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Kirchen. Historie Altes Testamentes
auch aus diesem Grunde mit dem Priesterthume derErstgebohrnen in den Patriarchalischen Zeiten seineRichtigkeit habe.
Einige nehmen noch zum Behufs/ daß im folgendenolle Erstgeburt dem HErrn gehciliget , und denn anDerselben Statt die Leviten ausgesondert worden , x)welches doch der Gegentheil so ausleget, daß dieErstgeburt nicht zum Priesterthume, sondern vielmehrzumOpffer gewicdmet worden; daher auch die Levitenkeine Priester, sondern nur Knechte der Priester ge-wesen. x)
Noch ziehet man hieher die Priester, von welchenvor der Aufrichtung'deö Aaronischen Priesterthumsbey Gebung des Gesetzes gedacht wird , r) und wel-che sonst '22 '-w2 Jünglinge, aus den Bän-dern Israel heißen. a) Diese scheinen keine andereals die Erstgebohrnen gewesen zu seyn ; wiewohl an-Dere die Aeltesten und Angesehensten des Volckes dar-unter verstehen wollen- b)
IV.
Wie sind die Priester dieser Zeiten zu ih-rem Amte ordimret worden?
Was die Vocsrion, oder den Berufs der Priester inDiesem pericxio belanget, so kan solcher aus vorhergc-henderFrage leicht beurtheilet werden. Die Vocsnonwar nemlich entweder die Erstgeburt, oder die an-Derwärtige Verordnung des Haupres in der Fa-milie.
SolcheriBeruff war mittelbar, nemlich vermittelstDer Erstgeburt, oder der Verordnung des HauS-Va-tcrs, und doch war er göttlich ; wie man denn ausDen Exempeln Jacobs und Iuda offenbarlich siehet,Daß GOtt seine Hand dabey im Spiele gehabt, c)
Die (Ordination selbst geschahe durch Handaufle-gen und den väterlichen Seegen. Denn obgleichbey der Ordinarien des Jacobs von dem Handaufle-gen keine ausdrückliche Meldung gekchicht: so ist dochgar nicht daran zu zweifeln, nachdem man aus derGeschichte des Seegens Ephraim und Manafse er-kennet, daß diese Ceremonie in solchen Fallen gewöhn-lich gewesen. <I) Der Sergen aber war nichts an-ders, als eine Art des Gebeths zu GOtt, wodurchDemjenigen, der bestellet ward, gehörige Autorität,Krassc und Gnade erlanget wurde. Es erhellet hier-aus die Übereinstimmung der Ordination in diesenZeiten mit der Ordination, so im Neuen Testamentegebräuchlich geblieben, c^)
V.
Was ist von der Pflicht und den Verrich-tungen der Priester in diesen Zeitenzu mercken?
Zuvorderst war ihr Amt, daß sie opfserten, nicht
») X'II, 2. «UM.III, »2. VIII, , 6 . 7 ) c-ueikL-
6 IV 8 VHKI«64 vblerlist. lscrrr. lib. 2 . csp 2 . 2 ) Lxnil.
XIX, 22 . Lxtw. XXIV, 5 b) 04I^I?L6IV8 VIHN-L 4 loc. cik. Lonf. 104«. 8 kk.«LLKV 8 äs Icßikur Lkrseoi.rIm-,1. 1>b. 7. csp. 6 . leü. 2. c ) Vi^. 6 e„ XXVII, XI.IX, 8 -Lqq. ci) Leu. XI.VIII, 14. tegg. e ) Lonk. 4 Ä. VI, 6. XIII. I.
nur was sie vor sich opffern wolten,sondern auch, wasihnen von andern gebracht wurde. Also opffcrteAdam,als damahliger Priester, die Opffer seiner beyden Söh-ne , Cains und Abels; denn von diesen heißet es nachdem Grund-Texte, daß sie ihre Erstlinge nur herbeygebracht, nicht aber ti-criticiret haben, s)
Ferner predigten sie so wohl bey den Opffern, alsauser denselben ; wie denn kein Zweifel, daß Vtoah,der achte Prediger der Gerechtigkeit g) vor derSündfluth, bey aller Gelegenheit zu den gottlosenMenschen von derBnsse und dem bevorstehenden Zor-ne GOtteö wird geredet Haben. Von Abraham undandern Patriarchen bezeuget es die Historie hin undwieder.
Sie stegneten, und weil solcher Seegen im Glau-ben auf den verheißenen Weibee-Saamen ausgespro-chen wurde, so war er von großer Krafft, als dieExempel erweisen,
Sie gaben denenjenigen Antwort, welche denHErrn durch sie frageten. Diß erhellet aus der Ge-schichte Isaacs. Denn , da sein Weib Rebeccaschwanger worden, und die Kinder sich mit einanderin ihrem Leibe stießen, sprach sie: Da mir es alsössl-te gehen , warum bin ich schwanger worden;und sie gieng hin den HErrn zu fragen, i)
Wie Rebecca den HErrn gefraget, sind unterschie-dene Gedancken anzutreffen. Einige meynen, sie ha-be solches durchs Gebeth gethan, welches sie im Ver-borgenen zu GOtt abgeschicket, und eine Antwort ent-weder im Traume, oder durch Stimmen, oder aufandere Weise erhalten.
Allein dieses will sich, meines wenigen Crachtcns,mit der Redens-Art: Sie gieng hin den HErrnzu fragen; nicht zusammen reimen. Denn da gesa-get wird, Sie gieng Hin, wird ausser Streit ein an-der Gehen, als was etwa im Hause und daherum ge-schieht, verstanden, und ich sehe nicht, warum es nichtso viel Heissen solte, und sie reisete him Uberdiß istbekannt, daß der HERR folgender Zeit bey Anrich-tung des Jüdischen Goktes-Dicnsteö ausdrücklich be-sohlen, ihn durch die Priester zu fragen: warum soltedas Fragen GOttes durch die Priester nicht auch indiesen Zeiten gewöhnlich gewesen seyn ? zumahl da dieRedens-Arten so mit einander übercin stimmen, daßman nicht wohl auf andere Gedancken kommen kan. k)
Wiewohl, es ist Niemanden dißfalls etwas vorzu-schreiben , was er meynen soll : gnug, daß Rebeccagefraget, und der HErr ihr geantwortet hat. Wenn >auch Rebecca zu einem Priester GOttes gegangen, so ^gilt es gleichviel, ob es Sem, oder Melchisedech, oder ^ein anderer gewesen, inmaffen es doch bey dem Still- !schweigen der Schrifft nicht auszumachen. P
VI. Wie
5 ) corif. VOl. 5 kS 4 « 6 V 8 kX 4 « 2 IV 5 l» 1ch»u kcriL-clorum cHlputsr. 16. L. Z. lecjq. ß) 2. I'erri II. vers. 5. k)Qen.XIV, 19. XXVI'. Lc.' i) Ocn.XXV, vers. 2l. 22.Ic) conf. vl'OI>kk6. kK 4 « 2 IV 8 loc. cir. 7. F. z?.
l) Look. d. 104«. kkLdieirev» SVOOLVL n. L. V. r.?. r. k- -4). .