I. ?erio6. I. C-1P. Von den Lehrern.
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das; Hi'ob zuvorderst auf seinen Heyland / den GOttvon seinem Fleische, und dessen glorwürdige Aufer-stehung, als den Grund seiner eigenen Auferstehung, imGlauben gesehen, und sich des ewigen Lebens, welchesin der Anschauung GOtteö bestehet, nach seiner Aufer-stehung getröstet. ^
Wie waren die Lebens-Pflichten nach demFalle in diesem kerioäo beschaffen?
Die Lehre des neuen Bundes, welchen GOtt mitden Menschen nach dein Falle machte, erforderte einHeiliges Leben. Denn gleichwie der Erlöser, oder derverheißene Wcibcö-Saamen, eine Feindschafft gegendie Schlange, das ist , den Satan, aufrichtete, «)desselben Macht oder Reich zu zerstören : also musteauch ein jedweder gläubiger und treuer Unterthan denStreit gegen den Fürsten und das Reich der Finster-nüß ausser und in sich übernehmen, und in der Klafftseines Erlösers überwinden.
Daß aber solcher Kampfs zur Heiligung nöthig ge-wesen , erkennet man gar bald aus der ErmahnungGOttes sechsten an Cain: Laß der Sunde nichtihren willen, sondern herrsche über sie. p)
Indem aber auf einer Seite die Feindschafft undder Kampff gegen die Schlange und ihren Saainenzu erkennen, so war anderseits der auf den Weibeö-Saamen gerichtete Glaube durch die Liebe thätigDas war der Wandel vor GGTT-, oder nachGGiLT, das ist, nach dem Gesetze GOtteö, oder inG(!)tk, das ist, in der Liebe GOtteö. g) SolcherWandel wird auch der Wandel in denLußstapffendes Glaubens Abrahams genennet. r) Wobeydas Gesetz, davon oben gedacht worden, daß es auchin diesen Zeiten bekannt gewesen, ohne Zweifel die be-ständige Richtschnur geblieben.
Gleichwie aber das Gesetz ein Ausdruck des göttli-chen Willens war, nach welchem sie lcbetenr also be-dienten sie sich auch dessen zur Erkamms der Sun-den sowohl in der Büste, als in der Erneue-rung. Wenn Josephs Bruder bekennen : Das ha-ben wir an unserm Bruder verschuldet, daß wirsahen die Angst seiner Seelen, da er uns flehere,und wir wolren ihn nicht hören, darum kommetnun diese Trübsal über uns; r) so Haben sie ausserStreit das Geboth GOtteö: Du solt nicht todten;vorAugen,und erkennen ihre Sünde daraus, und zwarnicht nur äusserlich und oben hin, da sie hätten den-cken können: Wir haben ihn gleichwohl nicht todt ge-schlagen ; sondern sie sehen auf das innere, und dengeistlichen Verstand des Gesetzes, welches auch denHaß und die Unbarmhertzigkeit verbiethet, wovon siesagen: wir wolren ihn nicht erhören.
Daß man in der Erneuerung nicht unter der Furchtdes Gesetzes geblieben, sondern zum Evangelio ge-gangen , erkennet man an Jacob, wenn er spricht:Ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit undTreue. Dies Erkärntnis seiner Unwürdigkeit kam
o) Oen. III, IH. 6c». IV, 7. Lenk, LXUO-
VIV8säl,. I. c,) 6en.V,2,.XV11,1.XI.VIII, I). r)k»m.IV. 12. -1 6°n.XI,II,2I.
aus dem Gesetze. Et hielt sich aber bald an die Ver-heißungen GOttes, oder das Evangelium : Du hesskgesagt, ich will dir wohl thun rc. r) Doch vondergleichen Materie wird unten im Vl.. Capitel einmehrers vorkommen.
X.
Was hat man von den Fehlern und Irr-thümern zu bemcrckcn?
Von denjenigen Irrthümern, welche aus der Boß-heit der Gottlosen entsprungen, und die völlige Ab-weichung von verwahren Lehre, wie auch die verdamm«liche Abgötterey verursachet, werde ich unten beson-ders und hinlänglich handeln. Hier mercke ich nur,nach gewohnter Methode, was auch unter dem Haus-sen der Gläubigen entweder vor Fehler anzutreffengewesen, oder was man ihnen davon beymisset.
Es waralso ein allgemeiner Fehler und Irrthum auchbey den Patriarchen, daß sie die Polygamie, oder Viel-weiberei), und den (^oncubinat, oder die Kebsweibereyvor keine Sünde hielten, da doch beyde der ersten Ein-setzung des Ehe -^Standes gäntzlich zuwieder sind.Denn GOtt schuff nur ein Männlein und ein Fräu-lein , die ein Fleisch syn solten- u)
Die Geschichte der vorhergehenden Patriarchen be-zeugen , daß unter andern Abraham und Jacob insolcher irrigen Meinung Weiber und Kebs-Weiberohne Bedrucken genommen. Sie werden ordentli-cher Weise durch die Begierde nach der Vermehrungihres Saamens, wovon ihnen GOtt der HErr dieVerheißung des bekannten sonderbaren Secgens indem Meßia, oder Heylande der Welt, gegeben, ent-schuldiget- x)
Man kan noch hieher rechnen die unrichtige Mei-nung der Freunde Hiobs, als obGOtt der HErr nur dieGottlosen straffe und peinige, nicht aber auch die From-men mit Creutz heimsuche und züchtige, y) Von an-dern Fehlern der Patriarchen wird man kaum einigenGrund antreffen. -
Es finden sich aber einige, welche diesen Zeiten Feh-ler andichten, so nicht darinnen anzutreffen, welchehier kürtzlich beyzubringen. Also träumen die Juden,Abel und Cain hatten darum die Güster aufge-bracht, weil sie aus Einfalt sich eingebildet, daßGGtt der Speist benorhiget wäre. r) Die Pe-lagianer, Sociniancr, und Arminianer wollen be-haupten , daß die Leute in diesem Zeir-pei-iocioohne den Glauben waren stetig worden, welcherIrrthum aber von vielen andern zur Gnüge wider-leget worden, s)
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r) 6en. XXXIl, 10. 12. u) 6en. I, 27. II, 21. teqq.6nnf. ölztlk.XIX, z. kq-,. x) Viel. VOI.kk6. k-k-tXLIVSin lcliols fscrikcior. clißiur. 20. F. 10s. ke<;<;. b. 10. kXSRL.8VOOLV8 inllnut. IkevIvZ. k. 2. c. Z» seü. 6. §-Z.
4. y) Lonf. I>b. lobi j,cr rnturn. r) Vt^OI.rr6. IX^N-21 V 8 in Lckvlü sscrikciof. liistiukst. Z. §. Z4. s, Vi6. I< 1 eM id>6.dissnisr. 22. L.61. lec,q. Le»1LlV8 in IM. ecclek.
antccliluu. p.75. b. LVVI 1 LV 8 in snimrciuerüvnibus »ä lib.rk'riz. Llli^VVIttl ae relis. nskur. c. I. §.14.