8 cripiurse vorhanden, lr) Ab es aberkloics, wie einige zu behaupten suchen , und welcheraus den» Arabischen inö Hebräische versetzet haben soll,oder ein anderer um die Zeiten Lslomoni; gewesen, istnicht wohl auszumachen. Gnug, daß man, an dessenkanonischen Ansehen zu zweifeln , keine Ursachefindet.

1l-m 6K0K6. 8Lkk!I.IV5 in pei-toa-ilibi» lobi. ;

BIV8 8LU>1ll)IVL Oommeoesrio in lokum. IOXU. OK ?I-Lsmmeinir» in lobvm. Xlü. y) lob. Xl.II- 10.r)I,c.V,tI< »)> lob. X, 7. XIII, ig- c) X^II, 2. u)Inb.XXVll, 4. ^-) Ibid. XXIX , 12. IZ. 14 !?-16. 17. x)tob. XXXI. 7, lob XXVll.6. -) lobi X!X, 25. lcq-,e«»f. EX». cx> OVIV8 -dk.I. b. 8VVOKV8 ttik.Lccl.Vrr. T'. ?. i. paß. 197. s ) Uiob. X 1 .II, Z. b) Look

k!Xkl)^ Lommenttr, in lobum psx. 7, IO.

Ht: 1 OL 66 QieV 8 encbirid« in lodum. kXIOKii. kXXUk-»IV 5 in biüvr. lobi ei-p.16. 0 . O. lOXLtt. bXUSiVS tii-kvr. «reles, >«r«ri» psA. isü-

Wie war die Lehre vor dem Falle beschaffen?

Der Mensch befand sich damahlcn, wie wir zu rede»pflegen, in den, Grande der Unschuld, das ist, irrdem angeschaffenen Ebenbilds GDcrcs, c) welcheskürtzlich und vornehmlich in Weißheit, Gerechtigkeitund Heiligkeit der Wahrheit bestand, wiewohl sich auchandere Eigcnschafften GOtteS nach der Art, wie esbey einem Geschöpfte geschehen konte, in dem Men-schen gleichsam spiegelten. Hieher gehöret« die Herr-schafft über die Crcaturen, die Unsterblichkeit, und an-dere Vollkommenheiten des Leibes und der Seelen, ä)Die Crone alles dieses war gleichsam der freye Wille,nach welchem der Mensch ungezwungen an GOtt blei-ben, aber auch anderseits von GOtt abweichen, undsich zum Bösen lencken konte.

Durch solches Ebenbild war dem Menschen zugleichdie Lehre von GOtt, nach seinem Wesen, Willen undWohlkhaten offenbahret, also, daß er erkannte, werGOtt sey, »md wie er sich gegen denselben zu verhal-ten habe. Was der Mensch durch solche angeschaffe-ne Vollkommenheit nicht wissen konte, indem er nichtallwissend war, das eröffnete ihm GOtt selbst unmit-telbar durch Stimmen, wie bey dem Gebothe wegendesBaums der ErkänntniS Gutes und Böses erhellet, e)

Wenn

e) 6-0« 1 , 26. 27. d) Vid. Lol. III , 10. Lpb. IV , 24.2. cor.III, 18 . «OM.III, 2 Z. Lcclet. Vll- 29.zo. s-c. Ooi f.I'beolvzi tupek locum de Oei, inpri.ni, l O. tt L 0 t-

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Oei condi'to. X,V6V8HitV§ d« ciuir, Oei lib. iz. c. 20.e) 6e».II, 16.17.