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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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/. ?erio6. III. Op. Vom Kirchen - Regr'mente.

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VI.

Wie wak die Kirchen - Zucht in diesenZeiten beschaffen?

Man siehet hierbey

1. Airfdre Zuckt mir den Sündern.

2. Auf andere Anstalten und Gebrauche.

Vli.

Wie gieng man in diesen Zeiten mit denSündern um?

Sie wurden nachdrücklich bestraffet und gewarnct.Als Lam über dem begnadigten Opffer seines Bru-ders sich entrüstete und seine Geberde verstellet?, so be-straffte ihn GOtt selbst darüber auf frischer That öffent-lich , und warnete ihn vor der Herrschafft der Sün-den. m)

Solche Besiraffüng kan nun unmittelbar von GOttselbst geschehen seyn, wie es nach den Worten lautet;oberes kan sie Adam, als der Priester, aufGOttesBefehl und Antrieb verrichtet Haben, n) Aufs wenig-ste ist gewiß, daß dasjenige, was GOtt in solchemFalle gethan, von seinem Priester nicht unterlassenworden.

Niemand wird zweifeln , daß fTloah in den Tagender Geduld und Langmuth GOtteö vor der Sünd-Fluth die böse Welt mit allem Ernst und Eifer be-straffet und gewarnct hat. Ein gleiches beobach-tete Loth b<y den verruchten Sodomitern vor ihremUnterg nge.

Jacob destraffete seine Söhne, da sie die Sichemi-ten ermordet, und stellcte ihnen vor, was sie vor Un-glück angerichtet, g- es «stauch kein Zweifel, er wer-de sie zu herzlicher Busse angemahnet haben.

Wenn die Sünder entweder die Warnungen ver-achteten, oder ihre Sünden sehr groß waren, so wur-den sie mit zeitlichem Fluche beleget. Erempel sindan Cain, r) Canaan, b) Simeon und Levi rc. r>)zu bemercken.

Offkmahls wurden sie auch aus der Familie oderGemeine geflossen, oder sonderten sich als faule Glie-der sechsten ab. Man betrachte nur die Exempeli^ains, Ißnaels und Efäus, so wird ma« sich da-von leicht überr den können.

Daß man auch mit Todes-Straffe gegen die gro-ben Sünder verfahren, wobey der Patriarch oderPriester das Recht gesprochen, ist aus der Geschichtewir Thamar b kannt, da Iuda, nachdem er vonchm Hurerey Kuadschafft eingezogen, gleichsam Ur-thcls! weise spricht : bringet sie hervor , daß sieverbrannt werde, u -

Endlich hat man ohnfehlbar den bußfertigen Sün-dern, wenn sie ihre Missethat bereuet und beklaget,die Vergebung durch den verheißenen Weibes-Saa-mcn angekündiget. Die Bedeutung der Opffcr, web

che auf die Vergebung der Sünden siehet, und denPatriarchen nach Anweisung des I. Capitels allerdingsbekannt war, kan solches gnugsam an die Hand geben,obgleich keine ausdrückliche Exempel davon anzu-treffen.

VIII,

Was sind vor andere Anstalten und Ge-brauche zu mercken?

Nichts weiter, alsr. Die Schulen.

2. Die Gewohnheit feines Bruders Weib zunehmen - oder das lu, leuiracu;.

IX.

Was hat man von den Schulen in diesenZeiten anzumcrcken?

Man giebt dabey auf drey Stücke Achtung,r. Auf die Art und Beschaffenheit der Schulen.

2. Auf den ZusiarB der Gelehrsamkeit in diesenZeiten.

;. Aufdie erste Sprache.

X.

Was hatte es vor eine Art und Beschaffen-heit mit den Schulen in diesen Zeiten?

Es bemühen sich einige zu erweisen, daß so wohlvor als nach der Sund-Fluth von den Patriarchenöffentliche Schulen gehalten worden. Der Judeki-L^ivs iv 5 Lk»v 8 meldet von Abraham, daß er schonin Chaldäa einen öffentlichen Lehrer abgegeben habe.Eben diß will man von Isäac und Jacob behaup-ten. x^)

Allein es scheinet alle diese Mühe vergebens zu seyn,weil sich aus H. Schrifft kein tüchtiges Argument zndiesem Zwecke aufbringen lässet. Es sollen zwar dieSeele», so Abraham in Haran gezeuget, odererworben, keine andere als Neubekehrte seyn, welchesich durch Abrahams Unterweisung zu der Erkannt-nüß des lebendigen GOttes gewandt hätten: r) dochwer erkennet nicht vielmehr aus den Worten und al-len Umständen des Textes, daß es solche Leute gewe-sen, die zum Dienste in die Familie aufgenommen wor-den? Man will auch die Inmacn; 3) vor Abra-hams Schüler, oder gleichsam Studenten halten, esist aber vielmehr gewiß gnug, daß es seine Knechtegewesen. K) ^

Indessen wird ei» jedweder, der von der Gottseclig«keit der Patriarchen einen Begriff Hat, leicht zugeben,daß, obgleich keine öffentliche Schulen in dicsn Zei-ten angeordnet gewesen , dennoch die Privat-Unter-weisung bey derJugend nicht versäumet worden. GOttselbst giebt Abraham das Zeugnis : Ick weiß, erwird feinen Rindern und seinem Hause nach ihmI 2 defeh-

m) 6-nav,6.7. n) vcoi^xoxxo.

10c. c,t.ächuk,r. >.I I. o) Oen. VI. Lauf. l.retr. IIl> 19. leqg.o.e-rr.II,;. p)6-n.xix,conk.2. k-u-. ll,/. <,) 6-n. XXXIV.

Oe. IV, 11. s-gg. s, Oea.IX, 25. l) 6e»,ä"X,7. u) XXXVltt, 24.

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