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Kirchen - Historie Altes Testamentes
get worden. Doch hat Abraham den Gebrauch derZehenden keinesweges angefangen. ») So viel manaus den Umständen abnimmt / gab Abraham demMelchistdech den Jehendcn des Raubes zu Bezeu-gung seiner Danckbarkeic / weil ihn dieser so wohlaufgenommen und geseegnct. r) Sonst findet man/daß die Zehenden auch eine Schuldigkeit der Unter-thanen gegen ihre Obrigkeit gewesen. Diß scher-net derApostel u) zu verstehen zugeben / wenn er demMelchisedcch einen Vorzug der Grösse vor Abrahamzuschreibet.
Übrigens wurden die Zehenden auch zum Dien-sie GOttes gewiedmct. Auf solche Weise that esJacob bey seinem obangefuhrren Gelübde. Hierdurchfind ohne Zweifel entweder die Opfscp, oder die Prie-ster / oder die Armen / oder alle drey/ zur Dankbar-keit gegen GOtt / und zu Bezeugung der schuldigstenUnterthänigkeit gegen selbigen, unterhalten worden, x)XVII.
Was hat man von den Eyd-Schwürenauzumercken?
Die Esd> Schwüre geschahen bey dem lebousli,oder HLrrn, dem GOtt des Himmels und der Er-den / oder nur bey GOtt ohn andern Zusatz.Auf die erstere Weise schwur der älteste Knecht Abra-Hains, der allen seinen Gütern fürstund, daß er demSohne seines Herrn kein Weib von den Töchtern derCanaaniter nehmen wolle; auf die andere Art findetman es bey dem Eyd - Schwüre, den Abraham demKönige zu Gerar Abimelech leistete. Jacob schwurdem Laban bey der Furcht seines Vaters Isaac /welches eben so viel war, als bey dem GOtt Isaac, oderdem wahrhafftigen GOtt schwören.
Ein sonderbarer Umstand war es, daß man dem an-dern, welchem man schwur, die Hand unter die Hüfftelegete. Also that der Knecht Abrahams seinem Herrn, b)und Joseph seinem Vater Jacob, c) Diese Ceremo-nie Hat sonder Zweifel etwas zu bedeuten gehabt, wel-ches aber schwerlich aus heiliger Schrifft gantz deutlichzu bestimmen. .
Die meisten Juden glauben, daß es um der Be-schneidung willen geschehen. Die Kirchen - Vater zie-her» es auf den Mcßiam, welcher aus den Lenden derPatriarchen herkommen solte. Diß will zwar 10. ci.e-mcs ü) nicht anstehen, weil es ihm scheinet unge-reimt zu seyn, bey demjenigen zu schwören, welchererst sehr lange Zeit hernach gcbohren werden solte.Gleichwie aber die Gläubigen Altes Testa, ik.itcs ebenso wohl durch Christum seelig worden fi st , als dieGläubigen Neues Testamentes : also ist es ö ineöwegesweder der Vernunfft noch Offenbarung entgegen, wennsie durch diese Ceremonie so viel angedeutet hätten,sie wolren an dem Heile des Meßiä keinen Theil
8) Via. IO. 8LIM8dIV8 lie 8/lieär. lib. I. c. 2 . r) c-en.XIV, 18- l-qg. u) ttebk. Vll, 4. ») Lunf. IO. SkLXee-XV! «ie lexibuz Ldrzeorum nrusl. lib. Z. p 927. s-qg. IO.8LI.VL8V8 peculisri 6illerr»r. lle äecimis. 7) Oen.XXIV,;.,) Oeei.XXI, LZ. -,) 6-nek.XXXI, 50. b) 6enet. XXIV.2.A. c) Lei». Xl-VU, 2A. ä ) ia Lsmmenrsr» »ä k. I.
haben, wenn sie den ausgesprochenen Evd-Schwur nicht halten würden, e)xvm.
Was hat man von der Salbung der Stei-ne auzumercken?
Von der Salbung der Steine ist oben im LebenJaco.bö Meldung geschehen. Einige glauben, es seysolches Aufgiessen des OeteS auf die Steine an Statteines Opsferö bey Ermangelung anderer Sachen ge-wesen, wie man denn folgende bey den Speiß-Opsfemauch Oel zu gebrauchen pflegen. Die Umstände f)aber zeigen vielmehr an, daß damit solcher Stein zumDienste GOtteS eingeweyhet und gewiedmet worden ;wie solches auch folgender Zeit bey der Einweichungder Stifftö-Hükken und der Priester rc. geschehen, undmit seiner Bedeutung auf den Meßiam, als den Ge-salbten des HErrn, und auf diejenigen, so von ihmden Nahmen führen, und der Himmlischen Salbungthciiha-fftig werden, hinaus siebet. Es ist also die Ce-remonie der Salbung den Patriarchen sonder Zweifelvon GOtt selbst an die Hand gegeben worden, g-
XIX.
Was hat man von dem Handauflegcnanzumerckcn?
Hiervon finden wir die erste Nachricht bey dem See-gen , welchen Jacob den Söhnen Josephs Ephraimund Manage ertheilet. Diese Ceremonie ist fol-gends bey den Juden sehr gebräuchlich, und bis in daSNeue Testament cnncimuret worden, i
Die Bedeutung solcher Ceremonie grenz ohne Zwei-fel dahin, daß man wünschete, GOtt wölke seineGnade, Krafft und Secgen gleichermaßen auf dieje-nigen legen, welchen man solchergestalt die Hände auf-geleget hakte. Daher diese Ceremonie sonderlich beydenen, welchen ein Amt übertragen wurde, gewöhn-lich war, um sie zugleich zu erinnern, daß sie nöthighatten, sich von der Hand GOttes Gaben und Bey-stand zu erbitten. "
XX.
Was hat man von dem Waschen und Rei-nigen anzumerckcn?
Ein Erempel davon findet man ebenfalls in dem Le-ben Jacobs, als selbiger gen Bethel ziehen, und alldaseinem Gelübde zu folge GOtt dem HErrn einen Al-tar bauen wolte. I) Es muste nemlich seine Familienicht allein die heimlich beybehaltenen Götzen von sichthun, sondern sich auch baden und die Kleider verän-dern,
e) l». SVVOLV8 ttw. ecclef. ver. kell. k-rr. I. psß.zoy.t') Oen.XXVIII, 18- 8> Oaf. v. IO>wkIIiciV8 I.>Idl61V3
MI. eccl. vcr. kell. s>»8-8?' b. 8V0VLV8 loc. ril. x.2;6./OWKS-I8 OUXI8H-INV5 L8cncdI»ac,ttIV8 <Is
u«Äioni!»lis Aencillum. d) XI.VIII, 14 - I) Loiss»
Num.VIll, IO. XXVII, 18 -2Q. venc.XXXlV>9. dl-nk. XIX,IZ. -VÄsr.VI, 6. IV, 14. k) b. KVVOLVS !o- ck.
P,Z. ZI4. O. IO.^cttId1V8 l..^6IVi toc. cir. lDI.I) 6-n. XXXV, 2. lec;,.