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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen-Historie'

welche ihnen den angemaßeten Lorbeer mit großemBeyfall anderer aus den Händen gewunden, r)

Xlll.

Was ist von der Gewohnheit seines Bru-ders Weib zu nehmen, oder dem lureleuiratus zu mercken?

Diese Gewohnheit/ oder dieses Recht/ welches GOttder HErr nach der Zeit durch ein öffentliches Gefttzveuleron-XXV, 5.1'eqg. bey demVolcke Israel bestäti-get/ findet man schon zu Jacobs Zeiten, und zwarals eine gantz bekannte und schon vielleicht längst vor-her aufgekommene Sache. Denn Juda, der SohnJacob, gab seinem ersten Sohn-Ger ein Weib, diehieß Thamar. Aber er war bös- für dem HErrn, dar-um tödtete ihn derHErr. Da/prachJudäzuOnan:Lege dick) zu deines Bruders Weibe, und nimmsie zur Ehe, oder, wie es eigentlicher nach dem Grunb-Texte heißet, nimm sie nach dein Rechte einesSchwagers zur Ehe, daß du deine,n BruderSaamen erweckest, c)

Ob solches Recht, welches sonst den natürlichen 6ra-stibu! der Blükö-Freundschafff entgegen ist, von GOttselbst eingesetzet worden, wie einige aus der folgendenBestätigung muthmasscn, u^) kan man nichtausdrück-lich versichern, doch scheinet solches vor andern Mey-nungen der Wahrheit am nächsten zu kommen. DerJude ?»iro xgiebt vor, daß es ein bürgerliches Ge-setz der Canaaniter zum Grunde habe. Andere Jüdi-sche Lehrer stimmen ihm so ferne bey, daß es ein poli-tisches Gesetz gewesen, und den offt angeführten?raeccpris bloacbiüici; beygesetzet worden , sie wissen abernicht zu melden, von wem solches geschehen, y)

Ein neuer ^uötor will den Ursprung davon beyden EgYPtern gefunden haben, und beziehet sich ausein Gefttz des Käysers rrncmix, s^) welches aber voneinem gantz andern lure leuüaku; der Egyptcr redet,da nemlich ein Bruder des andern vertrauere Brautzu nehmen pflegte, wenn sie der Verstorbene noch nichtberühret hatte. b)

Diejenigen, so solches Gefttz GOtt selbst zuschrei-ben, geben zwey Ursachen desselben an. Die erste istpolitisch, damit nemlich die väterliche Erbschafft desto

§) Lonk. LKI/.XIV8 ve'-u.'ronvü in prvleßom. Libl.III.

num. z. ser^. üvxroxkkivs, -üllerrzr. c!e ünßu-e

Lbraere arigine üc »nri^uirike. b 4 >rrLXV 8 pbilcloß. srcrs?.2. C^IOVlVZ, crit. ibcr. -ürcrib. z. L. 5.

8^^IVLÜ NVLU^K 1 'V 8 in r»zl,en.. Üb. l. cs^,. 15. IOXX.^iIILV8 NÜIOÜ66LXV8, liiüor. pütti-ircbsr. 1t. I. exer-cirsc. it>. IO. ÜLV8ORDIIV8, pkiIoÜ!ß. Hcbr»co lüHerksr. n.12- 17. iegg- ^VOV 81 ?V 5 ?kLIk?L!tV 5 exei-cirrt. cie ünßusprornpükur. V>. LKNL8I'. ÜOK8LNÜXV8 c-, lin-ßuse übrrcsr. /l!i- c) 6en. XXXVIII, ü. u) Oonf.

v. IOac»IX 4 V 8 Ü. 4 LIOIV 8 bilt. eccleü ver. lek. p. 109.x) üb. Se iivbiliksks s»ß. 909. /) IO. 8LI.OMV8 <ie iuecRiliur. Lr xenr. iuxc» 6 i 5 ciplin»m Uebtseor. üb. 8- c»p. Z.r) lO^k-. ^^H8g^XjV8 in csnrinc ckrnnolotz. lec. 9. p. 17;., ) in coci. luliinün. Üb. rit. 6. IeZ. 8- b ) b. IO^H. kX.^blL.7 VNVLV 8 U. L. V. r. ?»n. l. P->ß. ZIZ. leq. L»nk. ttük.-^U«V8 V 7 HLIV 8 in -bxypliicis üb. Z. c,x. z.

Altes Testamentes

besser bey der Familie erhalten' werden möchte: dieandere aber ist, weil GOtt idas Recht der ersten Ge-burt mit dem ihm beygefügten Seegen in der Familiefortgesetzet wissen wolte, zum Vorbilde des Meßiä,als des Erstgebohrnen unter vielen Brudern, c)

Das IV. Capitel

Von Secten und Trennungen.

i.

Was vor Secten und Trennungen sind indiesem keriocio zu bemercken?

Es ist kein Zweifel, dcch es auch dazumahl, wienoch ietzo, an Rotten und Secten nicht werde geman-gelt haben, ohngeachtet der Heilige Geist nicht vornöthig erachtet, uns davon Nachricht zu ertheilen.Doch finden wir ein deutliches Ercmpel vor derSünd-Fluth in

Der Trennung zwischen den Cainiren und Ge-thiren.

II.

Was ist von der Trennung zwischen denCamiten und Sethiten zu mercken?

Der Urheber dieser Trennung war der gottloftCain,Adams erstgebohrncr Svhn, welcher sich aber des Rech-tes seiner Erstgeburt, wie folgender Zeit Elan, un.würdig und unfähig machte. Seine Mutter Hevasprach zwar bey seiner Geburt: Xanjchi.Ich besitzeoder habe den Mann, den Herrn; wodurch sie ih-ren Glauben an den Meßiam, den sie im Hertzen Hat-te , und von welchem sie Hoffete, daß er von diesemSohne herstammen würde, 6 ^) bezeugete: Allein sol-che gute Hoffnung wolte bey dem ungerathenen Tarnin keine Erfüllung gehen.

Nachdem er heran gewachsen, legte er sich auf denFeld. Bau, gleichwie sich fein jüngerer Bruder Ha-be! dem Hirten- und Schäfer-Stande ergab. Beydehatten ohne Zweifel in ihrem Wercke guten Fortgangverspüret, und brachten daher ihre Erstlinge GOtt demHErrn zum Opffer.

Die Zeit, wenn sie solche Opffer gebracht, beißet inseiner Sprache W«' am Ende der Tage, wel-ches einige geben : VZAch etlichen, oder vielen Ta-gen; andere aber von dem Sabbath, als dem Endeder Tage in der Woche verstehen- Die beste Meynungist, daß das Ende der Erndre und des Jahres,welches um die Zeit der Erndte ausgieng, dadurch an«gezeigct werde, e)

Was

c) Hvm. VIII, 29. Conk. b. 8VOOLV8 Inc. cir. p.zi6.Zük^ri^NVS 5 Lttw!I)IVS Comment. sS 6-n. XXXVI!!, 8-Ü^HÜIL bikor. eccles. V«. 1VK. ser,r. mun-

Z. äillertrr. H, prop. I. 6 ) Oe», IV, I. cons 8ÜN^8 51 -^ 1 ^.8LUVUVIV8 colle«. bibl. piinr. > 58 - ^ pecuü»e. tiist-ur.!e) L»nf. Lxoci. XXIII, 16. üeuic XXV, 29. i.8,w. I, ;. b.IO. kkäbic:i5cV8 NVV 0 bV 8 tt,ü. ecel. vrr. 1 >k. i'rrk. l.pLA. 117. fk«;. 10.^8. IIL^LIO. ULIVL 66 üt 8 V 3 biü. xslri-,rck»r. L. I. cxercicsc. 5. §. 18-